Schwangerschaftsdiabetes

Gestationsdiabetes, was ist das?

Schwangerschaftsdiabetes oder auch Gestationsdiabetes besteht nicht schon vor der Schwangerschaft, sondern wird erst während der Schwangerschaft festgestellt. Der Körper der Mutter reagiert während der Schwangerschaft weniger empfindlich auf körpereigenes Insulin; das ist solange normal, wie die Mutter durch vermehrtes Ausschütten von Eigeninsulin ihre Blutzuckerwerte im Normalbereich hält. Reicht das Insulin nicht mehr aus steigen die Werte besonders nach den Mahlzeiten an.

Ist dies so, besteht eine Insulin-Unempfindlichkeit, also ein Gestationsdiabetes.

Risikofaktoren, die zu einem Schwangerschaftsdiabetes führen können sind:

  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Typ-2 in der Familie
  • Zucker im Urin
  • das vorige Kind war schwerer als 4000g
  • hohes Alter der Schwangeren

Warum ist der Schwangerschaftsdiabetes gefährlich?

Schwangerschaftsdiabetes verursacht keine typischen Symptome wie man diese von Typ-1 oder Typ-2 Diabetes kennt.

Dennoch kann der Schwangerschaftsdiabetes zu Komplikationen beim Kind führen. Solche möglichen Komplikationen sind:

  • Übergewicht
  • abnorme Fettverteilung (Makrosomie)
  • Geburtstraumen
  • Unterzuckerungen nach der Geburt
  • Mortalitätsrisiko (Sterberisiko; lat.: mortuus = tod) ist, wenn auch sehr gering, leicht erhöht
  • erhöhtes Risiko an Übergewicht zu leiden
  • erhöhtes Risiko an Diabetes Typ-2 zu erkranken

Es besteht jedoch kein Risiko von kindlichen Missbildungen.

Auch bei der Mutter können in der Schwangerschaft Komplikationen bei unentdecktem Schwangerschaftsdiabetes auftreten:

  • Blutdruckerhöhung
  • erhöhte Eiweißausscheidung (Präemklampsie)
  • Erbrechen
  • Notwendigkeit einer Entbindung mit Kaiserschnitt
  • erhöhtes Risiko an Diabetes Typ-2 zu erkranken, vor allem wenn die Mutter an Übergewicht leidet und keine regelmäßige körperliche Aktivität betreibt

Wie erkennt man einen Schwangerschaftsdiabetes?

Bisher gibt es zwei Belastungstests: Man verabreicht einer Patientin 75g Glucose und bestimmt den Blutzucker im Blutplasma, einmal sofort und zweimal nach je einer weiteren Stunde. Bei einem anderen Test werden 50g Glucose verabreicht und nach zwei Stunden ein Blutzuckertest durchgeführt.

Wenn die ersten Resultate zu erhöhten Blutzuckerwerten führen, erfolgt ein weiterer intensivierter Test (Verabreichung von 100g Glucose und vier Tests).

Behandlung:

Die Ernährung wird angepasst, sie sollte fett- und kohlenhydratreduziert sein. Die Ernährung muss aber weiterhin ausgeglichen bleiben, um den Ansprüchen der Mutter und denen des Kindes gerecht zu werden. Diese Maßnahme führt oft schon zu normalen Blutzuckerwerten. Wenn keine Normalisierung erfolgt, wird eine Behandlung mit Insulin unumgänglich. Die Mutter muss dann die Blutzuckerselbstkontrolle und die Anpassung der Insulindosis erlernen. Studien haben ergeben, dass eine Insulinbehandlung jegliche Risiken für Kind und Mutter reduziert.

Hinweis: Der Schwangerschaftsdiabetes verschwindet nach der Geburt oft relativ schnell, teilweise bleibt aber auch ein Typ-2 Diabetes zurück.