Typ-2-Diabetes betrifft etwa 80 bis 90% aller Menschen mit Diabetes. Er wird in der Alltagssprache auch häufig noch "Altersdiabetes" genannt, da hauptsächlich ältere Menschen betroffen sind. Dies ist mittlerweile etwas veraltet, denn auch immer mehr jüngere Menschen, sogar Kinder, sind davon betroffen.

Beim Typ-2-Diabetes kann die Bauchspeicheldrüse den Körper nicht mehr mit genügend Insulin versorgen. Grund dafür ist, dass das vorhandene Insulin von den Körperzellen wegen einer Insulinresistenz (= Unempfindlichkeit) nicht richtig aufgenommen werden kann. Somit kann Glucose (die normalerweise Dank dem Insulin in die Zelle gelangt) nicht mehr als Energielieferant dienen. Die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse steigt stark an und belastet sie so sehr, dass sie nach einiger Zeit die Produktion reduziert (z.T. Absterben der insulinproduzierenden Zellen).

Lachende Frau

Dieser Prozess verläuft schleichend und wird oft erst durch das Auftreten erster Folgeerkrankungen erkannt. In der Regel wird Typ-2-Diabetes rund zehn Jahre zu spät diagnostiziert. Zudem wird der Diabetes häufig durch Betroffene nicht ernst genommen, denn ein (dauerhaft) erhöhter Blutzucker verursacht keine Schmerzen oder stark einschränkende Symptome. Erst später auftretende Folgeerkrankungen (Diabetischer Fuß, Retinopathie und andere) wecken das Bewusstsein, dass das Ignorieren der Krankheit schwere Folgen haben kann.

Symptome

Der Typ-2-Diabetes entwickelt sich langsam und unauffällig, deswegen werden die Symptome häufig nicht wahrgenommen oder falsch gedeutet. Meist bestehen bei der Diagnose bereits Folgeschäden oder führen sogar erst zur Diagnose, was die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigt.

Typische Symptome sind:

  • häufige Toilettengänge
  • übermäßiger Durst
  • Juckreiz
  • schlecht heilende Wunden
  • Müdigkeit, Mattheit und Leistungsminderung
  • Desinteresse und Konzentrationsstörungen
  • verschwommenes Sehen
  • Anfälligkeit für Infektionen (v.a. an Haut und Schleimhäuten)
Hand mit Tablette

Behandlung

Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes ist meist nicht sofort eine Therapie mit Insulin notwendig. Oft reicht es aus, den Diabetes mit einer gesünderen Lebensweise, einer sogenannten Basistherapie, zu behandeln. Dazu zählen vor allem eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und Gewichtsreduktion.

Sollte die Basistherapie nicht ausreichen, wird die Erkrankung zunächst mit Antidiabetika (Tabletten), z.B. Metformin, behandelt. Dieses Medikament erhöht unter anderem die Empfindlichkeit des Gewebes für Insulin und hemmt die Gluconeogenese (Neusynthese von Glucose) der Leber. Reicht das Medikament auch in einer höheren Dosis nicht mehr aus, muss Insulin gespritzt oder ein anderes blutzuckersenkendes Mittel verabreicht werden. Neuere Medikamente greifen die Insulinresistenz direkt an. Dies sind die sogenannten Insulinsensitizer. Sie verbessern die Fähigkeit der Zellen das Insulin wieder richtig aufzunehmen und somit den Blutzuckerspiegel wirksam zu senken.

Oft werden Zimt, Aloe Vera oder Vergleichbares als homöopathische Heilmittel angeboten. Jedoch ist bestenfalls nur eine geringfügige Verbesserung zu erwarten.

Lanzette am Finger

Ursachen

Als Ursache für einen Typ-2-Diabetes sind vor allem die Lebensweise und die Ernährungs­gewohnheiten in unserer Wohlstands­gesellschaft zu nennen. Daher wird der Typ-2-Diabetes oft auch als "Wohlstandskrankheit" bezeichnet.

Weitere bekannte Gründe sind:

  • erbliche Veranlagung
  • falsche Ernährung; Übergewicht
  • Medikamente (z. B. Kortison)
  • zu wenig körperliche Aktivitäten; Bewegungsmangel
  • Stressfaktoren (Operationen, Infekte, Schichtbetrieb, etc.)
  • Bluthochdruck
  • Störung des Fettstoffwechsels

Heilung

Auch Typ-2-Diabetes ist nach heutigem Stand von Technik und Wissenschaft unheilbar. Oft kann man aber durch eine Gewichtsreduktion die medikamentöse Behandlung umgehen, da der Körper noch genügend Insulin produzieren und damit eine gute Blutzucker­einstellung leisten kann.

Dafür muss der Diabetes jedoch rechtzeitig erkannt und ernst genommen werden. Sollten sich Folgeerkrankungen einstellen, ist in der Regel eine dauerhafte medikamentöse Behandlung notwendig, um eine stärkere Ausprägung und Verschlimmerung der Folge­erkrankungen zu verhindern.

Weitere Informationen lesen Sie im Beitrag "Mein Zucker ist zu  - was nun?".