Die in Obst und Honig enthaltene Fruktose wurde lange Zeit als Ersatz für Glukose in Lebensmitteln eingesetzt, um diese als "Diät- oder Diabetiker-Lebensmittel" zu verkaufen. Nach wissenschaftlichen Studien über die ungesunden Auswirkung von zu viel Fruchtzucker auf den Körper, wurden diese Lebensmittel vom Markt genommen.

Fruktose als sinnvoller Ersatz für herkömmlichen Zucker?

Sogenannte "Diabetiker-Lebensmittel" wie spezielle Schokolade, Kuchen, Limonaden und vieles mehr, waren für Menschen mit Diabetes eine Zeit lang im Supermarktregal zu finden. 2012 wurde durch den Bundesrat die Vermarktung dieser Lebensmittel als "gesünder" oder "diabetikerfreundlich" verboten. Und das aus gutem Grund. 

Fruktose führt zwar im Vergleich zu Glukose zu einer geringeren Insulinausschüttung, jedoch hat eine erhöhte Fruktoseaufnahme eine ungünstige Wirkung auf den Stoffwechsel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kam daher bereits in einer Stellungnahme von 2009 zu dem Ergebnis, dass eine weitere Verwendung von Fruktose als Zuckeraustauschstoff in industriell gefertigten Lebensmitteln als Bestandteil von "Diabetiker-Lebensmitteln" nicht sinnvoll sei.

Bunte Obstsäfte im Glas mit Strohhalm.

Folgen des übermäßigen Fruktoseverzehrs

Jahrelang wurde Fruktose als ungefährlich eingestuft da sie, im Gegensatz zu anderen Zuckerarten wie Glukose, kein Insulin benötigt, um verstoffwechselt zu werden. Die Fruktose wird durch die Leber abgebaut und ist in geringen Verzehrmengen ungefährlich für die Gesundheit. Viele industriell gefertigte Lebensmittel (z.B. Limonaden) besitzen jedoch sehr hohe Anteile an Fruktose, welche nachweislich Regionen im Gehirn stimulieren, die den Appetit anregen, wodurch die Lust auf weitere fruktosehaltige Lebensmittel gesteigert wird. 

Zudem fördert ein übermäßiger Konsum von Fruktose Adipositas und begünstigt das in engem Zusammenhang mit Diabetes Typ 2 stehende metabolische Syndrom. Weiterhin kann es zu erhöhten LDL-Cholesterin- und Blutfettwerten kommen, welches Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen sind. 

Ebenso wurden in Humanstudien eine erhöhte Insulin- und eine krankhaft erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut festgestellt. Durch diese Wirkungen einer hohen Konzentration Fruktose im Körper, wird die Entstehung beziehungweise die Verschlimmerung eines Diabetes mellitus gefördert.

Auf Obst muss und sollte trotzdem niemand verzichten. Bestandteile des Obstes sind, neben der in geringen Mengen enthaltenen Fruktose, auch für den Körper wertvolle Nährstoffe und Vitamine. Es ist sehr schwer, den für die Gesundheit belastenden Grenzwert an Fruktose, allein durch den Konsum von Obst zu erreichen.

Glas Apfelsaft, daneben liegt ein Apfel

Fruchtsäfte oder frisches Obst?

Vielen Menschen fällt es leichter einen Fruchtsaft zu trinken, als täglich eine Hand voll Obst zu essen. Leider sind in klaren Apfelsäften nur noch rund 10 Prozent aller gesunden Inhaltsstoffe der Frucht enthalten. Beim Pressen und Klären der Frucht bleiben sie bei der Verarbeitung in den ausgepressten Rückständen zurück. Die Fruktose jedoch bleibt im Saft erhalten und ist durch die große Menge an Früchten, die für einen Saft benötigt werden, in hoher Konzentration vorzufinden. 

Deshalb sollte ebenso sparsam mit Fruchtsäften umgegangen werden, wie mit Cola und Co. Ebenso kann auf die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Tageshöchstdosis von 25 g Fruchtzucker pro Tag geachtet werden. In einem Apfel sind in 100 g der Frucht durchschnittlich 6,9 g Fructose enthalten, in 100 g einer Aprikose wiederum nur 3,5 g.

Bei getrockneten Früchten jedoch ist der Fruktose-Wert auf 100 g Frucht deutlich höher als bei dem frischen Obst. Bei einer getrockneten Aprikose sind ca. 16,4 g des Fruchtzuckers enthalten. Es lohnt sich für Menschen mit und auch ohne Diabetes einen genaueren Überblick über die Fruktose-Gehalte in den verschiedenen Lebensmitteln zu verschaffen.

Quelle: 
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Fruchtsaft-Wie-Fruchtzucker-krank-macht,fruchtsaft162.html
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-25-2013/gefaehrliche-fructose
https://www.bfr.bund.de/cm/343erhoehte_aufnahme_von_fruktose_ist_fuer_diabetiker_nicht_empfehlenswert.pdf