Hohe Blutzuckerwerte können Blutgefäße und Nerven der Füße schädigen mit einem Diabetischen Fußsyndrom (DFS) als Folge. Der Comic-Erklärfilm der DDH-M zeigt die Ursachen, die Symptome und gravierenden Folgen des DFS und wie die Fußgesundheit bei Diabetes erhalten werden kann.

Bewegung hält uns gesund. Beim Stehen oder Gehen – die stabile Basis sind dabei immer die Füße. Hüten wir sie wie einen kostbaren Schatz! Denn jahrelang erhöhte Blutzuckerwerte führen häufig zum diabetischen Fuß. Durch kleinste Verletzungen entstehen dann schlecht heilende Wunden an den Füßen. Besonders gefährdet sind Menschen mit langjährigem Diabetes, die kaum Schmerzen empfinden und eine gestörte Durchblutung haben.

Fuß mit Polyneuropathie, Ameisenkrabbeln als Missempfindung

Wenn der Blutzucker über viele Jahre zu hoch ist, schädigt das die Nervenfasern – zum Beispiel diejenigen, die Sinnempfindungen aus dem Körper an das Hirn weiterleiten.

Berührungen, Hitze oder Schmerzen werden dann kaum oder gar nicht mehr gespürt. Die Füße fühlen sich taub an - als ob man auf Watte ginge. Aber auch Missempfindungen wie Ameisenlaufen oder Brennen können auftreten, vor allem nachts.

Menschen mit gestörtem Schmerzempfinden spüren nicht mehr, wenn etwas im Schuh drückt oder sie in etwas hineintreten. Weil oft auch die Nerven für die Schweißregulation geschädigt sind, wird die Haut rissig und leicht verwundbar. Bereits durch kleinste Verletzungen oder Druckstellen entstehen schnell tiefe Wunden – besonders an Zehen, Ballen oder Fersen.

Fehlt der Schmerz als Warnsignal, merkt man davon aber gar nichts! Anstatt den Fuß zu schonen, belastest man ihn dann immer weiter, sodass sich die Wunden zu Geschwüren ausdehnen und infizieren können. Besonders schlecht heilen solche Geschwüre, wenn die Füße zudem schlecht durchblutet sind. Das ist bei dauerhaft hohem Blutzucker oft der Fall, weil die Gefäße darunter verengen. In den Füßen kommt dann nicht mehr ausreichend Blut an, um die Wunden mit Sauerstoff und Energie zu versorgen. 

Leider werden Druckstellen und kleine Wunden häufig zu spät entdeckt oder nicht so ernst genommen. Beim diabetischen Fuß neigen sie aber dazu, sich zum Geschwür zu entwickeln und auf Sehnen und Knochen auszudehnen. Im Extremfall kann zum Beispiel eine Zehe absterben und die Amputation drohen; oder das Fußgewölbe bricht ein und der Fuß verformt sich dauerhaft.

Beide Füße sollten deshalb mindestens einmal im Jahr ärztlich untersucht werden – bei Risikofaktoren sogar häufiger! Auch dann immer einen Arzt konsultieren, wenn eine Wunde nicht schnell besser wird. 

Der Verzicht auf Alkohol und Rauchen ist extrem wichtig. Und natürlich: Der Blutzucker muss stets im Griff sein!

Fußkontrolle mit Lupe, bei Diabetes ein Muss

Die Füße vor Verletzungen schützen! 

Die Schutzfunktion der Schmerznerven übernehmen jetzt die Augen: Die Untersuchung der Füße muss täglich auf Verletzungen, Entzündungen und Druckstellen erfolgen.

Jeden Tag sollten die Füße mit lauwarmem Wasser gewaschen, gut abgetrocknet und mit einer harnstoffhaltigen Creme geschützt werden. Statt der Nagelschere besser eine Feile verwenden oder einen medizinischen Fußpflegedienst nutzen.

Schwielen sind Zeichen einer erhöhten Druckbelastung!

Wunden entstehen am häufigsten durch ungeeignete Schuhe. Daher nichtt barfuß oder in Strümpfen, sondern in Bequemschuhen mit guter Druckentlastung laufen.

Im folgenden Comic-Erklärfilm möchte Ihnen Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) e. V. erläutern, wie Diabetes die Folgeerkrankung Diabetisches Fußsyndrom auslösen kann und was Sie für die Gesundheit Ihrer Füße selbst tun können.

Der Film ist auf dem YouTube-Kanal der DDH-M verfügbar.

Dieser Film ist Teil der Aufklärungskampagne des Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) e. V. zum Diabetes mellitus.

Für weitere Informationen:

Logo Technicker Krankenkasse

Die DDH-M hat diesen Comic-Erklärfilm „Wenn Diabetes auf die Füße geht" mit freundlicher Unterstützung der TK Krankenkasse erstellt und veröffentlicht - herzlichen Dank dafür. Für die Inhalte des Films ist ausschließlich die DDH-M verantwortlich. (2021/2022)

Ebenso bedankt sich DDH-M beim Redaktionsteam mit Andrea Witt als Diabetesberaterin DDG und Beirätin des DDH-M Vorstands, sowie bei Elena Lalama, Diabetesberaterin DDG und Ernährungs­wissenschaftlerin an der Charité Berlin. medimotion mit Dr. med. Susan Saber-Hamischagi hat die Erklärfilme inhaltlich betreut und mit ihrem Team alle Comics erstellt. Allen Mitwirkenden gebührt ein herzliches Dankeschön.

Beitrag vom 13.3.2022; letzte Aktualisierung am 13.3.2022