Diabetische Netzhauterkrankungen können als schwerwiegende Folge eines Diabetes mellitus auftreten. Unbehandelt kann dies zu Sehverlust und Erblindung führen. Da erste Schädigungen der Netzhaut vom Betroffenen selbst nicht erkannt werden können, sind regelmäßige Augenuntersuchungen von großer Wichtigkeit. 

Wie kann man diabetesbedingtem Sehverlust vorbeugen?

Ein schwankender Blutzuckerspiegel und hoher Blutdruck belasten die Netzhaut. Erste Schädigungen können vom Diabetiker nicht bemerkt werden. Hier zeigt sich die Wichtigkeit der regelmäßigen Augenuntersuchung. Werden Veränderungen am Auge rechtzeitig entdeckt, kann effektiv behandelt werden. ­

Treten aber Symptome wie Rußregen oder dunkle Wolken im Gesichtsfeld, Lichtblitze bei geschlossenen Augen oder Probleme beim Lesen auf, so sind dies unbedingte Warnzeichen. Dann muss unverzüglich ein Augenarzt aufgesucht werden, da eine Sehbeeinträchtigung, im schlimmsten Fall eine Erblindung drohen kann.

Hilfe bei diabetischer Retinopathie 

Wird bei den regelmäßigen Augenuntersuchungen eine beginnende diabetische Retinopathie entdeckt, kann die Veränderung an den Gefäßen im Auge durch eine ambulante Laserbehandlung noch aufgehalten werden, bevor es zu Beeinträchtigungen der Sehkraft kommt. Die Methode ist weitgehend schmerzlos. 

Wird die diabetische Retinopathie jedoch erst durch das Auftreten von Symptomen bemerkt, sind oft aufwendige chirurgische Eingriffe notwendig. Diese können den Sehverlust lediglich stoppen, aber keine Sehkraftverbesserung leisten.

Vorsorgeuntersuchungen

Bei Diagnose von Diabetes Typ 2 sollte bald möglichst ein Augenarzttermin zur Vorsorge vereinbart werden. Im Rahmen des DMP sind augenärztliche Vorsorgetermine vorgeschrieben.

Typ-1-Diabetiker sollten spätestens 5 Jahre nach Ausbruch der Krankheit zur augenärztlichen Kontrolle. Ist alles in Ordnung, reicht eine jährliche Untersuchung beim Augenarzt.

Sind in der Vergangenheit bereits diabetesbedingte Augenveränderungen aufgetreten, so muss halb- oder vierteljährlich eine Untersuchung erfolgen.

Hilfe bei diabetischem Makulaödem

Entwickelt sich im Verlauf der diabetischen Retinopathie ein diabetisches Makulaödem, werden sogenannte VEGF­-Hemmer ins Auge injiziert. Die Injektion erfolgt bei lokaler Betäubung und wird im ersten Jahr ein- bis zweimonatlich durchgeführt, danach in der Regel seltener. Implantate mit Kortikosteroiden, die ins Auge gegeben werden, sind eine Therapieoption. Sie wirken Monate bis Jahre, eine Linsentrübung und Grüner Star sind aber mögliche Nebenwirkungen.

Was ist, wenn Diabetes zu einem Sehverlust geführt hat? 

Auch wenn es zu einem Sehverlust kommt, können Menschen mit Diabetes weiterhin ein selbstständiges und erfülltes Leben, einschließlich Berufstätigkeit und eigenständiger Diabetestherapie führen. Hierzu müssen die passenden barrierefreien Medizinprodukte ausgewählt werden. Folgende Punkte sind dabei zu beachten: 

  • große, kontrastreiche Anzeige
  • unterscheidbare akustische / taktile Ausgabe von Blutzuckerwerten
  • taktil erkennbare Bedienelemente
  • einfache, strukturierte Menüführung
  • Insulinpen: sichere Endabschaltung bei leerer Insulinpatrone

Sprachausgabe auf dem Smartphone

Moderne Blutzuckermessgeräte, Insulinpens, Insulinpumpen, FGMs und CGMs (Geräte zur Messung der Glukosekonzen tration im Gewebe) können mit einem Smartphone gekoppelt werden. In allen Smartphones ist eine Sprachausgabe vorhanden, wodurch die Nutzung der Touchscreen-Technik selbst erblindeten Menschen möglich ist, wenn die Apps nach den Standards der Betriebssysteme programmiert und damit barrierefrei sind.

Hilfsmittel 

Spezielle vergrößernde Sehhilfen können viele Arbeiten und das Lesen wieder ermöglichen. 

Rehabilitaion 

Eine Schulung in Lebensprakischen Fähigkeiten (LPF) hilt, die täglich notwendigen Handgrife wieder selbstständig durchführen zu können. Ein Training in Orienierung und Mobilität (O&M) ermöglicht es, sich in unbekannter Umgebung und im Straßenverkehr wieder weitestgehend selbstständig zu bewegen. ­

Beruliche Rehabilitaion 

Durch Schulungen (z. B. an Berufsförderungswerken) kann man weiter am Berufsleben teilnehmen.

Diese Information wurde durch den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen und Download