Diabetes Typ 1 – Alkohol in Maßen ist kein Tabu – ein Fêten-Lotse

Diabetes Typ 1 wird oft im Kindes- und frühen Jugendalter diagnostiziert. Aus Kinder werden junge Erwachsene, die zunehmend ihr Leben in die Hand nehmen und gemeinsam mit Freunden auf Partys feiern und auch Grenzen austesten wollen. Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) weiß, dass ein sorgloser Umgang mit Alkohol für junge Typ 1er lebensgefährlich sein kann und hat dazu eine Infobroschüre erstellt. Besonders ist, dass in dieser Information nicht Ärzte und Berater zu Wort kommen. Junge Typ 1er geben ihre ganz persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Alkohol an andere junge Typ 1er weiter. So muss die nächste Party nicht in einer Notaufnahme enden.
 
Beginnt die Pubertät, entziehen sich die jungen Erwachsenen nach und nach der elterlichen Fürsorge. Aus Kindergeburtstagen werden Partys und erste Erfahrungen mit Alkohol werden gemacht. Übermäßiger Alkoholkonsum kann für Menschen mit Diabetes Typ 1 jeden Alters schnell lebensgefährlich werden. Grund ist, dass Alkohol die Freisetzung der Glukose aus der Leber behindert und somit der Blutzuckerhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Kommen Wahrnehmungsstörungen durch den Alkohol verursacht dazu, ist weder eine saubere Blutzuckermessung noch eine der Situation angepasste Blutzuckerkorrektur möglich. Der Typ-1-Partygast benötigt dringend fremde Hilfe, denn die Gefahr stark zu unterzuckern ist groß. Edwin Schubert, DDH-M Jugend und 19 Jahre alt, hat alles richtig gemacht: „Erste Erfahrungen mit Alkohol hatte ich mit 14. Ich bin froh, alles mit meinen Jungs erlebt und Grenzen gemeinsam ausgetestet zu haben. Meine Freunde haben immer Acht auf mich gegeben, so wie ich auf sie.“ Wichtig ist für junge Typ 1er, erste Erfahrungen mit Alkohol im bekannten Umfeld und im Freundeskreis zu machen, wo das Wissen über Diabetes Typ 1 präsent ist und im Notfall richtig reagiert wird. Trotzdem sollte den jungen Partygängern mit Typ-1-Diabetes klar sein: Sie spielen mit der eigenen Gesundheit!
 
Für erste Partyerfahrungen mit Alkohol für unerfahrene junge Typ 1er hat die DDH-M Jugend den Flyer Diabetes und Alkohol erstellt. Darin werden die alkoholischen Getränke in BEs und KH/KE aufgelistet, es gibt eine Anleitung zur nächtlichen Blutzuckerkontrolle und was zu tun ist, wenn es doch zur Ketoazidose kommt.
 
Die kleine Broschüre ist auch für Eltern diabetischer Jugendlicher interessant, denn die Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder wird nicht geringer, je älter sie werden. Mit Ausbruch der Erkrankung wird jeder Aktivität ihrer Kinder, jeder Mahlzeit und jedem Getränk ein besonderes Augenmerk gewidmet, denn diesen Kindern fehlt das lebenswichtige Hormon Insulin zur Regulierung des Blutzuckerhaushalts. Zum ständigen Alltag in diesen Familien gehört das Blutzuckermessen (auch nachts), BEs berechnen, Insulineinheiten festlegen und Insulin spritzen. Da ist sehr viel Geduld mit dem Nachwuchs notwendig, denn ohne Pieksen geht es nicht. Neben der Erziehung der Kinder, den schulischen Angelegenheiten und nächtlichen Am-Bett-Sitzen bei Unterzuckerungen, begleitet die Eltern immer der Wunsch ihre Kinder ganz normal aufwachsen zu sehen, wie gesunde Kinder auch. Besondere Sorge bereitet den Eltern die Zeit der Pubertät, wenn Themen die Jugendlichen bewegen, welche sie den Eltern, Ärzten und Beratern nicht anvertrauen möchten. Auf Bitten unser Diabetes-Eltern greift die DDH-M Jugend diese jugendlichen Themen auf und wird eine Informationsreihe von jungen Typ 1ern für junge Typ 1er herausbringen.
 
 
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Kontakt
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Die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) ist die Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung im Bereich Diabetes. Die DDH-M engagiert sich politisch für die Rechte und Nöte von Betroffenen und wirkt dabei eng mit ihren Partnerorganisationen diabetesDE, DDG und VDBD zusammen, um jeweils die größtmögliche Kompetenz aufbieten zu können. Für die Betroffenen ist die DDH-M mit fünf Landesverbänden in Bremen, Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), Nord (Schleswig-Holstein), Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vertreten und durch Regionalbeauftragte gut aufgestellt. So ist eine regionale wie bundesweite Selbsthilfearbeit gewährleistet. Indikationsübergreifend ist die DDH-M Mitglied in der BAG SELBSTHILFE und im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband.
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