DDH-M Pressemitteilungen

Fünf Jahre Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) Selbsthilfe bringt Menschen mit Diabetes mehr Lebensqualität

7. Juni 2017 - 16:37

Berlin, den 7. Juni 2017 – Exakt vor fünf Jahren, am 8. Juni 2012, wurde die Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes(DDH-M) gegründet, ein Jubiläum, auf das die vielen engagierten Ehrenamtler zurecht stolz sind. Seit der Gründung konnte vielen, vielen Menschen mit Diabetes in ihrem täglichen Umgang mit der Krankheit geholfen werden. Das Selbstverständnis der DDH-M: „Niemand soll durch seine Krankheit in seiner persönlichen Entfaltung eingeschränkt oder aufgrund der Erkrankung diskriminiert werden.“, hat daran maßgeblichen Anteil. Eine der wichtigsten Säulen hierfür ist die ehrenamtliche Arbeit der einzelnen Mitglieder, die ihre verschiedenen Fähigkeiten, Erfahrungen, Motivationen und Sichtweisen einbringen.

„6,7 Mio. Menschen in Deutschland sind von Diabetes betroffen und trotzdem ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, wie anstrengend die Krankheit für die Betroffenen ist“, sagt Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender der DDH-M, selbst an Typ 1 erkrankt. „Diabetes ist eine chronische Krankheit, die 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche, und 24 Stunden am Tag die Aufmerksamkeit der Betroffenen fordert. Sowohl Typ 1er als auch Typ 2er sind in über 99 Prozent der Zeit mit ihrer Therapie, dem ständigen Blutzuckermessen und BE-Berechnen alleine. Daher ist die Selbsthilfe bei Diabetes, wo die Menschen ihre Erfahrungen untereinander austauschen und sich gegenseitig helfen, besonders wichtig. Selbsthilfe erhöht immens die Lebensqualität.“

Entstanden ist die DDH-M aus einer Initiative der drei ehemaligen Landesverbände des Deutschen Diabetiker Bundes: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Ergänzt durch die ehemalige Patientensäule der Dachorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe wuchs die DDH-M zu einer führenden Patientenorganisation, die heute neben mittlerweile fünf Landesverbänden – LV Nord und Mitteldeutschland sind hinzugekommen – auch eigenständige große Selbsthilfegruppen und mehrere tausend Einzelmitglieder vorweisen kann. Hauptaufgabe ist die bundesweite als auch regionale Selbsthilfearbeit und die damit verbundene Aufmerksamkeit für die Krankheit Diabetes mellitus und die Probleme der Betroffenen. Dabei ist es der DDH-M ein besonderes Anliegen, mit Ärzten und Behandlern eng und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, um so die Interessen von Menschen mit Diabetes und ihren Angehörigen wirkungsvoll in der Politik zu vertreten.

„Die DDH-M beteiligt sich daher auch aktiv an der politischen Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt handeln!“, die von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ins Leben gerufen wurde, um einen Nationalen Diabetesplan zu erreichen (http://www.diabetes-stoppen.de)“, erklärt Juliane Grützmann, stellvertretende Vorsitzende der DDH-M. Die Kampagne umfasst drei übergeordnete Forderungen: Die bestmögliche Versorgung der Menschen mit Diabetes soll gesichert, Maßnahmen zur Förderung des gesunden Lebensstils gefördert und die Selbsthilfe gestärkt werden.

„Die Stärkung der Selbsthilfe durch höhere Pauschalförderungen ist unabdingbar. Selbsthilfe kann nicht mehr nur aus dem Ehrenamt heraus gestemmt werden. Wir brauchen langfristig gesicherte finanzielle Zuschüsse zum Aufbau professioneller flächendeckender Selbsthilfestrukturen“, ergänzt Grützmann.

Die Arbeit der Selbsthilfeorganisation umfasst schon heute viele Dienstleistungen, die den Menschen mit Diabetes zugutekommen: Die DDH-M bietet für ihre Mitglieder eine Telefonsprechstunde, bei der mit einer Diabetesberaterin Fragen und Sorgen rund um die Therapie des Diabetes besprochen werden können sowie eine Eltern-Telefon-Seelsorge für Eltern mit Kindern, die an Diabetes erkrankt sind, an. Beide Telefonsprechstunden finden einmal im Monat statt. Zudem hat die DDH-M in der Selbsthilfe verschiedene Projekte ins Leben gerufen wie Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes, ein Beachvolleyball-Wochenende für Eltern und ihre an Diabetes erkrankten Kinder oder eine Klassenfahrtbetreuung für diabetische Kinder, damit diese beruhigt und gut versorgt an Schul- oder Klassenfahrten teilnehmen können, ohne dass es zu Komplikationen kommt.

Auf Landesebene finden Selbsthilfegruppentreffen statt, Beratungstage für Insulinpumpenträger oder Informationsveranstaltungen zu neuesten Therapien und Medizinprodukten.

Weitere Informationen zur DDH-M finden sich im Netz unter www.menschen-mit-diabetes.de
Eine Vollmitgliedschaft kostet 40 Euro, eine Basismitgliedschaft 5 Euro pro Jahr.

Hier können Betroffene und Angehörige Mitglied werden: https://menschen-mit-diabetes.de/mitglieder/mitglied-werden
 
 

DDH-M fordert: Bessere Fortbildungen zu Diabetes in Krankenhäusern

31. März 2017 - 10:29

Mangelnde Diabeteskenntnisse beim Klinikpersonal sind im Notfall eine große Gefahr 

Berlin – Ob Verkehrsunglück mit Schädelprellung, schwerer Sturz mit Knochenbrüchen, stark blutende Schnittwunde oder anderer Notfall: Für Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 stellt eine ungeplante Klinikeinweisung eine noch größere Ausnahmesituation als für Stoffwechselgesunde dar. Denn häufig berücksichtigen Ärzte und Pflegepersonal aufgrund mangelnder Kenntnisse die rund um die Uhr notwendige Diabetes-Therapie zu wenig oder gar nicht und unterschätzen mögliche Folgen wie eine schwere Stoffwechselentgleisung oder schlechtere Wundheilung. Dabei werden in Deutschland jährlich rund 2,1 Millionen Menschen mit der Nebendiagnose Diabetes stationär behandelt. 

Die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) fordert, dass Ärzte und Pflegepersonal in Kliniken besser dazu fortgebildet werden. Zur Vorbereitung von geplanten Klinikaufenthalten bietet die DDH-M gemeinsam mit diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe die Broschüre „Mit Diabetes im Krankenhaus“ an: Interessierte können die Broschüre kostenlos im Internet herunterladen oder als Druckausgabe bestellen. Bei einer Notfallbehandlung ist schnelles Handeln gefragt. So müssen zum Beispiel Knochenbrüche häufig zeitnah operiert werden. Bei Menschen mit Diabetes mellitus kann jedoch gerade im Vorfeld von Operationen die Stoffwechselerkrankung aus dem Blick geraten. Ursula Breitbach, Vorsitzende des Landesverbandes NRW der DDH-M, hat als Patientin diese Erfahrung gemacht: „Als ich im OP-Aufklärungsgespräch den Anästhesisten auf meinen Diabetes Typ 1 und die Insulintherapie aufmerksam machte, forderte er, dass ich das Insulin ‚absetze‘ – ich dürfe auf gar keinen Fall vor der OP ein basales Insulin spritzen.“ Auf Hilfe beim Blutzuckermessen vor den Mahlzeiten durch das Pflegepersonal musste Ursula Breitbach rund anderthalb Stunden warten. „Eine diabetologische Abteilung gab es in der Klinik nicht. Ärzte und Pflegepersonal maßen der Unterscheidung in Typ-1- und Typ-2-Diabetes keine Bedeutung zu oder hatten wenig Kenntnis darüber. Mögliche Folgen einer Therapievernachlässigung wurden jedenfalls ignoriert“, resümiert die DDH-M-Landesvorsitzende. „Das kann für Betroffene mit Diabetes Typ 1 und auch für mit Insulin therapierende Diabetes-Typ-2-Patienten fatal sein.“ Wird eine Insulintherapie unterbrochen, steigt der Blutzucker extrem an, der Stoffwechsel kann entgleisen und den Heilungsverlauf verschlechtern. 

Diabetes Typ 1 und Typ 2 nehmen zu - Ärzte und Pflegepersonal müssen besser geschult werden
„Sowohl Diabetes Typ 1 als auch Diabetes Typ 2 nimmt hierzulande zu“, sagt Juliane Grützmann, stellvertretende Vorsitzende des DDH-M-Bundesvorstands. „Über sieben Millionen Menschen sind betroffen. Daher müssen Ärzte und Pflegepersonal besser zu Diabetes geschult werden, damit die Stoffwechselführung bei einem Klinikaufenthalt nicht gefährdet wird!“ Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zertifiziert seit 2013 Kliniken mit dem Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG), deren Personal und Einrichtung für die „Nebendiagnose Diabetes“ qualifiziert sind. „Wir empfehlen jeder Klinik und jedem Krankenhaus in Deutschland, dieses Qualitätssiegel zu erlangen, um ein strukturelles fächerübergreifendes Defizit in der stationären Behandlung von Patienten mit Diabetes als Nebendiagnose zu beheben“, sagt Barbara Bitzer, Referentin Gesundheitspolitik der DDG. In einer gemeinsam entwickelten Broschüre geben diabetesDE und DDH-M Informationen und Tipps, mit denen Menschen mit Diabetes einen geplanten Krankenhausaufenthalt vorbereiten und mögliche Risiken mindern können. Interessierte können die Broschüre kostenlos im Internet als PDF-Datei herunterladen oder bei diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe als Druckausgabe bestellen: Mitglieder erhalten die Broschüre kostenlos, bei Nicht-Mitgliedern wird eine Schutzgebühr von 2,00 Euro zzgl. Porto erhoben.

Mehr zum Thema: www.diabetesde.org/krankenhaus

Mehr Informationen über die DDH-M Geschäftsstelle, Kathrin Sucker und Isabelle Dreher, Telefon: 030 201 677 37

Woche des Sehens 2016: Initiative „Diabetes und Auge“ informiert über diabetische Netzhauterkrankungen

24. Oktober 2016 - 15:08

Berlin, den 12. Oktober 2016 – Mehr als 1,3 Mio. Menschen mit Diabetes leben bundesweit mit einer Erkrankung der Netzhaut, ungefähr 2.000 von ihnen erblinden jedes Jahr. Damit sind diabetische Netzhauterkrankungen die häufigste Erblindungsursache in Deutschland bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Deutsche Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) intensivieren deshalb als Aktionspartner der diesjährigen „Woche des Sehens“ (8.-15. Oktober 2016) ihre Aufklärungsarbeit zu diesem Thema und verteilen mehr als 50.000 Exemplare eines kostenlosen Faltblatts an Diabetespatientinnen und -patienten.

Diabetes kann die kleinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen, wodurch das Sehvermögen zerstört wird. Dies geschieht in der Regel schleichend und wird von der Diabetespatientin oder dem Diabetespatienten lange Zeit nicht bemerkt. Je später aber eine diabetische Netzhauterkrankung erkannt wird, desto aufwändiger ist die Behandlung und desto geringer sind deren Erfolgschancen.

DBSV und DDH-M haben deshalb im Jahr 2014 die Initiative „Diabetes und Auge“ gestartet. Ziel ist es, diabetische Netzhauterkrankungen zu vermeiden und Menschen mit Diabetes dazu zu ermutigen, regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Parallel soll die Lebenssituation von Betroffenen, bei denen ein Sehverlust eingetreten ist, verbessert werden. DBSV und DDH-M sind gemeinsam aktiv, um Patienten, Ärzte und Diabetesberaterinnen über die Möglichkeiten einer Rehabilitation nach Sehverlust durch Diabetes aufzuklären. Zudem werden die Hersteller von Medizinprodukten für die Notwendigkeit von barrierefrei bedienbaren Blutzuckermessgeräten etc. sensibilisiert.

Das Faltblatt „Diabetische Augenerkrankungen – Aktiv werden – Möglichkeiten nutzen“ kann als barrierefreies PDF heruntergeladen werden unter http://diabetes-und-auge.dbsv.org oder https://menschen-mit-diabetes.de/diabetes-auge-thema-der-woche-des-sehens-2016
 
Die Initiative Diabetes und Auge wird unterstützt von Bayer.
 
Pressekontakt
Deutsche Diabetes-Hilfe –
Menschen mit Diabetes e. V.
Albrechtstr. 9
10117 Berlin
Tel.: +49 30 201677-27
Fax: +49 30 201677-20
E-Mail: info@ddh-m.de
Internet: www.menschen-mit-diabetes.de
 
Pressestelle Deutsche Diabetes-Hilfe –
Menschen mit Diabetes e. V.
Julia Hommrich
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 8931-423
Fax: +49 (0)711 8931-167
E-Mail: hommrich@medizinkommunikation.org
 
Deutscher Blinden- und
Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)
Volker Lenk
Pressesprecher
Rungestraße 19
10179 Berlin
Tel.:             (030) 28 53 87-140
Fax:             (030) 28 53 87-200
E-Mail:         v.lenk@dbsv.org
Internet:       www.dbsv.org
 
 
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Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) ist die gemeinnützige Selbsthilfeorganisation und die Interessenvertretung für die Menschen mit Diabetes in Politik und Gesellschaft. DDH-M ist innerhalb der Gesamtorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe strukturell auf Augenhöhe vereint mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).

 
 
 

Neubewertung von Empagliflozin im G-BA

2. September 2016 - 19:07

„Erstmals Anhaltspunkte für beträchtlichen Zusatznutzen für ein Diabetesmedikament“

Berlin, den 02.09.2016 - Erfreulicherweise kam der G-BA auf der Grundlage seiner Gesamt-Bewertung der „Empa-REG-Outcome-Studie“ gestern im Rahmen einer Zweitbewertung des SGLT-2-Hemmers Empagliflozin zu einer „wesentlich veränderten Beschluss­fassung“ als noch zu Jahresbeginn. Für vier von 10 Patientensubgruppen wurden jetzt „Anhaltspunkte für  einen beträchtlichen Zusatznutzen“ gefunden. Besonders profitieren Diabetes-Typ-2-Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und unzureichender Blutzuckereinstellung, wenn Empagliflozin zusätzlich zu einem anderen blutzuckersenkenden Mittel verordnet wird und die Herz-Kreis­lauferkrankung ebenfalls medikamentös behandelt wird, denn die Sterblichkeit an Herz- und Kreislaufkomplikationen verringert sich. Rund 1,5 Mio. Menschen werden von diesem einstimmigen Beschluss des G-BA profitieren.

Wir begrüßen den  G-BA-Entschluss sehr. Erstmals konnte ein Diabetesmedikament in Form einer Tablette nachweisen, dass es bei Menschen mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf­erkrank­un­gen Herzschwäche und Nierenversagen vermeiden kann und die Patienten länger leben. Klinisch hat sich bereits gezeigt, dass durch zusätzliche Gaben von SGLT2-Hemmern Insulindosen gesenkt sowie die gefährlichen Unterzuckerungen und auch weitere schädliche Gewichts­zunahmen vermieden werden können.“, so der Diabetologe Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Als tragende Gründe zum einstimmig gefassten Beschluss führt der G-BA an: „Unter Empagliflozin in Kombination mit weiterer Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren zeigten sich  statistisch signifikante Vorteile im Hinblick auf die Gesamtsterblichkeit, das Auftreten von Herzinsuffizienz, schwerer Herzinsuffizienz, Nierenversagen und den Beginn einer dauerhaften Nierenersatztherapie (Dialyse).

Das IQWiG erkannte in seiner für den G-BA erstellten Bewertung im Frühjahr keinen Zusatznutzen für Empagliflozin. „Aufgrund seiner selbst auferlegten und wenig flexiblen Methodik hatte es keine umfassende Bewertung der EMPA-REG-Outcome Studie vorgenommen“, so Prof. Dr. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die IQWiG Nutzenbewertung ist auf harsche Kritik gestoßen „Der G-BA ist in nun in seinem Beschluss dem IQWiG nicht gefolgt und hat in seiner Beschlussfassung die Ergebnisse der EMPA-REG-Outcome Studie sehr differenziert und evidenzbasiert gewürdigt“, so Gallwitz.

Genau für das Patientenkollektiv, das in der Studie von der Behandlung besonders profitiert hatte, wurde nun der beträchtliche Zusatznutzen eingeräumt“, begrüßt Kröger diese Entscheidung. Dies ist das erste Mal im AMNOG-Verfahren, dass ein Antidiabetikum einen beträchtlichen Zusatznutzen erhalten hat. In diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass die European Society of Cardiology (ESC) in ihren Leitlinien ebenfalls Empagliflozin als Therapieoption besonders für die entsprechenden Patienten mit Diabetes und Herzschwäche hervorhebt.

Daten zur Lebensqualität wurden in die Nutzenbewertung des G-BA nicht eingeschlossen – leider wurden sie in der Empa-REG-Studie nicht erhoben. Das ist schade, denn so würde noch deutlicher, was wir bereits aus der praktischen Anwendung wissen: Für Patienten mit Diabetes Typ 2 steigt die persönliche Lebensqualität mit Empagliflozin enorm. Denn dieses Medikament bringt ihnen deutlich mehr Sicherheit: das Risiko für Unterzuckerungen, aber auch für Begleit- und Folgekrankheiten sinkt.“, erläutert Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes, der derzeit größten bundesweiten Patientenvereinigung. „Wir hoffen, dass in Zukunft Hinweise für Veränderungen der Lebensqualität von Betroffenen in großen Studien regelhaft berücksichtigt werden“, appelliert Twachtmann auch an die pharmazeutischen Unternehmen.

Zentrale Veranstaltung zum Weltdiabetestag am 20. November in Berlin

16. Juli 2016 - 15:21

Diabetes besser managen und besser leben

Berlin – Rund um den Weltdiabetestag am 14. November finden traditionell weltweit Informationsveranstaltungen über die chronische Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus statt. Wie jedes Jahr organisiert diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe gemeinsam mit der Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums die zentrale Veranstaltung in Deutschland unter dem Motto „Diabetes – besser managen, besser leben!“. Sie findet in diesem Jahr eine Woche nach dem eigentlichen Gedenktag statt, am Sonntag, dem 20. November 2016 von 10.00 bis 15.30 Uhr im KOSMOS Berlin. Der Eintritt beträgt 3 Euro, für Mitglieder der DDH-M ist der Eintritt frei. Das Programm steht online unter: http://www.diabetesde.org/weltdiabetestag/2016/

Zum Weltdiabetestag 2016 in Berlin ist ein Programm aus über 30 Vorträgen von namhaften Experten rund um den Diabetes und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, moderiert von TV-Moderatorin Madeleine Wehle, entstanden. Unter anderem stellt Olympiasieger Matthias Steiner sein „Steiner-Prinzip“ zur erfolgreichen Gewichtsabnahme vor. Die Schwerpunktthemen der diesjährigen zentralen Veranstaltung des Weltdiabetestags in Berlin sind Folgeerkrankungen und Therapie, Ernährung, Selbsthilfe, Beratung und Hilfe im Alltag sowie neue Technologien. Interessierte und Betroffene können sich in zahlreichen Vorträgen unter anderem darüber informieren, wie sie das lebenslang notwendige Selbstmanagement der Stoffwechselerkrankung besser meistern, ihre Ernährung und Fitness verbessern können. Informieren können sich die Besucher auch über Kinder- und Jugendfreizeiten, die speziell auf junge Menschen mit Diabetes Typ 1 abgestimmt sind. Neu sind die Workshops „Diabetes und Kinderwunsch“ sowie „Zu Hause in fremden Kulturen“.

Vertreter der Selbsthilfe diskutieren darüber, wie sie Betroffene und Angehörige dabei unterstützen, die Krankheit zu meistern. Auch berufliche Aspekte sind ein Themenschwerpunkt.

Höhepunkt des Rahmenprogramms ist wieder ein gemeinsamer Walk für den guten Zweck inklusive Blutzuckermessen vorher und nachher. Jeder Schritt zählt. Denn zahlreiche Unterstützer spenden pro Teilnehmer für das Projekt „Schulungsprogramm für Angehörige“. Kinder, die den Weltdiabetestag in Berlin besuchen, erwartet eine eigene Lounge, in der sie sich von Starvisagistin Betty Amrhein schminken lassen können.

Einen ganz besonderen Platz nimmt die Verleihung der Mehnert-Medaille ein: Jedes Jahr wird auf dem Weltdiabetestag ein Mensch mit 50 Jahren Diabetes und mehr für sein optimales Selbstmanagement ausgezeichnet. Bewerben kann man sich hierfür noch bis zum 31. August 2016 unter www.mehnert-medaille.de.

Ein großer Ausstellerbereich informiert die Besucher unter anderem über neueste Produkte zum Blutzuckermessen und Insulinspritzen. An einigen Ständen werden gratis Blutzucker-, Fett- und Body-Mass-Index (BMI)-Messungen angeboten.

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Deutsche Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes fordern die Anerkennung des Zusatznutzens von SGLT-2-Hemmern

22. Juni 2016 - 11:57

Empagliflozin fällt trotz positiver Studienergebnisse beim G-BA durch

Berlin – Der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) hat in der vergangenen Woche beschlossen, dass die Kosten für Systeme für ein Kontinuierliches Glukose-Monitoring zukünftig für bestimmte Diabetespatienten von den Krankenkassen übernommen werden. Noch in der gleichen Sitzung spricht der G-BA dem Diabeteswirkstoff Empagliflozin aus der Klasse der SGLT-2-Hemmer jeden Zusatznutzen ab. diabetesDE –Deutsche Diabetes-Hilfe und Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) attestieren dem Antidiabetikum jedoch einen Zusatznutzen. „SGLT-2-Hemmer sind heute hinsichtlich der medikamentösen Therapiemöglichkeiten beim Diabetes Typ 2 nicht mehr wegzudenken“, sagt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsmitglied bei diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Bei der medikamentösen Diabetestherapie mit SGLT-2-Hemmern wie Empagliflozin treten weniger Unterzuckerungen auf als bei der Therapie mit Antidiabetika wie z. B. den Sulfonylharnstoffen, vor allem senkt Empagliflozin das Risiko für einen plötzlichen Herztod dramatisch“. diabetesDE und DDH-M fordern den G-BA deshalb auf, den Zusatznutzen des Antidiabetikums anzuerkennen.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IGWiG), beauftragt durch den G-BA, kam Anfang des Monats zu dem Schluss, dass weder in der Monotherapie noch in Kombinationstherapie mit dem Antidiabetikum Metformin ein Zusatznutzen des Wirkstoffs Empagliflozin gegenüber vergleichbaren Diabetestherapien belegt ist. „Das ist ein Ergebnis, für das wir, aber auch Diabetespatienten kein Verständnis haben“, so Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender von DDH-M. „Der Wirkstoff Empagliflozin wird nicht nur in Deutschland, sondern international als hochwertige medikamentöse Therapieform eingeschätzt.“ Es wäre eine Schande, wenn er vom deutschen Markt genommen würde und so den Patienten nicht mehr zur Verfügung stände.

In der täglichen Praxis sind SGLT-2-Hemmer wie Empagliflozin heute nicht mehr wegzudenken“, betont der niedergelassene Diabetologe Jens Kröger. „Bei der medikamentösen Therapie von Diabetes Typ 2 ist es wichtig, dass die Patienten, die ohnehin in über 80 Prozent der Fälle übergewichtig oder adipös sind, nicht weiter zunehmen und keine Unterzuckerungen bekommen. Dass Diabetes-Typ-2-Patienten mithilfe von Empagliflozin eine verbesserte Diabeteseinstellung ohne Zunahme von Gewicht oder Unterzuckerungen erreichen, ist wissenschaftlich erwiesen.

Doch Empagliflozin besitzt noch weitere wichtige Vorteile. So konnte im Rahmen einer weltweit anerkannten großen Endpunktstudie gezeigt werden, dass das Diabetes-Medikament die Entwicklung und Verschlechterung der Herzinsuffizienz bei Menschen mit vorbestehender Erkrankung des Herzkreislaufsystems dramatisch senkt. Bei Patienten mit Diabetes Typ 2 ist das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle generell erhöht. Patienten, die bereits an einer Herzkreislauf-Erkrankung leiden, sind daher besonders gefährdet. „Die Daten sind eindrucksvoll: Sogar die Gesamt-Sterblichkeit sank“, so Kröger. „Viele andere Antidiabetika weisen eine solche Wirkung bisher nicht auf.“ Darüber hinaus hat der SGLT-2-Hemmer nicht nur positive Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem, sondern auch auf die Nierenfunktion, die bei Diabetespatienten häufig gestört ist. Jüngst veröffentlichte Daten belegen, dass sich eine bestehende Nierenschwäche unter einer Therapie mit Empagliflozin nicht weiter kontinuierlich verschlechterte, was sonst häufig der Fall ist.

Für Patienten mit Diabetes Typ 2 steigt die persönliche Lebensqualität bei einer medikamentösen Therapie mit Empagliflozin enorm“, so Jan Twachtmann. „Da das Medikament das Risiko für eine Unterzuckerung, aber auch Begleit- und Folgeerkrankungen senkt, bringt es dem Patienten deutlich mehr Sicherheit als gebräuchliche Antidiabetika.“ Das bestätigt auch Dr. Jens Kröger. „Gerade im Hinblick auf insulinpflichtige, übergewichtige Menschen mit Typ-2-Diabetes stellen wir in der täglichen Praxis immer wieder fest, dass durch die zusätzliche Gabe von SGLT-2-Hemmern Insulindosen reduziert und damit Unterzuckerungen und weitere Gewichtszunahmen vermieden werden können. Natürlich schätzen das unsere Patienten.

Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses zur kontinuierlichen Glukosemessung

17. Juni 2016 - 12:04

Deutsche Diabetes Gesellschaft und diabetesDE begrüßen Kostenübernahme von Kontinuierlichen Glukose-Mess-Systemen für Diabetespatienten als „Meilenstein

Berlin – Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe und Deutsche Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) begrüßen den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), wonach für bestimmte Diabetespatienten künftig die Kosten für Systeme für ein Kontinuierliches Glukose-Monitoring von den Krankenkassen übernommen werden. „Das ist ein wichtiger Meilenstein in der Therapie des Diabetes mellitus und ein Segen für die Patienten“, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. „Die Entscheidung erleichtert insulinpflichtigen Patienten die Teilhabe an Bildung und Arbeit und bringt ihnen ein großes Stück Lebensqualität, was vor allem für betroffene Kinder erfreulich ist“, ergänzt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Mit der am 16. Juni 2016 getroffenen Entscheidung ist der G-BA der Empfehlung seines Unterausschusses Methodenbewertung gefolgt, der eine Kostenübernahme befürwortet. Der Beschluss gilt für alle insulinpflichtigen Patienten mit Diabetes mellitus unter intensivierter Insulinbehandlung – „insbesondere, wenn sie geschult sind (…) und die Therapieziele nicht erreicht werden können“, führte der unparteiische Vorsitzende des G-BA aus, Professor Josef Hecken. Bei einer intensivierten Insulinbehandlung müssen Patienten mehrfach täglich ihren Blutzucker messen, um die erforderliche Insulindosis abschätzen zu können. Dazu müssen sich Menschen mit Diabetes mehrfach am Tag in die Fingerbeere stechen, um Blut für die Messung mit einem Teststäbchen zu bekommen.

Das Kontinuierliche Glukose-Monitoring mit Real-Time-Messgeräten (kurz: CGM) ermöglicht die Überwachung der Glukoseänderungen im Körper rund um die Uhr. Die Systeme bestehen aus einem Sensor, der ins Unterhautfettgewebe eingestochen wird und dort bis zu sieben Tage verbleibt. Alle fünf Minuten wird ein Messwert des Gewebezuckers drahtlos an einen Empfänger übermittelt, der diese Werte in Echtzeit aufnimmt und anzeigt. Ändert sich die Stoffwechsellage und sinken oder steigen die Glukosewerte unterhalb oder oberhalb von vorgegebenen Grenzwerten, wird automatisch Alarm ausgelöst und der Patient entsprechend informiert.

Zwar sind diese Systeme noch kein vollständiger Ersatz für die herkömmliche ‚blutige‘ Blutzucker-Selbstkontrolle, weil der Patient noch ein bis zwei Mal täglich Selbstmessungen mit einem Blutstropfen aus dem Finger zur Kalibrierung des CGM-Systems vornehmen muss“, erläutert Professor Dr. Lutz Heinemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie der DDG. „Doch die Überwachung des Glukoseverlaufs über die Zeit hinweg wird mit CGM enorm erleichtert.“ Dieser Einschätzung schließt sich Dr. Jens Kröger an, Vorstandsmitglied bei diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, hier zuständig für Versorgung und Prävention. „Auf diesen Durchbruch haben wir seit über acht Jahren gewartet und begrüßen ihn sehr!“, kommentiert Kröger den G-BA-Entscheid. „Wichtig ist, dass die Patienten im Hinblick auf die kontinuierliche Glukosemessung geschult werden, um sicher mit dieser Methodik umgehen zu können“, betont der niedergelassene Diabetologe.

Für die Betroffenen bringt das CGM nicht nur ein einfacheres Handling ihrer Erkrankung, sondern auch deutlich mehr Sicherheit – gefährliche Unterzuckerungen werden früh erkannt und vermieden. „Patienten kommen so sicherer durch den Tag und können belastende Situationen im Alltag und im Beruf besser und sicherer meistern, etwa Berufskraftfahrer, Personen mit Überwachungsaufgaben oder Menschen, die hochkonzentriert an einem beruflichen Meeting teilnehmen müssen“, erklärt Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M). „Es profitieren davon letztlich alle insulinpflichtigen Patienten, die ein intensives und erfüllendes Leben führen möchten, sei es durch Reisen, Schwangerschaft oder Prüfungen, die junge Menschen herausfordern. Die persönliche Lebensqualität steigt durch dieses Hilfsmittel enorm.

Bisher wurden die Kosten für ein CGM-System nur in Einzelfällen übernommen, etwa im Fall einer Schwangerschaft oder bei häufigen Unterzuckerungen. „Leider waren diese Kostenübernahmen vielfach von rechtlichen Auseinandersetzungen begleitet, die bis vor das Bundessozialgericht führten“, berichtet Heinemann. „Wir sind froh, dass mit dem G-BA-Beschluss jetzt Klarheit geschaffen worden ist.“ Die Kosten für ein CGM liegen mit etwa zehn Euro pro Tag derzeit noch höher als bei der herkömmlichen Messung, die mit etwa einem Euro pro Tag für die Teststreifen zu Buche schlägt. Insbesondere für Kinder und deren Eltern stellt diese Entscheidung einen sehr wichtigen Schritt dar, betont Dr. Ralph Ziegler, Münster, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie der DDG.

Ein CGM-Gerät kann prinzipiell mit einer Insulinpumpe gekoppelt werden, eine Kombination, die wie eine künstliche Bauchspeicheldrüse arbeitet. Damit ist das CGM auch ein erster Schritt auf dem Weg zum „Closed-Loop-System“, der künstlichen Bauchspeicheldrüse.

Siehe auch:
www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/623/

Aktionsstart: Wer wirbt die meisten Mitglieder für die Selbsthilfe?

1. Februar 2016 - 17:32

Berlin, Berlin, Sie fahren nach Berlin!

Berlin, den 1. Februar 2016 – Die gemeinnützige und unabhängige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe startet eine besondere Aktion zur Mitgliederwerbung: „Mitglieder werben Mitglieder“.  Alle Mitglieder der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) , des Verbands der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe (VDBD) und der Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) sind aufgerufen, in dem Aktionszeitraum vom 1. Februar 2016 bis 30. April 2016 so viele Mitglieder wie möglich für die Selbsthilfe zu werben. Dem Mitglied, das in dieser Zeit die meisten Neumitglieder wirbt, winkt ein attraktiver Preis mit zwei Optionen: Der Gewinner darf mit einer Begleitperson nach Berlin reisen, um entweder am 31. Mai um 19.00 Uhr am Fußballspiel FC Bundestag – FC Diabetologie aktiv teilzunehmen, als Spieler oder Zuschauer inkl. Besuch der 3. Halbzeit, einer Podiumsdiskussion mit den Politikern danach. Oder der Gewinner wählt den 21. Juni 2016 als Berlinbesuch und nimmt um 18.00 Uhr an dem gemeinsamen Public Viewing beider Mannschaften im VIP-Bereich der EM-Fanmeile des EM-Spiels „Deutschland – Nordirland“ teil.

„Aktuell haben wir 6,7 Mio. Menschen mit Diabetes in Deutschland, aber im Gegensatz zu anderen Europäischen Ländern mit bis zu 20 Prozent organisierten Patienten, sind bei uns nicht einmal ein Prozent organisiert“, sagt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin der Gesamtorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Das ist vor dem Hintergrund, dass Menschen mit Diabetes zu 99,6 Prozent ihrer Zeit in der Therapie auf sich allein gestellt sind, nicht nachvollziehbar. Wir wollen mit unserer Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“ mehr Menschen in die Selbsthilfe zur DDH-M bringen, um ihnen ein optimales Selbstmanagement zu ermöglichen, indem sie von anderen Betroffenen lernen und stets Zugang zu den neuesten Informationen zur Therapie durch diabetesDE haben.“

Selbsthilfe lebt von Gemeinschaft. Und Gemeinschaft ist nicht denkbar ohne Menschen, die mitmachen, die sich engagieren und die eine Sache unterstützen.

Bei der Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“ kann jeder mitmachen, der Mitglied bei diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ist:

  • Ärzte und Wissenschaftler, die Mitglied bei der DDG sind,
  • Diabetesberater und -assistenten, die Mitglied beim VDBD sind, und
  • Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen, die Mitglied bei der DDH-M sind.

Für eifrige Werber winkt ein attraktiver Preis: Das Mitglied, das die meisten Neumitglieder im Aktionszeitraum 1. Februar 2016 bis 30. April 2016 gewinnt, laden wir entweder am 31. Mai (Spiel FC Bundestag – FC Diabetologie plus 3. Halbzeit) oder am 21. Juni 2016 (Besuch des VIP-Bereichs der EM-Fanmeile am Brandenburger Tor mit Public Viewing „Deutschland – Nordirland“) ein. Sie fahren mit einer Begleitperson nach Berlin, wir übernehmen Anreise und Übernachtung für zwei Personen.

Und so geht's:

  • Überzeugen Sie Ihre Freunde, Bekannten und Verwandten von den Vorteilen einer Mitgliedschaft bei der DDH-M mit diesen Argumenten: http://menschen-mit-diabetes.de/mitglieder/gruende-fuer-eine-mitgliedschaft
  • Das Neumitglied füllt den Mitgliedsantrag aus. Dabei vermerkt er/sie, wer ihn/sie geworben hat – entweder direkt auf dem Mitgliedsbeitrag oder per E-Mail an die Mitgliederbetreuung (bei Mitgliedschaft auf Bundesebene schreiben Sie an kathrin.sucker@ddh-m.de; bei Mitgliedschaft in einem Landesverband finden Sie die E-Mail-Adressen unterhttp://www.diabetesde.org/mitglieder).
  • Die Mitgliederbetreuung erfasst bei jedem eingehenden Mitgliedsantrag, ob ein Werber vermerkt ist. BITTE BEACHTEN SIE: Jedes Neumitglied kann nur einmal gewertet werden. Werber kann nur eine Person sein, nicht aber eine Selbsthilfegruppe. Nur Mitglieder von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aus allen drei Gruppen (Betroffene, Ärzte, Berater) können bei der Aktion mitmachen.
  • Nach Ende der Aktion zählen wir aus, wer die meisten Mitglieder gewonnen hat und benachrichtigen den Sieger.

Jede/r, der im Zeitraum 1. Februar 2016 bis 30. April 2016 neu Mitglied bei der DDH-M wird, zählt im Rahmen der Aktion als Neumitglied. Dies umfasst alle Arten der Mitgliedschaft (Vollmitglied, Basismitglied, Mitglied über eine Selbsthilfegruppe) und die Mitgliedschaft in allen Verbänden der DDH-M, sowohl auf Bundesebene als auch in den Landesverbänden. Entscheidend für den Stichtag ist der Eingang des Mitgliedsantrags in den Geschäftsstellen der Bundes- und Landesverbände.

Jeder 5. Diabetiker fühlt Einschränkung der Lebensqualität

16. November 2015 - 12:51

Foto von S. Gerlach, N. Mattig-Fabian, K.-J. Laumann und J. Grützmann bei der Übergabe.

1.000 Menschen mit Diabetes antworten auf Umfrage – Übergabe an Karl-Josef Laumann

Berlin, 16.11.2015 – Was wünschen sich Menschen mit Diabetes für die Versorgung und was ärgert sie am meisten? diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe hat zusammen mit der Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) mit einer Postkartenaktion Betroffene nach ihren ureigenen Wünschen gefragt. Mehr als 1000 Antworten gingen bei der Aktion ein, die Teil der Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ ist. Die Ergebnisse der Umfrage wurden nun dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann in Berlin übergeben: 22 % der Teilnehmer wünschen sich mehr Erstattung von Teststreifen, Insulinpumpen und Messsystemen zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM), jeder 6. wünscht sich mehr Aufklärung, vor allem bessere Unterscheidung zwischen Typ 1- und Typ 2- Diabetes in der Öffentlichkeit. Jeder 5. Mensch mit Diabetes fühlt sich in seiner Lebensqualität eingeschränkt und 19 % ärgern sich zusätzlich über die hohen Anforderungen an das tägliche Selbstmanagement. Staatssekretär Laumann zeigte sich tief beeindruckt von der Vielzahl der Einsendungen sowie der offenkundigen Einigkeit der Patienten über ihre Hauptärgernisse und Wünsche.

Zur Bundestagswahl 2013 hatte die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe die politische Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ ins Leben gerufen, die die Volkskrankheit Diabetes mit der Forderung nach einem Nationalen Diabetesplan auf die politische Agenda bringen sollte. Mehr als sechs Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen, täglich kommen 800 bis 1000 Neuerkrankte hinzu. Angesichts der steigenden Patientenzahlen und den damit verbundenen zunehmenden Kosten für das Gesundheitssystem, insbesondere durch die vielen Folgeerkrankungen des Diabetes, wächst auch die Angst der Menschen mit Diabetes vor Einschränkungen in der Versorgung. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe hat das zum Anlass genommen, die Betroffenen selbst 2015 in den Mittelpunkt der Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ zu stellen und mit einer Postkartenaktion nach deren Wünschen und den Ärgernissen gefragt.

Wir sind von der Quantität und Qualität der Einsendungen positiv überrascht worden. Wenn man berücksichtigt, dass wir keinerlei Vorgaben gemacht haben, die Menschen frei formulieren durften und die Postkarten selbst auf den Postweg gebracht werden mussten, signalisiert dies ein hohes Interesse der Betroffenen, sich mitzuteilen und den Wunsch, von der Politik gehört zu werden. Für uns sind die Ergebnisse ein klarer Handlungsauftrag, wo Menschen mit Diabetes in der Versorgung wirklich der Schuh drückt“, sagt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden der Selbsthilfeorganisation DDH-M, Juliane Grützmann, übergab diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe die Ergebnisse an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, der sich tief beeindruckt zeigte von den Ergebnissen. Bezogen auf den Wunsch nach mehr Erstattung von Teststreifen, Insulinpumpen und CGM sagte er: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass gesetzlich Krankenversicherte schneller einen verlässlichen Zugang zu innovativen Hilfsmitteln bekommen, damit Menschen mit Diabetes eine zeitgemäße Versorgung erhalten.

Juliane Grützmann zeigte sich erfreut: „Die Politik sollte mehr darauf hören, was sich die Patienten wünschen, denn innovative Hilfsmittel, die Patienten den Alltag enorm erleichtern können und damit die Therapietreue verbessern, gibt es bereits, sie werden aber nur in Einzelfällen und großem bürokratischem Aufwand von Kassen bezahlt, z.B. die CGM. Die Politik sollte mitbedenken, dass durch ein erleichtertes Selbstmanagement nicht nur die Lebensqualität von Patienten enorm verbessert werden kann – es werden so auch viel höhere Kosten vermieden, denn die teuren Arbeitsausfälle durch Unterzuckerungen und Folgekrankheiten belasten das Gesundheitssystem später deutlich mehr.

Fotos von der Übergabe finden Sie hier:
Gespräch mit Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Ihre Kontakte für Rückfragen:

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Nicole Mattig-Fabian (Geschäftsführung)
Reinhardtstraße 31 
10117 Berlin 
Tel.: +49 (0)30 201 677-12 
Fax: +49 (0)30 201 677-20 
E-Mail: mattig-fabian@diabetesde.org

Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M)
Reinhardtstraße 31 
10117 Berlin 
Tel.: +49 (0)30 201677-0
Fax: +49 (0)30 120894709 
E-Mail: info@ddh-m.de

Pressestelle diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Julia Hommrich
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 8931-423
Fax: +49 (0)711 8931-167
E-Mail: hommrich@medizinkommunikation.org

Zentrale Veranstaltung zum Weltdiabetestag am 8. November in Düsseldorf: CGMs, FGM und Insulinpumpen: Rechtliche Aspekte kennen und Anträge richtig stellen

29. Oktober 2015 - 14:53

Berlin – Immer mehr insulinpflichtige Menschen mit Diabetes nutzen Insulinpumpen und Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM), um ihren Stoffwechsel besser einzustellen. Und seit einiger Zeit ist eine neue Technik verfügbar, das Flash Glucose Monitoring – kurz FGM. Vielen interessierten Betroffenen und auch ihren behandelnden Ärzten ist jedoch unklar, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich ist und was bei einem entsprechenden Antrag zu beachten ist. Die rechtlichen und formalen Aspekte dazu erläutert Oliver Ebert, Rechtsanwalt, Fachjournalist und Vorsitzender des Ausschuss Soziales der Deutschen Diabetes Gesellschaft im Rahmen der zentralen Veranstaltung zum Weltdiabetestag. Diese findet unter dem Motto „Diabetes gemeinsam managen“ am Sonntag, dem 8. November 2015, von 10.00 bis 15.30 Uhr im Congress Center Düsseldorf (CCD) statt.

Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) bieten viele Vorteile und können die Diabeteseinstellung, aber auch die Lebensqualität der Menschen verbessern. Mit Hilfe von Sensoren messen diese Geräte über eine dünne Nadel im Unterhautfettgewebe bis zu 1400 Mal täglich Zuckerwerte. Der Patient erfährt so, wie sich seine Glukosewerte im gesamten Tages- und Nachtverlauf verändern und wird alarmiert, wenn Unter- oder Überzuckerungen drohen. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts gilt CGM bei den gesetzlichen Krankenkassen jedoch als „Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode“ (NUB), die grundsätzlich erst nach einer positiven Empfehlung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) übernommen werden darf. Bis zu einer solchen Empfehlung dürfen die Kosten eines CGM daher nur im Einzelfall auf Antrag und nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) erstattet werden. Allerdings: „Auch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) war der Auffassung, dass es sich bei CGM um eine NUB handelt und hat daher bereits vor einigen Jahren ein so genanntes ‚Methodenbewertungsverfahren‘ eingeleitet. Das Ergebnis liegt seit Mai 2015 vor und war durchaus positiv“, erläutert Oliver Ebert. So gut wie sicher sei daher, dass das CGM künftig in bestimmten Fällen verordnet werden dürfe. Die Empfehlung des G-BA wird gegen Ende des Jahres erwartet. „Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Beantragung der Kostenübernahme ist das Vorliegen einer medizinischen Indikation zur Anwendung des CGM“, betont Oliver Ebert.

Auch beim neuen Flash Glucose Monitoring (FGM) befindet sich der Sensor im Unterhautfettgewebe, allerdings wurde hier ein Algorithmus in das System eingebaut, der die gemessenen Werte so umrechnet, dass sie annähernd mit denen im Blut gemessenen Werten übereinstimmen sollen. Da im Moment noch keine generelle Kostenerstattung besteht, bezahlen die Patienten für das Gerät selbst. Eine Kostenübernahme ist bislang nur in bestimmten Fällen und bei wenigen Krankenkassen möglich.

Zur Verordnung einer Insulinpumpe sind zwar klare Indikationen definiert, trotzdem mauern die Kassen immer häufiger. Und auch bei einer Folgeversorgung kommt es immer öfter zu Schwierigkeiten, d.h. die Patienten sollen von der Pumpe wieder hin zum Insulinpen gebracht werden“, erklärt Oliver Ebert.

Wie Menschen mit Diabetes einen Antrag auf Kostenübernahme stellen können und was sie dabei beachten sollten, erläutert Oliver Ebert in seinem Vortrag „CGMs, FGM, Pumpen – Rechtslage und Antragstellung“ im Rahmen der zentralen Veranstaltung zum Weltdiabetestag am Sonntag, den 8. November 2015 im Congress Center Düsseldorf um 14:30 Uhr, Raum 16.

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