DDH-M Neuigkeiten

Ich bin „geflasht“ - Gastbeitrag von Ulrike Turm

4. Oktober 2014 - 10:25

Gastbeitrag

Bei dem Beitrag handelt es sich um einen Gastbeitrag, dieser gibt die Meinung der Autorin wieder, die nicht zwingend auch die Meinung der DDH-M darstellen muss.


Autorin

Ulrike Thurm

Ulrike Thurm ist Diabetesberaterin, Diabetikerin, Sportlerin und Autorin. Sie hat die "International Diabetes Athletes Association" (IDAA) mitgegründet und die  nsuli npumpenfibel.html">CGM- und I nsuli npumpenfibel geschrieben. Sie ist außerdem Mitglied der "Arbeitsgemeinschaft diabetologische Technologie der DDG" AGDT.


Beitrag

Wow, nach fast 30 Jahren Typ 1 Diabetes nun plötzlich einen Alltag ganz ohne Blutzuckermessen, das soll möglich sein? O.K., die, die mich länger kennen, wissen, dass ich seit 2008 CGM – Dauerträgerin bin, aber CGM soll hier mal ausnahmsweise KEIN Thema sein, denn Flash Glukose Monitoring, also das Gerät, dass mich gerade „flasht“, hat NICHTS mit CGM zu tun, außer der Gemeinsamkeit, dass ein Sensor im Unterhautfettgewebe liegt, aber damit hören dann die Gemeinsamkeiten auch fast auf, denn Flash Glukose stellt keine Konkurrenz zum CGM dar, sondern soll ein Ersatz für das lästige Blutzuckermessen sein. Lästig nicht in dem Sinne von unnötig, sondern umständlich, kennen wir alle: Messgerät rausholen, Streifen, Stechhilfe…und dann den blutigen Abfall entsorgen etc. Gut, irgendwann ist das für jeden insulinspritzenden Diabetiker zur Gewohnheit geworden, aber es gibt im Leben durchaus nettere Gewohnheiten, als diese. So, damit soll jetzt Schluss sein, sagt Abbott. Hm, kann ich irgendwie nicht glauben, dachte ich mir.

Als Anfang September dann ernst wurde, war ich schon sehr gespannt, was mich da erwartet. Gemeinsam mit meiner nicht diabetischen Kollegin Anja (auch Diabetesberaterin DDG) wurden wir also von zwei Abbott Mitarbeitern geschult und bekamen das Flash Glukose System angelegt. Das Setzen war wirklich total einfach, der Sensor so kurz und fein, dass ich den gar nicht gemerkt habe, und, das wirklich sensationelle, der Sender ist so flach und klein, wie ein 2 Euro Stück, dass man ihn schon Sekunden nach dem Legen vergessen hat. Eine Stunde, die wir dann mit weiteren Einführungen in das System überbrückt haben, mussten wir warten, dann konnten wir das Messgerät über den Sensor halten, quasi scannen, und schwups, der erste Glukosewert erschien im Display. Da der Sensor den Glukosewert im Unterhautfettgewebe misst, ist dieser nicht identisch mit dem Blutzucker.

Wow, geht wirklich. Am ersten Tag waren die angezeigten Werte in unserem Falle sehr undiabetisch, soll heißen, sehr niedrig. Ich kann nach den ersten Tagen dazu jetzt keine großen Verhaltenstipps geben, würde Jedem Flash Träger aber empfehlen, am ersten Tag weiterhin wie bisher die Blutzuckerwerte zu messen und das Gerät erstmal kennen zu lernen. Nach 24 Stunden hatte ich das Gefühl, dass sich das System „gefunden“ hatte, die Werte waren und sind echt zuverlässig, habe heute auch mit Messwerten aus dem Labor verglichen und dazu kann ich nur sagen: Labor: 125 mg/dl (6,9 mmol/l) und der Freestyle Libre: 126 mg/dl (7,0 mmol/l) – also, besser geht’s nicht.

Darstellung des Freestyle Libre mit dem BZ Wert 132 mg/dlAber der Kleine kann noch viel mehr, er ist quasi so eine kleine „Eierlegendewollmilchsau“, will meinen, er misst nicht nur Blutzucker, er hat auch einen Bolusrechner integriert (analog zum Freestyle I nsuli nx), der allerdings nur mit Precision Blutzuckermessstreifen funktioniert, die ebenso in das Gerät eingeführt werden können, und, und das ist für mich ein echter Knaller, er misst auch Blutketone – unverzichtbar für jeden Typ 1 Diabetiker, ganz besonders für I nsuli npumpenträger, also, ein echter Allrounder.

Der wirkliche Vorteil liegt aber nicht nur in den genauen Messwerten, sondern in den Trendanzeigen: Das heißt für die Praxis, ich sehe nicht nur die aktuelle Höhe meines Wertes, sondern auch die Richtung, in die sich mein Glukoseniveau gerade entwickelt, hier also 132 mg/dl (7,3 mmol/l) leicht ( 1-2 mg /Minute) ansteigend. Das sagt mir, ich kann mich getrost auf mein Fahrrad setzen und nach Hause radeln, was ich bei 132 mg/dl (7,3 mmol/l) senkrecht (über 2 mg / Minute) fallend NICHT tun sollte, zumindest wäre ich in letzterem Fall dann nicht wirklich weit gekommen.

Darstellung des Freestyle Libre mit einer AuswertungsanzeigeFür Freunde der Statistik hat das System auch einiges zu bieten: Man kann sich seine Glukosemittelwerte zu den jeweiligen Tageszeiten, ein Tagebuch, den Tagesverlauf, lückenlos über 24 Stunden, wenn man mindestens alle 8 Stunden einmal scannt, die Werte im Zielbereich, Tagesmuster, Anzahl der Hypos etc. im Display anzeigen lassen. Wenn man die Daten aus dem Gerät mit der Firmensoftware in einen Computer (oder Mac) ausliest, sind die Möglichkeiten noch vielfältiger:

Auswertungsdarstellung von Abbott
Darstellung von Abbott: https://www.freestylelibre.de

Die Daten werden mit dem sogenannten AGP-Report (Ambulanten Glukose Profil) gleich ordentlich aufbereitet, sehr neckisch. So, jetzt aber genug der Produktbeschreibung, kann sich Jede und Jeder viel besser selber anschauen und durchlesen auf der Abbott-Homepage (freestylelibre.de), zurück zu meinem Praxistest. Also, ich habe den Kleinen natürlich einigen Härtetests unterzogen: eine lange Strecke laufen, sehr schnelles, schweißtreibendes spinning, Fußball spielen mit durchaus heftigem Körperkontakt (ist ja schließlich Verbandsliga). Hat gehalten, sogar ohne zusätzliche Fixierung. Damit hätte ich nicht gerechnet – beeindruckend.

Scannen kann man das Gerät auch ganz problemlos durch jede Kleidung, auch durch eine dickere Jacke hindurch, ist dadurch extrem unauffällig und auch bei längeren Autofahrten gut durchführbar.

Aber das, was mich wirklich am meisten beeindruckt hat, waren die Reaktionen der Patienten, die ich in den folgenden Tagen zur Diabetes-Schulung hatte und denen ich das neue Gerät natürlich sofort präsentiert habe. Bei einer musste ich mich fast körperlich zur Wehr setzen, damit sie es mir nicht vom Arm reißt, eine andere war vor Begeisterung, Rührung, Erleichterung, Freude über diese neue Lebensqualität, die sie damit erfahren darf, so ergriffen, dass sie 15 Minuten am Stück geweint hat. Alle wollten sich sofort auf der Seite registrieren lassen, um das neue Stück ab Anfang Oktober sofort ausprobieren zu können. Selbst eine eigentlich eher technikkritische Diabetologin, bei der ich einige Tage später geschult habe, war so angetan von dieser komplett neuen Möglichkeit der Glukoseüberwachung, dass sie darüber sofort einen Vortrag für Ihren Qualitätszirkel von Hausärzten haben wollte. Den konnte ich ihr allerdings noch nicht liefern, aber das wird wohl auch noch kommen, vermute ich.

Die Reaktionen der Diabetiker, ganz besonders derjenigen, die Ihr Leben schon viele Jahre gemeinsam mit Ihrem Diabetes bestreiten, waren so bewegend, so berührend, dass ich, gegen meine Gewohnheit, etwas über meinen eigenen Diabetes zu schreiben (ich fühle mich deutlich wohler beim Verfassen von Fachliteratur), mich entschieden habe, meine ersten Eindrücke über dieses neue System in dieser Form zu Papier zu bringen. Denn eine gute Glukosekontrolle plötzlich ohne ständiges Blutzuckermessen hin zu bekommen, den Wert abrufen zu können, so oft man will – damit entfällt nun endgültig die lästige Diskussion mit dem Diabetologen, wie viele Teststreifen man denn bekommen kann, wo man will, egal ob die Hände gerade dreckig, nass oder eisig kalt sind, ist schon eine echte Sensation. Für alle, die bis dato noch nie ein CGM getragen haben, wirklich eine Erfahrung, die einem die Tränen in die Augen treiben kann, denn man kann dann ab sofort und dauerhaft in den eigenen Stoffwechsel hineinschauen. Das ist wirklich ergreifend.

Hier mal ein paar wenige Live – Kommentare:

„Wow, gestern wollte ich mir unbedingt das neue IPhone 6 kaufen, bin ein totaler Apple – Freak und brauche da immer das neuste Gerät, aber wenn ich das sehe, vergiss das IPhone 6, ich will Flash kaufen“

Ein junges Paar, finanziell nicht gerade als wohlhabend zu bezeichnen, er seit vielen Jahren Typ 1, kam gemeinsam in die Sprechstunde, nach dem sie Flash Glukose Monitoring gesehen hatten, meinte sie sofort, ohne eine Sekunde zu überlegen:

„Weißt Du was, ab dem 01.10.2014 tun wir beide was für unsere Gesundheit, ich höre auf zu rauchen und von dem Geld kaufen wir dann Deine Flash Sensoren!“

Das nenne ich wahre Liebe!

Doch mir kam dann auch noch ein anderer Gedanke, da ich ja auch schon „etwas länger, wie gesagt, fast 30 Jahre“ in der Diabetesbranche tätig bin: Als in den 80ziger Jahren die Blutzuckerselbstkontrolle auf den Markt kam, war das Geschrei groß: Wie könnte man es wagen, den Patienten als Nicht-Ärzten ein solches Instrument in die Hand zu geben, die werden damit gar nicht umgehen können, das ist gegen den medizinischen Ethos etc. Aber Vordenker wie Prof. Michael Berger hat hier als Visionär einfach im Namen der Patienten weiter gekämpft. Er und seine Frau Ingrid Mühlhauser haben auch immer wieder mit Studien belegt, dass die Patienten am besten eingestellt sind, die am häufigsten messen - damit hätten wir hier die Lösung, und das auch noch, ohne sich 10-15 mal in den Finder stechen zu müssen.

Auch jetzt werden sicherlich einige Ärzte Bedenken äußern: so viele Werte, postprandiale Blutzuckerwerte, die die Patienten vorher niemals gesehen haben, Trends und Diagramme werden sie überfordern... Sicherlich sind so viele Daten gewöhnungsbedürftig, aber mehr Wissen gilt in fast allen Bereichen des Lebens eher als Vorteil, denn als Nachteil. Natürlich braucht es für dieses System eine gute Schulung, einen überlegten und reflektierten Umgang mit seiner Diabetestherapie, aber der Gewinn an Lebensqualität ist schon sensationell.

Deshalb mein Tipp: ausprobieren. Ich denke, das Flash Glukose Monitoring wird viele Fans finden, aber sicherlich auch Menschen, die so viele Informationen gar nicht haben möchten, die Entscheidung liegt ja bei Jedem Diabetiker selbst. Der Preis ist verlockend, das Gerät soll ab Anfang Oktober verfügbar sein, erstmal für Selbstzahler, aber ich hoffe, bei den Preisen werden die Kassen das Ganze bald übernehmen. Denn das Messgerät kostet schlappe 59 Euro und ein Sensor, der komplette 14 Tage misst, zwischen 55 – 59 Euro, je nach Bestellmenge. Das entspricht also genau den Kosten für Blutzuckermessstreifen bei I nsuli npumpenträgern, im Gegenteil, ist sogar noch etwas günstiger, je nach Messstreifensorte.

Ja, Flash Glukose Monitoring ist etwas völlig Neues. Vielen Menschen machen neue Dinge Angst oder sie sind sehr skeptisch gegenüber Veränderungen, aber es ist ja auch kein Muss. Aber allen anderen würde ich einfach raten, es mal auszuprobieren, sich mal „flashen“ zu lassen, um sich selber ein Urteil bilden zu können, ob sie diese vielen Daten mögen, die Trends, das unkomplizierte Scannen der Werte, so oft man dies möchte – ein Versuch lohnt sich alle Mal. In diesem Sinne, viel Spaß beim „neuen Entdecken Eures Stoffwechsels“.

Oder: „Dem Gehenden legt sich der Weg unter die Füße“ – geht los – es flasht!

Darstellung des Glukoseverlauf an einem Tag
Darstellung von Abbott: https://www.freestylelibre.de

Ulrike Thurm


Diabetes Pass nun auch elektronisch

26. August 2014 - 16:25

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat in Zusammenarbeit mit dem Kirchheim Verlag den herkömmlichen Diabetes Pass um eine elektronische Version erweitert. Den Diabetes Pass gibt es nun als App für Android und iOS Smartphones und bietet den bekannten Funktionsumfang zur Verwaltung von Therapiedaten.

Mehr Informationen finden Sie hier: Pressemitteilung vom 25. August 2014

Oder direkt im jeweiligen App Store: iOS Android
 


Ein Rückblick zum Medtronic Junior Cup Diabetes

26. August 2014 - 10:32

Straßenschild weißt auf den Juniorcup hindiabetesDE und DDH-M waren dieses Jahr Partner des Medtronic Junior Cups Diabetes, einem tollen Event für Jungs und Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren. Vor zwei Jahren wurde die deutsche Auswahl bereits Weltmeister. Dieses Jahr gab es sogar die Möglichkeit, den Weltmeistertitel zu verteidigen und zusammen mit der Fußball-Nationalmannschaft Doppelweltmeister zu werden.

Vorausscheidung

Insgesamt 89 Jungs und Mädels stellten sich in zwei Ausscheidungswettbewerben den professionellen Scouts, die aus allen 89 Kindern ein Team aus 11 Spielern für den Medtronic Junior Cup Diabetes zusammenstellen sollten. Ein Vorbereitungsturnier fand in Mönchengladbach statt, das andere in Stuttgart. Die Mannschaften wurden zunächst bunt gemischt zusammengewürfelt und mussten mit ihrer Mannschaft um den Turniersieg kämpfen. Am Ende wurden insgesamt 10 Jungs und 1 Mädchen ausgewählt. Die Mädchen mussten sich dem selben Modus stellen und sich gegen die Jungs durchsetzen.

Freitag - Abschlusstraining und Eröffnungsfeier

Am 23. und 24. August fand die Endrunde des Junior Cups in Arnheim/Niederlande statt. Die Organisation war großartig und bereits am 22. August, an dem Tag fand die Eröffnung statt, haben insbesondere die Italiener und die Spanier für eine unglaubliche Stimmung gesorgt; Bas van de Goor und der niederländische Ex-Fußball Nationalspieler André Ooijer haben eine motivierende Rede gehalten. Die Vizepräsidenten von Medtronic Europe, Anette Brüls, hob hervor, wie wichtig auch die Verständigung unter den unterschiedlichen Nationen ist. Insgesamt sind rund 500 Personen angereist (Kinder, Eltern, Geschwister, Betreuer, Mitarbeiter), die für ein gutes Gelingen gesorgt haben. Insgesamt sind zwölf Teams gegeneinander angetreten (10 EU, 2 Nicht-EU), teilgenommen haben: Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Slowakei, Spanien, Ungarn Das Turnier fand im Sportzentrum Papendaal statt, dem Trainings- und Leistungszentrum des Eredivisionärs Vitesse Arnhem. Dort waren auch alle Personen im Hotel untergebracht.

Das Team vor der EröffnungszeremonieFanzone

Samstag - Vorrundenspiele

die GruppenphaseAm ersten Tag (23. August) fanden Gruppenspiele statt, es gab zwei Gruppen mit jeweils sechs Mannschaften, die um den Gruppensieg gespielt haben, die erste beiden der jeweiligen Gruppe dürfen dann am zweiten Tag (24. August) um den Titel spielen. Die anderen durften unter sich den besten ausmachen.

Das deutsche Team musste gleich gegen die Slowakei loslegen und kam nicht gut ins Turnier (unentschieden). Danach gab es einen jederzeit ungefährdeten Sieg gegen die Schweiz, mehr als einen Torschuss bekamen die Gegner nicht (4:0). Die Slowakei und Ungarn hatten in der Zwischenzeit alle anderen Gegner mit hohen Siegen abgeschossen und wir haben uns schwer getan mit Österreich (2:0), obwohl auch der Sieg nicht gefährdet war. Kurz danach hat Ungarn gegen die Slowakei gewonnen, wodurch es für das deutsche Team relativ sicher war, mindestens zweiter werden zu können. Aber dann kam das Spiel gegen Ungarn, das hart umkämpft war und nach einer 2:0 Führung noch einmal knapp wurde. Am Ende gab es aber doch einen 3:2 Sieg, damit hatte unser Team die Führung übernommen. Zuletzt mussten die Jungs und Mädels noch gegen Russland spielen und gewinnen, sie errichten einen schönen 5:0 Sieg. Damit konnte sich das Team souverän als Gruppenerster für die Finalspiele (Halbfinale, Finale) qualifizieren. Abends gab es noch ein gemeinsames Abendessen mit Musik.

Sonntag - Die Finalspiele

Halbfinale

MannschaftsaufstellungIn der Finalrunde durfte unser Team um den Weltmeistertitel spielen. Zunächst ging es im Halbfinale gegen Belgien. In dem Spiel stand es lange 0:0 unentschieden und die Belgier hatten keine echte Torchance und viel Dusel; sie haben sich meistens darauf beschränkt, den Ball rauszubolzen. Leider haben die Schiedsrichter gnadenlos an ihre Leistung vom Vortag angeknüpft; sie hätten sich nicht fürs Finale qualifiziert. Die Belgier bolzen den Ball von der Mittellinie ins deutsche Toraus und bekommen einen Eckball, auch mit nur rudimentären Physikkenntnissen konnte dort kein deutsches Bein dazwischen kommen. Anders war es auf der anderen Seite der belgische Torwart fälscht den Ball in das Toraus ab und bekommt einen Abstoß. Leider fiel durch unglückliche Umstände in dem folgenden Troubel das 1:0 für die Belgier kurz vor Schluss. Auch wenn das Ergebnis die Leistungen der Mannschaften nicht wiederspiegelt, war es ein faires schönes Spiel.

Spiel um Platz 3

Im Spiel um Platz 3 müsste Deutschland noch einmal gegen Ungarn ran. Auch hier haben die Schiedsrichter alles andere als souverän gepfiffen. Ein ganz klares Foul der Ungarn an einem deutschen Stürmer im Strafraum (Grätsche ohne Ballberührung gegen den Mann) führte, na wer errät es, klar zum "Vorteil" für die Ungarn. Deutschland spielte aber stark und ließ die Ungarn, die sonst fair und entschlossen kämpften, nicht ins Spiel kommen und gewann 2:1. Damit war der dritte Platz sicher. Den 1. Platz holten ohne Probleme die Niederländer gegen die Belgier, die komplett chancenlos waren.

Mannschaftssport

Insgesamt hat die deutsche Mannschaft eine ganz tolle Leistung gezeigt. Die Kinder kannten sich vorher nicht und sind sich teilweise beim Auswahlturnier begegnet teilweise erst am Freitag beim Abschlusstraining in Gladbach. Innerhalb von nur wenigen Stunden sind alle zu einem starken Team zusammengewachsen, die für einander gekämpft haben und die auch ohne Murren auf der Bank gesessen haben. Auch die mitgebrachten Fans haben die Mannschaft kompromisslos angefeuert, es waren Eltern, Geschwister und auch Großeltern mit an Board und alle brachten entsprechende Fandeko mit. Wir hatten bis zu den Endspielen aufgrund des Heimvorteils der Niederländer den größten Fanblock und die Fans waren bis zuletzt am lautesten und mit den meisten Emotionen dabei. Klasse. Insgesamt war es ein tolles und vor allem faires Event, das Kinder von 10-14 Jahren aus 12 Nationen zusammen gebracht hat.

Warum unterstützen wir den Medtronic Junior Cup Diabetes?

Der Medtronic Junior Cup Diabetes ist ein tolles Beispiel dafür, wie es möglich ist, Aufmerksamkeit auf das Thema Kinder, Sport & Diabetes zu lenken. Die Kinder sollen sehen, dass man mit Diabetes keine Einschränkungen haben muss und alles machen kann. Gerade Sport halten viele für problematisch, zahlreiche Hochleistungssportler mit Diabetes zeigen aber, dass das unbegründet ist. Toll, dass auch Nationalspieler wie André Ooijer an diesem Event teilgenommen haben, das in der niederländischen Presse große Erwähnung fand. Es ist für junge Menschen mit Diabetes auch wichtig andere Kinder mit Diabetes kennenzulernen, was vielfach im Alltag nicht möglich ist. Hier haben sie die Möglichkeit andere Kinder aus anderen Ländern kennenzulernen, was auch die Sprachkenntnisse fördert, das ist gelebte EU. Den Kindern hat das Wochenende total viel Freude gemacht und sie hatten wegen dem Diabetes einen Vorteil gegenüber anderen gleichaltrigen Kindern - sie durften in der deutschen Diabetes Nationalmannschaft spielen. Darum unterstützen wir den Junior Cup! Übrigens, in zwei Jahren geht's weiter.

Bildergalerie

Impressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom Juniorcup

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Das Camp D - eine Teilnehmerin berichtet

25. August 2014 - 16:58

Die Zukunft gehört mir!“, das war das Motto des diesjährigen Camp D, das von der Firma Novo Nordisk organisiert wurde.

Es waren interessante und lehrreiche vier Tage, die mir persönlich wieder ein Stück Motivation und Selbstvertrauen im Umgang mit meinem Diabetes mitgegeben haben.

Als wir am Donnerstag den 10.07.2014 gegen Nachmittag auf dem Landesturnierplatz in Bad Segeberg ankamen war ich am Anfang überfordert. Man blickte auf ein großes Gelände mit Hunderten von Zelten, noch dazu eben so viele Leute die rumwuselten.

In meinem Zelt angekommen ging es auch gleich ans kennenlernen der anderen und gleich darauf zum Essen. Am Abend war noch gemütliches Zusammensein geplant. Am nächsten Tag war Workshoptag, ich habe trotz 20 Jahren Diabetes in jedem Vortrag etwas mitnehmen können und viel gelernt, vor allem der Zusammenhalt und das Gefühl, nicht allein zu sein gab vielen das Gefühl angekommen zu sein.

Ein Vortrag muss ich unter den Ganz hervorheben, denn der hat mich wirklich gefesselt und über den hab ich viel nachgedacht. Der Vortrag war von Hansruedi Stahel, und hieß „Wenn du etwas haben willst was du noch nie gehabt hast, dann…!

Der Vortrag ging über unsere mentale Stärke und wie diese unser Handeln beeinflusst. „Die Welt braucht großartige Menschen, gut sind wir alle!“, mit diesen Satz hat Hansruedi Stahel den Vortrag begonnen und mich zum nachdenken angeregt.

Warum ich hierrüber solange schreibe, weil genau dieser Satz das Camp D ausmacht und das beschreibt wofür es erschaffen wurde - um Jugendliche und junge Erwachsen zu stärken und zu motivieren mit ihrer Krankheit zu leben, nicht das Leben nach der Krankheit zu führen.

Deshalb ging es am nächsten Tag auch gleich weiter mit Sport. Ich habe mich in StandUpPadling versucht und auch im Kickboxen mit Anja Renfordt, zudem war ich beim Sing Workshop mit ERIN und habe mit ihnen das Lied „Changing Diabetes“ geprobt, um es auf der Abschlussveranstaltung vorzuführen.

Zwischen den Workshops gab es viel Zeit zu quatschen über Probleme oder die Stände von Accu-Chek oder DDH-M zu besuchen, wo Andrea Witt, dessen Tochter auch das Camp besuchte, Jan Twachtmann mit seiner Frau, Juliane Grützmann und Iris Eberspächer Informationen an die Teilnehmer, Gäste und Besucher weitergaben.

Nun brach der letzte Tag an; es war schon Aufbruchstimmung. Alle packten ihre Koffer bauten die Zelte ab und langsam realisierten wir, dass die 3 wunderbaren Tage mit über 500 Diabetikern nun vorbei waren.

Es war toll, alte Gesichter wieder zusehen und so viele neu kennenzulernen. Was ich mitnehme ist neue Motivation, viele neue Freunde und tolle und traurige Geschichten die zum nachdenken Anregen.

 

Janina Wenzel


Zum Tod von Brigitte Werner

25. August 2014 - 16:20

Abdruck Nachruf von Brigitte Werner


Das Camp D - ein Rückblick

25. August 2014 - 14:49

Vom 10. Juli bis 13. Juli 2014 fand bereits zum 4. Mal das von Novo Nordisk organisierte Camp D in Bad Segeberg statt. Dieses Camp richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren, welche an Diabetes erkrankt sind. In diesem Jahr war DDH-M nicht nur als Partner, sondern auch mit einem Stand hautnah mit dabei.

Mit vielen Infos rund um Diabetes, eine Voll- oder Basismitgliedschaft bei der DDH-M und auch mit der Aktion „Postkarten an den Gesundheitsminister“ hatte die DDH-M einen Stand ausgerichtet und zahlreiche wichtige Gespräche geführt.  Mit Jan Twachtmann, Juliane Grützmann, Andrea Witt, Gaby Allrath und Iris Eberspächer waren von diabetesDE, der DDH-M und der von der DDH-M geplanten Jugendvertretung Vertreter vor Ort um die Jugendlichen, Betreuer und Gäste zu informieren.

Besonders nach den Workshops am Freitag kamen viele Fragen auf, wie z. B. Berufsunfähigkeitsversicherung – Geht das und wo wende ich mich hin?. Oder, wie ist denn das jetzt mit dem Schwanger werden? Schaffe ich den Ziel HbA1c? Diese Fragen konnten bei uns am Stand kompetent und zufriedenstellend beantwortet werden.

Auch die Frage nach dem: "Was macht ihr denn sonst so", konnten wir mit dem Aufbau unserer Jugendvertretung beantworten und haben viele Interessenten gefunden. Die Frage: „Wer macht etwas für uns Betroffene mit Typ-1?“ Oder die Aufforderung: „Der Unterschied zwischen Typ-1 und Typ-2 muss viel mehr in der Öffentlichkeit klar dargestellt werden.“ sollen zu den Aufgabenstellungen der Jugendvertretung gehören.

Insgesamt war das Camp D sehr erfolgreich. Alle gemeinsam konnten viel Aufmerksamkeit auf die Selbsthilfe legen und neue Kontakte geknüpfen, um auch die noch in den Kinderschuhen steckende Jugendvertretung weiter voranzutreiben.

Wir freuen uns schon darauf das Camp D das nächste Mal mit unserer Jugendvertretung unterstützen zu können.

 

Iris Eberspächer
Juliane Grützmann


DDH-M veröffentlicht Geschäftsbericht 2012-2013

19. Juni 2014 - 17:39

Cover des Geschäftsberichts 2012-2013

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass eine gemeinnützige (Selbsthilfe-)Organisation transparent über die Einnahmen und Ausgaben abrechnet. Leider sind wir augenscheinlich die erste Diabetes-Selbsthilfeorganisation, die offen und transparent über die eingesetzten Gelder abrechnet oder abrechnen kann. Umso mehr erfreut es uns, dass wir Ihnen nun einen ersten Geschäftsbericht vorstellen können. Wir haben den Bericht komplett in Eigenleistung erstellt, ohne eine Agentur hiermit zu beauftragen.

Der Geschäftsbericht ist derzeit nicht gedruckt verfügbar, sondern wird lediglich auf unserer Webseite in einer PDF-Version dargestellt. Sie finden den Geschäftsbericht hier: http://ddhm.de/geschaeftsbericht (7,8 MB)

Aufgrund der Tatsache, dass das Jahr 2012 nur ein Rumpfgeschäftsjahr war – die Gründung der DDH-M fand im Juni 2012 statt – haben wir uns entschieden für die Jahre 2012 und 2013 einen gemeinsamen Geschäftsbericht zu erstellen. Wir berichten in dem Geschäftsbericht über DDH-M im Generellen (insbesondere stellen wir den Aufbau und die Strukturen dar) sowie über unsere Tätigkeiten in den jeweiligen Geschäftsjahren im Speziellen. In diesem Zusammenhang stellen wir die Einnahmen und Ausgaben dar, die wir jeweils nachvollziehbar gruppiert haben. Wir berichten auch über unseren Spendenkodex (ein Regelwerk, das darstellt, von welchen Organisationen wir Spenden/Sponsoring annehmen) und berichten über die Einnahmen bestimmter Sponsorengruppen, wie Pharmaunternehmen und pharmazeutischen Herstellern.

Stolz möchten wir an dieser Stelle hervorheben, dass die Mitgliederzahlen steigend sind und bisher alle Leistungen des Vorstandes ehrenamtlich erbracht werden, Personalkosten bestehen derzeit insgesamt nicht. Ab dem kommenden Jahr werden wir jährliche Geschäftsberichte veröffentlichen.

Transparenz, Offenheit und Nachvollziehbarkeit soll der Anspruch unserer Arbeit sein.


Patienten-Umfrage des Focus

4. Juni 2014 - 8:20

Logo Focus MINQUns erreichte eine Bitte eine Patientenumfrage des Focus zu veröffentlichen, die dann im Rahmen des Focus Diabetes veröffentlicht werden soll.

Im Rahmen der großen MINQ-Ärzterecherche u. a. für die FOCUS-Ärztelisten setzt der Focus auf Ihre Erfahrung mit den Ärzten und lädt Sie zu einer bundesweiten Patientenumfrage ein. Denn: Für die Arztwahl spielt nicht nur die fachliche Reputation von Ärzten eine große Rolle, sondern vor allem auch die Meinung von Patienten. Aus diesem Grund sollen regelmäßig Patienten, Selbsthilfegruppen und Patientenverbände befragt werden.

Um zur Online-Umfrage zur gelangen, klicken Sie bitte hier.

Hinweis vom Focus: Die kurze Umfrage ist anonym und Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt. Sie können bis zum 30. Juni 2014 teilnehmen. Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte telefonisch an uns unter 089/18956020 oder per E-Mail unter der Adresse patienten@minq-media.de.

DDH-M aktuell Ausgabe Juni 2014

2. Juni 2014 - 10:54

Pünktlich zum Monatswechsel ist DDH-M aktuell in der Ausgabe 3/2014 (Juni) erschienen. Titelthema ist dieses Mal das Thema Bluthochdruck.

Cover Bild DDH-M aktuell Ausgabe 3/2014Inhaltsverzeichnis DDH-M aktuell Ausgabe 3/2014

Sie finden in der Zeitschrift Berichte über die PerMediCon 2014, die Diabetes Messe Münster 2014 und die Aktion "Lauf den Zucker runter". Weiter berichten wir darüber, dass es bei insulinpflichtigem Diabetes keine Versorgungsobergrenze für Blutzuckerteststreifen gibt und stellen Ihnen ein neues Handlungsfeld in einer Diabetespraxis vor, nämlich die Diabetesberaterin in einer Schwerpunktpraxis. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat festgestellt, dass bei Diabetikern das Risiko für Depressionen höher ist, also bei Nicht-Diabetikern. Wir kündigen Ihnen außerdem zwei Freizeiten an, den Junior Cup Diabetes 2014 und das Camp-D. Neben weiteren interessanten Themen berichten wir natürlich auch von der Bundesorganisation DDH-M und seinen Landesverbänden ausführlich.

Passend zur Jahreszeit haben wir noch einen Einleger beigelegt, in dem es um die Sommerzeit in Verbindung mit Diabetes geht.

Interessierte Nicht-Mitglieder können die Zeitschrift gerne abonnieren, bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit uns auf.


Junior Cup 2014 jetzt bewerben

25. Mai 2014 - 13:53

Interessierte Mädchen und Jungen im Alter von 10-14 Jahren können sich noch für den diesjährigen Juniorcup Diabetes 2014 bewerben. Informationen zur Bewerbung finden Interessierte hier: Juniorcup Diabetes

An folgenden Terminen findet die deutsche Vorentscheidung, in der 11 Mädchen und Jungen ausgewählt werden, die im Finale gegen gleichaltrige Kinder mit Diabetes aus anderen europäischen Ländern Fußball spielen, um den Titel aus dem vergangenen Jahr zu verteidigen.

5. Juli 2014 Qualifikationsturnier in Mönchengladbach
12. Juli 2014 Qualifikationsturnier in Stuttgart
22.-24. August 2014 Weltmeisterschaft in Arnheim/NL

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