DDH-M Neuigkeiten

Krankenkassenbeiträge sinken, dennoch könnte es teurer werden

9. Dezember 2014 - 9:59

Die Bundesregierung hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, dass die Beiträge der gesetzlichen Krankenkasse neu ordnet. Bisher war es so, dass die Arbeitnehmer einen Beitrag in Höhe von 8,2% und Arbeitgeber einen Beitrag in Höhe von 7,3% des Bruttogehaltes des Arbeitnehmers bezahlt haben. Insgesamt haben die Krankenkassen bisher also einen Beitrag in Höhe von 15,5% erhalten. Dieser Beitrag sinkt zum 1. Januar 2015 auf insgesamt 14,6% (7,3% Arbeitnehmer und 7,3% Arbeitgeber). Die meisten Krankenkassen werden mit diesem Beitrag jedoch nicht auskommen und können weiterhin einen Zusatzbeitrag erheben, der prozentual vom Einkommen erhoben und vom Arbeitgeber einbehalten wird. Die meisten Krankenkassen haben noch nicht entschieden, wie hoch dieser Zusatzbeitrag ausfallen wird. Sie werden das aber wohl im Dezember tun.

Versicherte, deren Krankenkasse einen hohen Zusatzbeitrag erheben, sollten sich überlegen, die Krankenkasse zu wechseln. Gesetzlich krankenversicherte Menschen können bedenkenlos von einer gesetzlichen Krankenkasse zu einer anderen gesetzlichen Krankenkasse wechseln. Die Grundleistungen sind bei allen Krankenkassen dieselben, hinzu kommen freiwillige Sonderleistungen, wie alternative Medizin oder Impfungen. Versicherte sollten die Leistungen gut vergleichen und dann zu einer Krankenkasse wechseln, die die gewünschten Leistungen bietet und preislich interessant ist. Bei dem Wechsel werden Diabetiker nicht nach der Diabetes-Erkrankung gefragt und erleiden keine Nachteile durch den Wechsel, insbesondere gibt es keine risikobedingten Aufschläge. Es besteht auch in jedem Fall auch durchgehender Versicherungsschutz. Menschen mit Diabetes, die eine Pumpe oder andere dauernde Hilfsmittel haben, sollten sich vorher bestätigen lassen, dass die bisherige Therapie ohne erneute Überprüfung fortgesetzt wird.

Auf Dauer wird es für die Versicherten eher teurer, es ist anzunehmen, dass einige Krankenkassen bereits im kommenden Jahr einen Zusatzbeitrag erheben der deutlich über den 0,9% liegt, die es zunächst günstiger wird. Die Krankenkassen können nun wesentlich freier über die Zusatzbeiträge entscheiden als bisher, daher ist es umso wichtiger, dass Versicherte gut vergleichen und ggf. wechseln.


ZDF greift unsere Forderung zur Unterstützung von blinden Menschen mit Diabetes auf

29. November 2014 - 16:44

Menschen mit Diabetes, die sehbehindert oder blind sind, haben nur eine beschränkte Auswahl an Hilfsmitteln. Inzwischen gibt es nur noch zwei Blutzuckermessgeräte, die von sehbehinderten oder blinden Menschen mit Diabetes genutzt werden können. Diese erfüllen aber inzwischen nicht mehr die Normen und werden bald nicht mehr erhältlich sein. Alternativen stehen nicht zur Verfügung, da die verbliebenen Messgeräte für eine sichere Therapie nicht geeignet sind (beispielsweise, weil sie nicht vertonen, wenn zu wenig Blut auf dem Teststreifen ist und falsche Messwerte ausgeben). Ähnlich sieht dies bei den I nsuli npumpen aus, eigentlich erfüllt nur die Deltec Cozmo die Anforderungen, die blinde Menschen mit Diabetes an I nsuli npumpen stellen. Die Deltec Cozmo wird allerdings nicht mehr hergestellt.

Wir haben zusammen mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) eine Kampagne gestartet und fordern gemeinsam die Hersteller auf, hier eine Barrierefreiheit zu schaffen. Das kann durch Pieptöne oder eine Sprachausgabe geschehen, die Blutzuckermessgeräte, die ohnehin mit dem iPhone gekoppelt werden könnten auch die Sprachausgabe des iPhones benutzen. Einer dieser Hersteller, der ein iPhone-kompatibles Messgerät vermarktet, das barrierefrei genutzt werden konnte, hat nach Bekanntwerden dieser Möglichkeiten die App so verändert, dass das Ergebnis der Blutzuckermessung von dem iPhone nicht mehr vorgelesen werden kann. Wir halten dies für absolut unverständlich.

Zum Welt-Diabetes-Tag hat das ZDF in dem Programm "Volle Kanne" unsere Forderungen aufgenommen und einen tollen Bericht hierzu veröffentlicht.

Zu dem Beitrag geht es hier: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2282604/


DDH-M gründet Jugendorganisation DDH-M Jugend

20. November 2014 - 14:26

Zum Weltdiabetestag am 14. November 2014 wurde von der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) eine Jugendvertretung gegründet; die DDH-M Jugend.

Die DDH-M Jugend ist eine Interessensvertretung für Teenager, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 30 Jahren. Mit der DDH-M Jugend möchten wir diese Altersgruppe in der Politik besser vertreten, denn junge Menschen haben andere Bedürfnisse als Erwachsene. Es ist uns auch wichtig, bestehende Veranstaltungen zu unterstützen, neue zu zu planen und aktiv dort aufzutreten, um die Angebote für junge Menschen zu vergrößern. Wir wollen auch die bereits vorhandenen Kontakte zu internationalen Organisationen, wie der International Diabetes Federation, darunter die Young Leaders in Diabetes, stärken, auszubauen und dort aktiv mitzuwirken. Außerdem wollen wir junge Menschen bei der Persönlichkeitsbildung unterstützen und Fortbildungen anbieten, damit sich junge Menschen aktiv im Bereich der Diabetes-Selbsthilfe engagieren und so an die Selbsthilfe heranzuführen. Auch die Verbesserung der Aufmerksamkeit auf die Krankheit ist ein großes Ziel der DDH-M Jugend; die Menschen wissen zu wenig über Diabetes und setzen Typ-1 Diabetes oft mit dem Typ-2 gleich. Hierbei soll Infomaterial erstellt werden, das auf die Probleme der jungen Menschen zugeschnitten ist. Wir wollen nach außen Stellungnahmen abgeben und über die Krankheit und ihre Auswirkungen aufklären.

Außerdem wollen wir ein großes Netzwerk junger Menschen mit Diabetes aufbauen, welches Deutschland durchzieht. Wir wollen Ansprechpartner auf Augenhöhe sein für Probleme, Sorgen und Fragen aller Art. Wir wollen hierbei die modernen Medien nutzen um eine Vernetzung bis in die Entferntesten Regionen Deutschlands aufzubauen. Die regionale Unterstützung von jungen Menschen ist uns wichtig und wir wollen versuchen möglichst bald auch regionale Aktivitäten und „Stammtische“ aufzubauen. Es ist uns hierbei auch wichtig, vorhandene Informationen zu Bündeln und schon Vorhandenes überregional zu verknüpfen.

Geleitet wird die DDH-M Jugend im ersten Jahr von einem dreiköpfigen Gremium bestehend aus Iris Eberspächer (Vorsitzende), Janina Wenzel (stellvertretende Vorsitzende) und Mira Schmidt (Finanzvorstand).

Du hast Interesse, Mitglied zu werden oder Dich aktiv zu beteiligen, um die Zukunft der DDH-M Jugend mitzubestimmen?

Dann melde Dich, wir freuen uns auf Deine Unterstützung!

Ansprechpartner sind: 
Iris Eberspächer (iris.eberspaecher@ddh-m.de),
Janina Wenzel (janina.wenzel@ddh-m.de) und
Mira Stuebing (mira.stuebing@ddh-m.de)


Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium erklärt die Bekämpfung des Diabetes zum Ziel

13. November 2014 - 12:17

Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium weist darauf hin, wie wichtig die Prävention und die Früherkennung von Diabetes ist. Sie erklärt die "Diabetes-Bekämpfung" zu einem der Hauptziele des Präventionsgesetzes.

Frau Fischbach weist in ihrer Pressemitteilung auch darauf hin, dass die zentrale Veranstaltung von diabetesDE und DDH-M zum Welt-Diabetes-Tag am 23. November 2014 in Leipzig stattfindet: "In Deutschland findet die diesjährige zentrale Veranstaltung zum Weltdiabetestag am 23. November 2014 und damit im direkten Anschluss an den Herbstkongress der Deutschen Diabetes-Gesellschaft im Leipziger Kongresszentrum statt. Sie steht unter dem Motto "Gemeinsam den Diabetes anpacken“. Mehr als 30 Expertinnen und Experten informieren rund um das Thema Diabetes mellitus. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm sorgt für Unterhaltung und im Ausstellerbereich werden Neuheiten vorgestellt. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von "diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe" und deren Mitglied, der Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes. Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert."

Die Pressemitteilung vom 13. November 2014 finden Sie hier: http://www.ingrid-fischbach.de/presse/artikel.php?id=3568

Man sieht an den Reaktionen der Politik – auch bei der Diabetes Charity Gala in Berlin – dass die gemeinsamen Aktionen von diabetesDE und DDH-M, wie Diabetes stoppen – JETZT! Früchte tragen und weitergeführt werden müssen. Nur mit diesen gemeinsamen Anstrengungen werden wir es schaffen für die Menschen mit Diabetes eine bessere Versorgung zu erhalten, Einzelkämpfer werden nicht erfolgreich.


Neue Systeme messen nicht direkt den Blutzucker - DDH-M und VDBD raten neue Glukosemessgeräte nur nach Schulung anzuwenden

11. November 2014 - 11:23

Logo des VDBDLogo DDH-MDer VDBD (Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland) und die DDH-M (Deutsche Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes) begrüßen innovative Zuckermesssysteme für Menschen mit Diabetes, die die Menschen im täglichen notwendigen Selbstmanagement noch mehr unterstützen. Die Verbände vertreten jedoch die Auffassung, dass eine Schulung auf Blutzuckermessgeräte nicht ausreicht, um ein kontinuierliches Glukosemessgerät (CGM) oder ein Flash Glucose Messgerät (FGM) sicher anzuwenden.

Insbesondere erfahren Betroffene jenseits von vereinzelten Blutzuckermessungen, wie sich der Glukoseverlauf den Tag über verhält. Diese Informationen verbunden mit einem veränderten Messverfahren zwingt zu einer veränderten Interpretation der Messwerte. Daher sollte auf jeden Fall eine Anwenderschulung stattfinden, da Betroffene lernen müssen, mit den Messwerten/Informationen umzugehen, bzw. diese richtig zu interpretieren, um nicht therapeutisch "überzureagieren". Eine therapeutische Überreaktion könnte schwere Hypoglykämien hervorrufen und die Betroffenen  ernsthaft schädigen. Eine Schulung/Interpretationscoaching gehört in die Hände von Experten. Patienten sollten sich bei Fragen an ihr Diabetesteam wenden.

Da das System aktuell jedoch außerhalb der gesetzlichen Erstattungsmodalitäten vertrieben wird, bleibt individuell zu regeln, in wieweit der zeitliche Aufwand für die Schulung auf das System finanziell beglichen werden kann. Die Verbände fordern, dass die Krankenkassen reagieren und auch im eigenen Interesse bei medizinischer Indikation ein CGM/FGM Geräte bezahlen und für die nötigen Schulungen aufkommen.

Elisabeth Schnellbächer
Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD)
Jan Twachtmann
Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M)

Delegiertenversammlung 2014 - mit neuem Logo noch näher an den Menschen mit Diabetes

10. November 2014 - 10:50

Am 1. November 2014 haben wir unsere diesjährige Delegiertenversammlung durchgeführt.

Wir haben rund um die Veranstaltung eine Fortbildungsveranstaltung durchgeführt, in denen die Themen "Neuigkeiten aus der Diabetologie" und das Thema "Schwerbehinderung" behandelt wurden. Der Rechtsanwalt Oliver Ebert informierte uns über die umfangreichen Neuerungen im Bereich des Schwerbehindertenrechts in den letzten paar Jahren, diese hatten erhebliche Auswirkungen, die dazu geführt haben, dass Menschen mit Diabetes heute häufig nur sehr schwer einen Schwerbehindertenausweis erhalten können. Der zweite Teil der Fortbildung wurde von Jolanta Wittek-Pakulo verantwortet, die uns einen sehr interessanten Einblick in die Vor- und Nachteile der neuen technologischen Anforderungen an die Diabetestherapie geben konnte und uns auch dargestellt hat, wie man sinnvoll mit Technologien wie einem CGM oder dem FGM umgehen kann. Diese Fortbildungen, die gut besucht waren, wurden von der DAK Gesundheit gefördert.

Auf der Delegiertenversammlung hat der Vorstand von den Aktivitäten im Jahr 2013 berichtet und einen ausführlichen Kassenbericht abgegeben, die zuvor auch von den gewählten Revisoren geprüft wurde (der gewählte Vorstand wurde einstimmig entlastet). Außerdem haben wir das Budget vorgestellt und diskutiert. Öffentlich werden wir die Ergebnisse im Geschäftsbericht 2014 vorstellen, der im Jahr 2015 erscheinen wird.

Der erweiterte Vorstand der DDH-M, der aus dem Bundesvorstand und den Landesvorsitzenden besteht, hat der Delegiertenversammlung auch ein leicht angepasstes Logo vorgeschlagen. Das Logo nimmt die Darstellungen aus dem bisherigen Logo auf, zeigt aber stärker wofür wir stehen: Die Menschen mit Diabetes! Das den Menschen behütende Dach bleibt im Logo als wichtiger Anker enthalten und auch den Text Deutsche Diabetes-Hilfe werden wir erhalten. Es hat sich in der Vergangenheit aber gezeigt, dass die Menschen mit Diabetes im Logo zu wenig beachtet werden. Das wollen wir im neuen Logo nun stärker betonen, denn wir stehen für "Mehr Lebensqualität" der Menschen mit Diabetes. Wir werden die Logos auf den Webseiten nun sukzessive anpassen.

Neues Logo der DDH-M

Wir haben außerdem die Satzung angepasst. Hier haben wir als größten Schritt eine moderne Schiedsordnung eingeführt, die Streitigkeiten – die bisher nicht bestehen – innerhalb des Vereins schlichten soll. Eine solche Schiedsordnung haben alle großen Vereine und auch Parteien. Die neue Satzung und die Schiedsordnung finden Sie hier: Satzung und Schiedsordnung Zusätzlich haben wir die bisherige Beitragsordnung um ein attraktives Modell von Fördermitgliedschaften ergänzt.

Ein Bild von der DelegiertenversammlungJan Twachtmann im Gespräch mit Delegierten und GästenRechtsanwalt Oliver Ebert beim VortragRechtsanwalt Oliver Ebert bei seinem VortragDer Vorsitzende bei der VersammlungsleitungJan Twachtmann führt durch die Versammlung

Die Delegierten in der PauseDie Delegierten in der PauseDie Delegierten in der PauseDie Geschäftsführerin von diabetesDE, Nicole Mattig-Fabian, bei ihrem VortragJoachim Riener in einer Diskussion mit einem anderen DelegiertenNicole Mattig-Fabian bei ihrem VortragNicole Mattig-Fabian berichtet über die Kampagnen von diabetesDEJan Twachtmann leitet die VersammlungJan Twachtmann stellt die nächste Referentin, die Diabetologin Jolanta Wittek-Pakulo, vor.Die Diabetologin Jolanta Wittek-Pakulo bei ihrem Vortrag.Die Diabetologin Jolanta Wittek-Pakulo bei ihrem Vortrag.Jan Twachtmann arbeitet in der Pause.Zwei Delegierte unterhalten sich.

Keine Insulin-Fertigpens mehr in Festbetragsgruppen

26. Oktober 2014 - 13:17

Worum geht es?

Der gemeinsame Bundesausschuss hat eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie beschlossen (Beschluss vom 18.09.2014). Dort sind Festbeträge für I nsuli ne geregelt. Bisher gab es dort eine Gruppe für Fertigpens, diese ist nun entfallen. Hierdurch wird die Verordnungsfähigeit massiv erschwert. Es ist zu befürchten, dass die Fertigpens als unwirtschaftlicher eingestuft werden, als herkömmliche Pens und damit eine Verordnungsfähigkeit gar ganz entfällt. Dabei sind die Kosten für die Fertigpens nur geringfügig höher.

Argumentation des Gemeinsamen-Bundesausschusses

Der Gemeinsame-Bundesausschuss argumentiert, es handele sich primär um eine persönliche Präferenz der Betroffenen und eine Schulung sei sowieso notwendig, dann könne man auch den Umgang mit einem nachfüllbaren Pen schulen. Es gäbe, so der Gemeinsame-Bundesausschuss weiter, keine Belege, dass es Patientengruppen gibt, die ausschließlich mit einem Fertigpen umgehen können.

Probleme für Menschen mit Diabetes

Für Menschen mit Sehbehinderungen oder blinde Menschen mit Diabetes ist der Umgang mit einem normalen Pen jedoch schwer, viele sind überfordert, wenn sie die I nsuli n-Patrone wechseln müssen. Mit einem Fertigpen kommen diese Menschen aber sehr gut zurecht.

Auch viele Menschen mit Diabetes, die nicht blind oder sehbehindert sind, haben auch Probleme den Umgang mit einem normalen nachfüllbaren Pen zu erlernen. Das sind oft auch ältere Menschen mit Diabetes, insbesondere, wenn sie den Umgang mit einem Pen im Alter neu erlernen müssen. Es gibt hier zahlreiche Gruppen von Menschen, für die die Therapie mit einem Fertigpen erheblich leichter ist.

Forderung

Die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) schließt sich einer Forderung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) an (Pressemitteilung) und fordert den Beschluss anzupassen und sicherzustellen, dass Menschen mit Diabetes auch zukünftig Fertigpens zur Verfügung stehen.


Ich bin „geflasht“ - Gastbeitrag von Ulrike Turm

4. Oktober 2014 - 10:25

Gastbeitrag

Bei dem Beitrag handelt es sich um einen Gastbeitrag, dieser gibt die Meinung der Autorin wieder, die nicht zwingend auch die Meinung der DDH-M darstellen muss.


Autorin

Ulrike Thurm

Ulrike Thurm ist Diabetesberaterin, Diabetikerin, Sportlerin und Autorin. Sie hat die "International Diabetes Athletes Association" (IDAA) mitgegründet und die  nsuli npumpenfibel.html">CGM- und I nsuli npumpenfibel geschrieben. Sie ist außerdem Mitglied der "Arbeitsgemeinschaft diabetologische Technologie der DDG" AGDT.


Beitrag

Wow, nach fast 30 Jahren Typ 1 Diabetes nun plötzlich einen Alltag ganz ohne Blutzuckermessen, das soll möglich sein? O.K., die, die mich länger kennen, wissen, dass ich seit 2008 CGM – Dauerträgerin bin, aber CGM soll hier mal ausnahmsweise KEIN Thema sein, denn Flash Glukose Monitoring, also das Gerät, dass mich gerade „flasht“, hat NICHTS mit CGM zu tun, außer der Gemeinsamkeit, dass ein Sensor im Unterhautfettgewebe liegt, aber damit hören dann die Gemeinsamkeiten auch fast auf, denn Flash Glukose stellt keine Konkurrenz zum CGM dar, sondern soll ein Ersatz für das lästige Blutzuckermessen sein. Lästig nicht in dem Sinne von unnötig, sondern umständlich, kennen wir alle: Messgerät rausholen, Streifen, Stechhilfe…und dann den blutigen Abfall entsorgen etc. Gut, irgendwann ist das für jeden insulinspritzenden Diabetiker zur Gewohnheit geworden, aber es gibt im Leben durchaus nettere Gewohnheiten, als diese. So, damit soll jetzt Schluss sein, sagt Abbott. Hm, kann ich irgendwie nicht glauben, dachte ich mir.

Als Anfang September dann ernst wurde, war ich schon sehr gespannt, was mich da erwartet. Gemeinsam mit meiner nicht diabetischen Kollegin Anja (auch Diabetesberaterin DDG) wurden wir also von zwei Abbott Mitarbeitern geschult und bekamen das Flash Glukose System angelegt. Das Setzen war wirklich total einfach, der Sensor so kurz und fein, dass ich den gar nicht gemerkt habe, und, das wirklich sensationelle, der Sender ist so flach und klein, wie ein 2 Euro Stück, dass man ihn schon Sekunden nach dem Legen vergessen hat. Eine Stunde, die wir dann mit weiteren Einführungen in das System überbrückt haben, mussten wir warten, dann konnten wir das Messgerät über den Sensor halten, quasi scannen, und schwups, der erste Glukosewert erschien im Display. Da der Sensor den Glukosewert im Unterhautfettgewebe misst, ist dieser nicht identisch mit dem Blutzucker.

Wow, geht wirklich. Am ersten Tag waren die angezeigten Werte in unserem Falle sehr undiabetisch, soll heißen, sehr niedrig. Ich kann nach den ersten Tagen dazu jetzt keine großen Verhaltenstipps geben, würde Jedem Flash Träger aber empfehlen, am ersten Tag weiterhin wie bisher die Blutzuckerwerte zu messen und das Gerät erstmal kennen zu lernen. Nach 24 Stunden hatte ich das Gefühl, dass sich das System „gefunden“ hatte, die Werte waren und sind echt zuverlässig, habe heute auch mit Messwerten aus dem Labor verglichen und dazu kann ich nur sagen: Labor: 125 mg/dl (6,9 mmol/l) und der Freestyle Libre: 126 mg/dl (7,0 mmol/l) – also, besser geht’s nicht.

Darstellung des Freestyle Libre mit dem BZ Wert 132 mg/dlAber der Kleine kann noch viel mehr, er ist quasi so eine kleine „Eierlegendewollmilchsau“, will meinen, er misst nicht nur Blutzucker, er hat auch einen Bolusrechner integriert (analog zum Freestyle I nsuli nx), der allerdings nur mit Precision Blutzuckermessstreifen funktioniert, die ebenso in das Gerät eingeführt werden können, und, und das ist für mich ein echter Knaller, er misst auch Blutketone – unverzichtbar für jeden Typ 1 Diabetiker, ganz besonders für I nsuli npumpenträger, also, ein echter Allrounder.

Der wirkliche Vorteil liegt aber nicht nur in den genauen Messwerten, sondern in den Trendanzeigen: Das heißt für die Praxis, ich sehe nicht nur die aktuelle Höhe meines Wertes, sondern auch die Richtung, in die sich mein Glukoseniveau gerade entwickelt, hier also 132 mg/dl (7,3 mmol/l) leicht ( 1-2 mg /Minute) ansteigend. Das sagt mir, ich kann mich getrost auf mein Fahrrad setzen und nach Hause radeln, was ich bei 132 mg/dl (7,3 mmol/l) senkrecht (über 2 mg / Minute) fallend NICHT tun sollte, zumindest wäre ich in letzterem Fall dann nicht wirklich weit gekommen.

Darstellung des Freestyle Libre mit einer AuswertungsanzeigeFür Freunde der Statistik hat das System auch einiges zu bieten: Man kann sich seine Glukosemittelwerte zu den jeweiligen Tageszeiten, ein Tagebuch, den Tagesverlauf, lückenlos über 24 Stunden, wenn man mindestens alle 8 Stunden einmal scannt, die Werte im Zielbereich, Tagesmuster, Anzahl der Hypos etc. im Display anzeigen lassen. Wenn man die Daten aus dem Gerät mit der Firmensoftware in einen Computer (oder Mac) ausliest, sind die Möglichkeiten noch vielfältiger:

Auswertungsdarstellung von Abbott
Darstellung von Abbott: https://www.freestylelibre.de

Die Daten werden mit dem sogenannten AGP-Report (Ambulanten Glukose Profil) gleich ordentlich aufbereitet, sehr neckisch. So, jetzt aber genug der Produktbeschreibung, kann sich Jede und Jeder viel besser selber anschauen und durchlesen auf der Abbott-Homepage (freestylelibre.de), zurück zu meinem Praxistest. Also, ich habe den Kleinen natürlich einigen Härtetests unterzogen: eine lange Strecke laufen, sehr schnelles, schweißtreibendes spinning, Fußball spielen mit durchaus heftigem Körperkontakt (ist ja schließlich Verbandsliga). Hat gehalten, sogar ohne zusätzliche Fixierung. Damit hätte ich nicht gerechnet – beeindruckend.

Scannen kann man das Gerät auch ganz problemlos durch jede Kleidung, auch durch eine dickere Jacke hindurch, ist dadurch extrem unauffällig und auch bei längeren Autofahrten gut durchführbar.

Aber das, was mich wirklich am meisten beeindruckt hat, waren die Reaktionen der Patienten, die ich in den folgenden Tagen zur Diabetes-Schulung hatte und denen ich das neue Gerät natürlich sofort präsentiert habe. Bei einer musste ich mich fast körperlich zur Wehr setzen, damit sie es mir nicht vom Arm reißt, eine andere war vor Begeisterung, Rührung, Erleichterung, Freude über diese neue Lebensqualität, die sie damit erfahren darf, so ergriffen, dass sie 15 Minuten am Stück geweint hat. Alle wollten sich sofort auf der Seite registrieren lassen, um das neue Stück ab Anfang Oktober sofort ausprobieren zu können. Selbst eine eigentlich eher technikkritische Diabetologin, bei der ich einige Tage später geschult habe, war so angetan von dieser komplett neuen Möglichkeit der Glukoseüberwachung, dass sie darüber sofort einen Vortrag für Ihren Qualitätszirkel von Hausärzten haben wollte. Den konnte ich ihr allerdings noch nicht liefern, aber das wird wohl auch noch kommen, vermute ich.

Die Reaktionen der Diabetiker, ganz besonders derjenigen, die Ihr Leben schon viele Jahre gemeinsam mit Ihrem Diabetes bestreiten, waren so bewegend, so berührend, dass ich, gegen meine Gewohnheit, etwas über meinen eigenen Diabetes zu schreiben (ich fühle mich deutlich wohler beim Verfassen von Fachliteratur), mich entschieden habe, meine ersten Eindrücke über dieses neue System in dieser Form zu Papier zu bringen. Denn eine gute Glukosekontrolle plötzlich ohne ständiges Blutzuckermessen hin zu bekommen, den Wert abrufen zu können, so oft man will – damit entfällt nun endgültig die lästige Diskussion mit dem Diabetologen, wie viele Teststreifen man denn bekommen kann, wo man will, egal ob die Hände gerade dreckig, nass oder eisig kalt sind, ist schon eine echte Sensation. Für alle, die bis dato noch nie ein CGM getragen haben, wirklich eine Erfahrung, die einem die Tränen in die Augen treiben kann, denn man kann dann ab sofort und dauerhaft in den eigenen Stoffwechsel hineinschauen. Das ist wirklich ergreifend.

Hier mal ein paar wenige Live – Kommentare:

„Wow, gestern wollte ich mir unbedingt das neue IPhone 6 kaufen, bin ein totaler Apple – Freak und brauche da immer das neuste Gerät, aber wenn ich das sehe, vergiss das IPhone 6, ich will Flash kaufen“

Ein junges Paar, finanziell nicht gerade als wohlhabend zu bezeichnen, er seit vielen Jahren Typ 1, kam gemeinsam in die Sprechstunde, nach dem sie Flash Glukose Monitoring gesehen hatten, meinte sie sofort, ohne eine Sekunde zu überlegen:

„Weißt Du was, ab dem 01.10.2014 tun wir beide was für unsere Gesundheit, ich höre auf zu rauchen und von dem Geld kaufen wir dann Deine Flash Sensoren!“

Das nenne ich wahre Liebe!

Doch mir kam dann auch noch ein anderer Gedanke, da ich ja auch schon „etwas länger, wie gesagt, fast 30 Jahre“ in der Diabetesbranche tätig bin: Als in den 80ziger Jahren die Blutzuckerselbstkontrolle auf den Markt kam, war das Geschrei groß: Wie könnte man es wagen, den Patienten als Nicht-Ärzten ein solches Instrument in die Hand zu geben, die werden damit gar nicht umgehen können, das ist gegen den medizinischen Ethos etc. Aber Vordenker wie Prof. Michael Berger hat hier als Visionär einfach im Namen der Patienten weiter gekämpft. Er und seine Frau Ingrid Mühlhauser haben auch immer wieder mit Studien belegt, dass die Patienten am besten eingestellt sind, die am häufigsten messen - damit hätten wir hier die Lösung, und das auch noch, ohne sich 10-15 mal in den Finder stechen zu müssen.

Auch jetzt werden sicherlich einige Ärzte Bedenken äußern: so viele Werte, postprandiale Blutzuckerwerte, die die Patienten vorher niemals gesehen haben, Trends und Diagramme werden sie überfordern... Sicherlich sind so viele Daten gewöhnungsbedürftig, aber mehr Wissen gilt in fast allen Bereichen des Lebens eher als Vorteil, denn als Nachteil. Natürlich braucht es für dieses System eine gute Schulung, einen überlegten und reflektierten Umgang mit seiner Diabetestherapie, aber der Gewinn an Lebensqualität ist schon sensationell.

Deshalb mein Tipp: ausprobieren. Ich denke, das Flash Glukose Monitoring wird viele Fans finden, aber sicherlich auch Menschen, die so viele Informationen gar nicht haben möchten, die Entscheidung liegt ja bei Jedem Diabetiker selbst. Der Preis ist verlockend, das Gerät soll ab Anfang Oktober verfügbar sein, erstmal für Selbstzahler, aber ich hoffe, bei den Preisen werden die Kassen das Ganze bald übernehmen. Denn das Messgerät kostet schlappe 59 Euro und ein Sensor, der komplette 14 Tage misst, zwischen 55 – 59 Euro, je nach Bestellmenge. Das entspricht also genau den Kosten für Blutzuckermessstreifen bei I nsuli npumpenträgern, im Gegenteil, ist sogar noch etwas günstiger, je nach Messstreifensorte.

Ja, Flash Glukose Monitoring ist etwas völlig Neues. Vielen Menschen machen neue Dinge Angst oder sie sind sehr skeptisch gegenüber Veränderungen, aber es ist ja auch kein Muss. Aber allen anderen würde ich einfach raten, es mal auszuprobieren, sich mal „flashen“ zu lassen, um sich selber ein Urteil bilden zu können, ob sie diese vielen Daten mögen, die Trends, das unkomplizierte Scannen der Werte, so oft man dies möchte – ein Versuch lohnt sich alle Mal. In diesem Sinne, viel Spaß beim „neuen Entdecken Eures Stoffwechsels“.

Oder: „Dem Gehenden legt sich der Weg unter die Füße“ – geht los – es flasht!

Darstellung des Glukoseverlauf an einem Tag
Darstellung von Abbott: https://www.freestylelibre.de

Ulrike Thurm


Diabetes Pass nun auch elektronisch

26. August 2014 - 16:25

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat in Zusammenarbeit mit dem Kirchheim Verlag den herkömmlichen Diabetes Pass um eine elektronische Version erweitert. Den Diabetes Pass gibt es nun als App für Android und iOS Smartphones und bietet den bekannten Funktionsumfang zur Verwaltung von Therapiedaten.

Mehr Informationen finden Sie hier: Pressemitteilung vom 25. August 2014

Oder direkt im jeweiligen App Store: iOS Android
 


Ein Rückblick zum Medtronic Junior Cup Diabetes

26. August 2014 - 10:32

Straßenschild weißt auf den Juniorcup hindiabetesDE und DDH-M waren dieses Jahr Partner des Medtronic Junior Cups Diabetes, einem tollen Event für Jungs und Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren. Vor zwei Jahren wurde die deutsche Auswahl bereits Weltmeister. Dieses Jahr gab es sogar die Möglichkeit, den Weltmeistertitel zu verteidigen und zusammen mit der Fußball-Nationalmannschaft Doppelweltmeister zu werden.

Vorausscheidung

Insgesamt 89 Jungs und Mädels stellten sich in zwei Ausscheidungswettbewerben den professionellen Scouts, die aus allen 89 Kindern ein Team aus 11 Spielern für den Medtronic Junior Cup Diabetes zusammenstellen sollten. Ein Vorbereitungsturnier fand in Mönchengladbach statt, das andere in Stuttgart. Die Mannschaften wurden zunächst bunt gemischt zusammengewürfelt und mussten mit ihrer Mannschaft um den Turniersieg kämpfen. Am Ende wurden insgesamt 10 Jungs und 1 Mädchen ausgewählt. Die Mädchen mussten sich dem selben Modus stellen und sich gegen die Jungs durchsetzen.

Freitag - Abschlusstraining und Eröffnungsfeier

Am 23. und 24. August fand die Endrunde des Junior Cups in Arnheim/Niederlande statt. Die Organisation war großartig und bereits am 22. August, an dem Tag fand die Eröffnung statt, haben insbesondere die Italiener und die Spanier für eine unglaubliche Stimmung gesorgt; Bas van de Goor und der niederländische Ex-Fußball Nationalspieler André Ooijer haben eine motivierende Rede gehalten. Die Vizepräsidenten von Medtronic Europe, Anette Brüls, hob hervor, wie wichtig auch die Verständigung unter den unterschiedlichen Nationen ist. Insgesamt sind rund 500 Personen angereist (Kinder, Eltern, Geschwister, Betreuer, Mitarbeiter), die für ein gutes Gelingen gesorgt haben. Insgesamt sind zwölf Teams gegeneinander angetreten (10 EU, 2 Nicht-EU), teilgenommen haben: Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Slowakei, Spanien, Ungarn Das Turnier fand im Sportzentrum Papendaal statt, dem Trainings- und Leistungszentrum des Eredivisionärs Vitesse Arnhem. Dort waren auch alle Personen im Hotel untergebracht.

Das Team vor der EröffnungszeremonieFanzone

Samstag - Vorrundenspiele

die GruppenphaseAm ersten Tag (23. August) fanden Gruppenspiele statt, es gab zwei Gruppen mit jeweils sechs Mannschaften, die um den Gruppensieg gespielt haben, die erste beiden der jeweiligen Gruppe dürfen dann am zweiten Tag (24. August) um den Titel spielen. Die anderen durften unter sich den besten ausmachen.

Das deutsche Team musste gleich gegen die Slowakei loslegen und kam nicht gut ins Turnier (unentschieden). Danach gab es einen jederzeit ungefährdeten Sieg gegen die Schweiz, mehr als einen Torschuss bekamen die Gegner nicht (4:0). Die Slowakei und Ungarn hatten in der Zwischenzeit alle anderen Gegner mit hohen Siegen abgeschossen und wir haben uns schwer getan mit Österreich (2:0), obwohl auch der Sieg nicht gefährdet war. Kurz danach hat Ungarn gegen die Slowakei gewonnen, wodurch es für das deutsche Team relativ sicher war, mindestens zweiter werden zu können. Aber dann kam das Spiel gegen Ungarn, das hart umkämpft war und nach einer 2:0 Führung noch einmal knapp wurde. Am Ende gab es aber doch einen 3:2 Sieg, damit hatte unser Team die Führung übernommen. Zuletzt mussten die Jungs und Mädels noch gegen Russland spielen und gewinnen, sie errichten einen schönen 5:0 Sieg. Damit konnte sich das Team souverän als Gruppenerster für die Finalspiele (Halbfinale, Finale) qualifizieren. Abends gab es noch ein gemeinsames Abendessen mit Musik.

Sonntag - Die Finalspiele

Halbfinale

MannschaftsaufstellungIn der Finalrunde durfte unser Team um den Weltmeistertitel spielen. Zunächst ging es im Halbfinale gegen Belgien. In dem Spiel stand es lange 0:0 unentschieden und die Belgier hatten keine echte Torchance und viel Dusel; sie haben sich meistens darauf beschränkt, den Ball rauszubolzen. Leider haben die Schiedsrichter gnadenlos an ihre Leistung vom Vortag angeknüpft; sie hätten sich nicht fürs Finale qualifiziert. Die Belgier bolzen den Ball von der Mittellinie ins deutsche Toraus und bekommen einen Eckball, auch mit nur rudimentären Physikkenntnissen konnte dort kein deutsches Bein dazwischen kommen. Anders war es auf der anderen Seite der belgische Torwart fälscht den Ball in das Toraus ab und bekommt einen Abstoß. Leider fiel durch unglückliche Umstände in dem folgenden Troubel das 1:0 für die Belgier kurz vor Schluss. Auch wenn das Ergebnis die Leistungen der Mannschaften nicht wiederspiegelt, war es ein faires schönes Spiel.

Spiel um Platz 3

Im Spiel um Platz 3 müsste Deutschland noch einmal gegen Ungarn ran. Auch hier haben die Schiedsrichter alles andere als souverän gepfiffen. Ein ganz klares Foul der Ungarn an einem deutschen Stürmer im Strafraum (Grätsche ohne Ballberührung gegen den Mann) führte, na wer errät es, klar zum "Vorteil" für die Ungarn. Deutschland spielte aber stark und ließ die Ungarn, die sonst fair und entschlossen kämpften, nicht ins Spiel kommen und gewann 2:1. Damit war der dritte Platz sicher. Den 1. Platz holten ohne Probleme die Niederländer gegen die Belgier, die komplett chancenlos waren.

Mannschaftssport

Insgesamt hat die deutsche Mannschaft eine ganz tolle Leistung gezeigt. Die Kinder kannten sich vorher nicht und sind sich teilweise beim Auswahlturnier begegnet teilweise erst am Freitag beim Abschlusstraining in Gladbach. Innerhalb von nur wenigen Stunden sind alle zu einem starken Team zusammengewachsen, die für einander gekämpft haben und die auch ohne Murren auf der Bank gesessen haben. Auch die mitgebrachten Fans haben die Mannschaft kompromisslos angefeuert, es waren Eltern, Geschwister und auch Großeltern mit an Board und alle brachten entsprechende Fandeko mit. Wir hatten bis zu den Endspielen aufgrund des Heimvorteils der Niederländer den größten Fanblock und die Fans waren bis zuletzt am lautesten und mit den meisten Emotionen dabei. Klasse. Insgesamt war es ein tolles und vor allem faires Event, das Kinder von 10-14 Jahren aus 12 Nationen zusammen gebracht hat.

Warum unterstützen wir den Medtronic Junior Cup Diabetes?

Der Medtronic Junior Cup Diabetes ist ein tolles Beispiel dafür, wie es möglich ist, Aufmerksamkeit auf das Thema Kinder, Sport & Diabetes zu lenken. Die Kinder sollen sehen, dass man mit Diabetes keine Einschränkungen haben muss und alles machen kann. Gerade Sport halten viele für problematisch, zahlreiche Hochleistungssportler mit Diabetes zeigen aber, dass das unbegründet ist. Toll, dass auch Nationalspieler wie André Ooijer an diesem Event teilgenommen haben, das in der niederländischen Presse große Erwähnung fand. Es ist für junge Menschen mit Diabetes auch wichtig andere Kinder mit Diabetes kennenzulernen, was vielfach im Alltag nicht möglich ist. Hier haben sie die Möglichkeit andere Kinder aus anderen Ländern kennenzulernen, was auch die Sprachkenntnisse fördert, das ist gelebte EU. Den Kindern hat das Wochenende total viel Freude gemacht und sie hatten wegen dem Diabetes einen Vorteil gegenüber anderen gleichaltrigen Kindern - sie durften in der deutschen Diabetes Nationalmannschaft spielen. Darum unterstützen wir den Junior Cup! Übrigens, in zwei Jahren geht's weiter.

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Impressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom JuniorcupImpressionen vom Juniorcup

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