Neue Systeme messen nicht direkt den Blutzucker - DDH-M und VDBD raten neue Glukosemessgeräte nur nach Schulung anzuwenden

Logo des VDBDLogo DDH-MDer VDBD (Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland) und die DDH-M (Deutsche Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes) begrüßen innovative Zuckermesssysteme für Menschen mit Diabetes, die die Menschen im täglichen notwendigen Selbstmanagement noch mehr unterstützen. Die Verbände vertreten jedoch die Auffassung, dass eine Schulung auf Blutzuckermessgeräte nicht ausreicht, um ein kontinuierliches Glukosemessgerät (CGM) oder ein Flash Glucose Messgerät (FGM) sicher anzuwenden.

Insbesondere erfahren Betroffene jenseits von vereinzelten Blutzuckermessungen, wie sich der Glukoseverlauf den Tag über verhält. Diese Informationen verbunden mit einem veränderten Messverfahren zwingt zu einer veränderten Interpretation der Messwerte. Daher sollte auf jeden Fall eine Anwenderschulung stattfinden, da Betroffene lernen müssen, mit den Messwerten/Informationen umzugehen, bzw. diese richtig zu interpretieren, um nicht therapeutisch "überzureagieren". Eine therapeutische Überreaktion könnte schwere Hypoglykämien hervorrufen und die Betroffenen  ernsthaft schädigen. Eine Schulung/Interpretationscoaching gehört in die Hände von Experten. Patienten sollten sich bei Fragen an ihr Diabetesteam wenden.

Da das System aktuell jedoch außerhalb der gesetzlichen Erstattungsmodalitäten vertrieben wird, bleibt individuell zu regeln, in wieweit der zeitliche Aufwand für die Schulung auf das System finanziell beglichen werden kann. Die Verbände fordern, dass die Krankenkassen reagieren und auch im eigenen Interesse bei medizinischer Indikation ein CGM/FGM Geräte bezahlen und für die nötigen Schulungen aufkommen.

Elisabeth Schnellbächer
Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD)
Jan Twachtmann
Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M)