DDH-M Neuigkeiten

Kathi Schanz Botschafterin von DDH-M

25. Mai 2017 - 13:08

Seit heute ist Kathi Schanz, Deutsche Meisterin im Tischtennis und Videobloggerin, Botschafterin von DDH-H. "Ich freue mich, dass Kathi Schanz trotz ihrer zahlreichen Verpfichtungen unsere Einladung angenommen hat. Mit der deutschen Tischtennismeisterin, die einen eigenen YouTube-Kanal unterhält, möchten wir besonders die Online-Community ansprechen", begrüßte Juliane Grützmann, stellvertretende Vorsitzende der DDH-M die neue Botschafterin. "Ich fühle mich sehr geehrt durch diese Auszeichnung und freue mich riesig darauf, die moderne Selbsthilfe bekannter zu machen und auch Jüngere gezielt anzusprechen", sagte die amtierende deutsche Vizemeisterin im Tischtennis bei einem Treffen der Selbsthilfe im Rahmen des Diabetikerkongress 2017 der Deutschen Diabetes Gesllschaft (DDG) in Hamburg. 


Aufnahme als Mitglied in der BAG SELBSTHILFE

1. Mai 2017 - 14:09

Logo der BAG SELBSTHILFEKürzlich haben wir berichtet, dass wir in den PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband aufgenommen worden sind.

Am 29.04.2017 fand im Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) die nächste turnusmäßige Sitzung der Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e. V. (BAG SELBSTHILFE) statt. Bereits im vergangenen Jahr stand unser Mitgliedsantrag zur Abstimmung, er wurde seinerzeit vertagt, damit der Monitoring Ausschuss die Strukturen der DDH-M und die Zusammenarbeit mit diabetesDE überprüfen kann. Die DDH-M hat dem Monitoring Ausschuss der BAG SELBSTHILFE alle angeforderten Unterlagen und Informationen zur Verfügung gestellt. Wie erwartet kam der Monitoring Ausschuss zu dem Ergebnis, dass die Tätigkeit der DDH-M vollumfänglich satzungs- und leitsatzkonform ist.

Der Mitgliedsantrag stand aufgrund dessen erneut zur Abstimmung. Die BAG SELBSTHILFE hat sich in seiner Mitgliederversammlung mehrheitlich dafür ausgesprochen, die DDH-M als Mitglied in die BAG SELBSTHILFE aufzunehmen.

Die BAG SELBSTHILFE ist einer der größten Selbsthilfe Dachverbände und vertritt – wie auch der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband –bundesweit in (politischen) Gremien und dem Deutschen Behindertenrat die Interessen der Menschen mit Behinderungen. Die DDH-M freut sich, dass sie nun endlich auch die Probleme, Nöte und Rechte der vielen Menschen mit Diabetes in der BAG SELBSTHILFE und den weiteren Greminen vertreten und wahrnehmen kann. Die BAG SELBSTHILFE entscheidet mit dem Deutschen Behindertenrat auch über die themenbezogene Besetzung von Gremien wie dem Gemeinsamen-Bundesausschuss (G-BA), einem politischen Gremium, das über die Verordnungsfähigkeit von Hilfsmitteln und Medikamenten in der gesetzlichen (und indirekt auch der privaten) Krankenversicherung entscheidet. Des Weiteren verbessert die Mitgliedschaft in der BAG SELBSTHILFE die Möglichkeit eine finanzielle Pauschalförderung der Krankenkassenverbände zu erhalten, da die Mitgliedschaft in der BAG SELBSTHILFE inoffiziell Voraussetzung für eine echte Förderung ist, wie sie auch der Größe des Verbandes angemessen ist.

Mit der Mitgliedschaft in der BAG SELBSTHILFE können wir weiter gestärkt für die Lebensqualität der vielen Millionen Menschen mit Diabetes kämpfen, passend zur Bundestagswahl und zum 50.-jährigen Jubiläum der BAG SELBSTHILFE.


DDH-M Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband

11. April 2017 - 16:41

Berlin - Seit heute ist es offiziell: Die DDH-M ist zum 1. Mai einstimmig als Mitglied vom Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands aufgenommen worden. „Wir freuen uns sehr, innerhalb dieses Dachverbands und gemeinsam mit anderen Organisationen verstärkt für das Wohl von Menschen mit Diabetes in Deutschland einzutreten“, sagte Vorstandsvorsitzender Jan Twachtmann, nachdem er die Nachricht erhalten hatte. Der Paritätische ist einer von sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und Dachverband von über 10.000 eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und darauf, gemeinsam einiges bewegen zu können“, ergänzte die stellvertretende Vorsitzende Juliane Grützmann in Berlin.


Skifahrt für erwachsene Typ-1-Diabetiker

7. Dezember 2016 - 14:08

Die Jugendvertretung der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) e.V. führt vom 24.03. bis 01.04.2017 erstmals eine Skifahrt für Erwachsene mit Diabetes Typ 1 und Partner durch. Ingesamt 30 Teilnehmer können sich im malerischen Maria Alm bei alpinen Bedingungen untereinander "messen" und sich über ihre Erfahrungen zum Diabetes austauschen. Mit zum einwöchigen Programm gehören auch Seminare und Skiunterricht. Anmeldung und alle Teilnahmebedingungen gibt es hier.


Angehörige von Menschen mit Diabetes vom VDBD für BMfG-Projekt gesucht

6. Oktober 2016 - 12:39

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projektes sucht der VDBD Angehörige von Menschen mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2). Interessenten werden einladen, an einer der Fokusgruppen teilzunehmen. Im Rahmen einer Gruppendiskussion werden verschiedene Fragen zum Alltag gestellt. Mögliche Teilnehmer, die mit 100,- Euro plus Reisekosten für ihren Aufwand entschädigt werden, sollten 18 Jahre alt, aber nicht Eltern von Kindern mit Diabetes sein. Ausreichende Deutschkenntnisse sollten vorhanden sein. Die Gruppen treffen sich am 25.10.16 in München zwischen 16-19 Uhr, am 26.10.16 in Hannover von 16-19 Uhr und am 10.11.16 in Jena von 15-18 Uhr. Für weitere Fragen steht Dr. Nicolle Müller, eMail: nicolle.mueller@med.uni-jena.de, Telefon: 03641-933071 zur Verfügung.


Diabetes und Sehen-Bündnis ist Aktionspartner bei der Woche des Sehens

21. September 2016 - 17:13

Im Rahmen der Kampagne "Woche des Sehens", die dieses Jahr vom 8. bis 15. Oktober 2016 stattfindet, sind die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes e.V. gemeinsam mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) als Bündnispartner von "Diabetes und Auge" als Aktionspartner involviert. Die Woche des Sehens findet bereits zum fünfzehnten Mal statt und macht durch eine Vielzahl von Aktionen bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens und die Ursachen von Blindheit aufmerksam. Getragen wird die Aktionswoche von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf und PRO RETINA Deutschland. 

Schon seit 2014 vereint die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes e.V. mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ihre Kräfte im Bündnis "Diabetes und Auge". Dabei verfolgen wir zwei Ziele: Zum einen soll Diabetespatienten die Wichtigkeit einer regelmäßigen augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung deutlich gemacht werden, zum anderen soll die Lebenssituation von Betroffenen, bei denen ein Sehverlust eingetreten ist, verbessert werden. DBSV und DDH-M sind gemeinsam aktiv, um Patienten, Ärzte und Diabetesberaterinnen über die Möglichkeiten einer Rehabilitation nach Sehverlust durch Diabetes aufzuklären. Zudem werden die Hersteller von Medizinprodukten für die Notwendigkeit von barrierefrei bedienbaren Blutzuckermessgeräten etc. sensibilisiert. 

Mehr Informationen finden Sie bei Vermischtes.


Diabetes und Auge - Thema bei der Woche des Sehens 2016

21. September 2016 - 13:22

Eine Augenärztin untersucht mit Hilfe einer Spezialbrille, dem Brillenophthalmoskop, die Netzhaut einer Patientin.

Netzhautuntersuchung beim Augenarzt / Bildnachweis: BVA

 

Woche des Sehens 2016 - 8. bis 15. Oktober 2016 
Seit 2014 vereint die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes e.V. mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ihre Kräfte im Bündnis "Diabetes und Auge". Dabei verfolgen wir zwei Ziele: Zum einen soll Diabetespatienten die Wichtigkeit einer regelmäßigen augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung deutlich gemacht werden, zum anderen soll die Lebenssituation von Betroffenen, bei denen ein Sehverlust eingetreten ist, verbessert werden. DBSV und DDH-M sind gemeinsam aktiv, um Patienten, Ärzte und Diabetesberaterinnen über die Möglichkeiten einer Rehabilitation nach Sehverlust durch Diabetes aufzuklären. Zudem werden die Hersteller von Medizinprodukten für die Notwendigkeit von barrierefrei bedienbaren Blutzuckermessgeräten etc. sensibilisiert. 

Im Jahr 2016 ist das Bündnis "Diabetes und Auge" Aktionspartner der "Woche des Sehens", die vom 08. bis 15. Oktober 2016 stattfindet. Die Kampagne wird genutzt, um Menschen mit Diabetes mit Hilfe eines Faltblatts auf die Verhütung von Folgeerkrankungen des Diabetes am Auge, Therapiemöglichkeiten sowie barrierefreie Medizintechnik und Reha-Möglichkeiten aufmerksam zu machen. 

Die Initiative „Diabetes und Auge“ wird von Bayer unterstützt.  


Endlich ist es soweit, der CGM-Beschluss des G-BA ist veröffentlicht

6. September 2016 - 18:26

Lange haben wir gewartet, nun hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Beschluss des Gemeinsamen-Bundesausschusses über die Regel-Verordnungsfähigkeit von kontinuierlichen Glukosemesssystemen (CGM) veröffentlicht.

Der Beschluss ist damit wirksam und findet ab jetzt Anwendung. Dies betrifft auch alle laufenden Antrags-, Widerspruchs- und Klageverfahren; in allen muss der Beschluss in der jetzigen Fassung bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.

Eine erste Einschätzung zu den Voraussetzungen hatten wir hier bereits veröffentlicht: CGM-Beschluss des G-BA

Mehr zu der Veröffentlichung des Beschlusses gibt es hier zu lesen: Auf die Plätze, fertig, CGM: Der CGM-Beschluss ist veröffentlicht und wirksam (Rechtsfragenblog.de)

Wer die Indikation für ein CGM erfüllt kann nun ein CGM beantragen. Wichtig ist es daher, einen gut formulierten und begründeten Antrag zu stellen, darüber hinaus sollte man mit dem Diabetologen zusammen objektiv die Indikation zu prüfen. Wir weisen insofern noch einmal auf den CGM-Antrag der AGDT (Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)) hin, denn weiterhin wird nicht jeder ein CGM bekommen, sondern die Indikation wird genau geprüft werden.

Bei Fragen und Problemen unterstützen wird gerne.


Beach winD Trophy vom 5. - 6. November in Berlin

6. September 2016 - 10:18

Vom 5. bis 6. November findet erstmalig die Beach winD Trophy für Eltern mit Kindern mit Diabetes Typ 1 in Berlin statt. Unter Anleitung können alle Teilnehmenden ihre Ball-Fertigkeiten in Eurpaas größter Beachhalle ausbauen und ihre Kenntnisse in Bezug auf Diabetes erweitern. Und die Kids lernen spielerisch, wie sie Diabetes im Alltag und in Ausnahmesituationen wie etwa Turnieren besser managen. Weitere Infos finden Sie hier.


CGM-Beschluss des G-BA

16. Juni 2016 - 14:53

Tagesordnung des G-BADie gute Nachricht vorweg, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass das Kontinuierliche Glukosemesssystem (CGM) zukünftig als Kassenleistung von der Krankenversicherung bezahlt werden soll. Die Vernunft siegt, die Lebensqualität kommt für Menschen mit Diabetes.

Hintergrund

Der G-BA beschließt auf Bundesebene, welche Leistungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig sind. Hierzu gibt es Gutachten in Auftrag, in denen Nutzen und Wirtschaftlichkeit bewertet werden. Diese Gutachten werden von dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellt.

Der G-BA hat im Jahr 2011 festgestellt, dass es sich bei dem CGM um eine sogenannte Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode (NUB) handelt. Solche NUBs sind im ambulanten Bereich grundsätzlich – mit wenigen Ausnahmen – von der Versorgung ausgeschlossen (§ 135 Abs. 1 Satz 1 SGB V). Lediglich im stationären Bereich darf eine Versorgung erfolgen. Hintergrund ist der Schutz der Patienten und der Schutz der Finanzlage der Sozialversicherung (Wirtschaftlichkeit der Methode). Der G-BA hat deswegen das IQWiG mit der Bewertung beauftragt.

Das IQWiG hat bereits im Jahr 2015 festgestellt, dass ein Zusatznutzen für bestimmte Indikationen vorhanden ist. Der G-BA muss allerdings für die Verordnungsfähigkeit einen formalen Beschluss fassen. Vorgesehen war dieser ursprünglich für Herbst 2015, wurde dann jedoch verschoben.

Verschärft wurde die Situation dadurch, dass das Bundessozialgericht im Juli 2015 entschied, dass es sich bei dem CGM um einen NUB handelt und damit eine Verordnungsfähigkeit nur in Notfällen im Sinne von § 2 Abs. 1a SGB V zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden darf.

Der Beschluss

Heute, am 16.06.2016 hat der G-BA hierzu erneut getagt. An der Beschlussfassung haben wir teilgenommen.

Der zuständige Unterausschuss hat empfohlen, dass das CGM zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung im ambulanten Bereich verordnungsfähig sein soll und somit in den Hilfsmittelkatalog aufgenommen wird. Die bisher bekannten Voraussetzungen sind:

  • Intensivierte Insulintherapie (ICT) oder Pumpentherapie (CSII)
    • sowohl bei Typ-1 als auch bei Typ-2 Diabetes
  • Schulung für das CGM, möglichst mit Erfahrung im CGM
  • medizinische Notwendigkeit um die Therapieziele zu erreichen oder zu halten
  • schwere Einstellbarkeit des Stoffwechsels ohne CGM
  • CGM mit Alarmfunktion
  • CGM mit kontinuierlicher Übertragung
  • Beachtung des Datenschutzes durch den Hersteller

Der Beschluss wurde vom Gremium des G-BA – in dem es keine stimmberechtigten Patientenvertreter gibt, was dringend geändert werden muss – einstimmig angenommen.

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Beschluss, dazu, dass das Bewertungsverfahren für die stationären Bereich mangels Relevanz eingestellt werden soll. Im stationären Bereich werden CGM jedoch nicht umfassend angewendet und es gab kein negatives Testat des G-BA, so dass eine Versorgung im stationären Bereich wegen § 137c Abs. 2 SGB V weiterhin möglich bleibt.

Hinweis: Den offiziellen Beschlusstext finden Sie unten in der Anlage.

Die offizielle Pressemitteilung finden Sie hier: Kontinuierliche Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten künftig GKV-Leistung für insulinpflichtige Diabetiker

Flash Glucose Monitoring (FGM)

Unserer Auffassung nach wird das FGM hiervon nicht berührt. Denn bei dem FGM handelt es sich um ein System, dass zwar dasselbe Messverfahren einsetzt, allerdings keine kontinuierliche Übertragung und keine Warnmeldungen verschafft. Eine Nutzenbewertung unter Berücksichtigung dieses Umstandes hat bisher nicht stattgefunden. Dies hat auch der G-BA betont und verlangt im Rahmen des jetzigen Beschlusses eine "Alarmfunktion". Wir vertreten jedoch die Ansicht, dass es sich bei dem FGM nicht um eine Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode (NUB) handelt, sondern um eine Weiterentwicklung der Blutzuckermessung. Dies wurde auch bereits in einem ersten positiven Urteil bestätigt: SG Konstanz, Anerkenntnisgerichtsbescheid vom 31.05.2016, S 8 KR 1870/15. Mehr Informationen dazu gibt es auf dem Blog von Rechtsanwalt Oliver Ebert: http://www.diabetes-und-recht.de/erstes-urteil-zu-freestyle-libre-patient-hat-anspruch-auf-kostenuebernahme/.

Sollte sich hierzu in der Rechtssprechung eine gegenteilige Auffassung durchsetzen müsste geprüft werden, ob ein neues Bewertungsverfahren erfolgen muss oder ob die Bewertung zum CGM ausreichend ist.

Stellungnahme

Wir begrüßen den Beschluss – soweit bisher bekannt – außerordentlich. Denn es wurde bereits befürchtet, dass eine Verordnungsfähigkeit nur in Fällen von schweren Verläufen wie in § 2 Abs. 1a SGB V beschrieben hergestellt wird. Dem ist nicht so, ausdrücklich soll das CGM auch dazu genutzt werden, die Therapieziele zu erreichen sowie diese zu halten. Das ist eine wichtige wegweisende Entscheidung, denn durch eine ausreichend gute Therapie können schwere Folgeschäden und -erkrankungen vermieden oder vermindert werden. Hierdurch steigt die Lebensqualität der Menschen mit Diabetes enorm, auf der anderen Seite spart aber auch die Gesellschaft viel Geld.

Die Einschränkungen auf Menschen mit Diabetes mit ICT und CSII ist sinnvoll, weil unter den anderen Therapieformen die Therapie zum einen mit herkömmlichen Mitteln noch nicht ausgeschöpft ist und zum anderen besonders Menschen unter diesen Therapien profitieren. Wichtig ist, dass es keine Einschränkung auf Typ-1er gibt, denn in vielen Fällen haben Typ-2er vergleichbare Bedürfnisse in der Therapie, wie die Typ-1er. Mit dem jetzigen Beschluss wird beiden gedient.

Auch die Notwendigkeit einer Schulung halten wir für essentiell. Denn ein CGM Verlauf ist etwas anderes als ein Blutzuckerwert, dieser muss entsprechend interpretiert und in die Therapieentscheidungen einfließen. Die Schulung ist auch notwendig, um das Wesentliche aus der Therapie herauszuholen.

Einzig unklar ist, wie die Krankenkassen und die Gerichte die Therapieziele einschätzen, die man sich setzen soll oder wie problematisch die Einstellung eines Blutzuckers sein muss, damit ein CGM in Betracht kommt. Hier muss die Praxis der Krankenkassen und die Bewertung der Gerichte in den zu entscheidenden Einzelfällen abgewartet werden. Derzeit sieht es jedoch positiv aus denn der G-BA hat ausdrücklich festgestellt:

Mit der rtCGM können die Blutglukoseselbstmessungen verringert und die Stoffwechsellage langfristig verbessert werden, ohne dass dabei das Risiko schwerer Unterzuckerungen in Kauf genommen werden muss. Dies gilt insbesondere dann, wenn die festgelegten individuellen Therapieziele zur Stoffwechseleinstellung ohne die Nutzung der rtCGM nicht erreicht werden können (Hervorhebung durch uns; vgl. Pressemitteilung G-BA vom 16.06.2016, https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/623/, zuletzt abgerufen am 16.06.2016).

Im Übrigen war auch die Vermeidung von Folgeschäden ein Motiv:

„Mit Hilfe der kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung kann die Blutzuckereinstellung bei Diabetikern, die auf eine intensivierte Insulintherapie angewiesen sind, deutlich verbessert werden. Selbst häufige Blutglukoseselbstmessungen mittels Teststreifen reichen manchmal nicht aus, gefährliche Unter- oder Überzuckerungen zu vermeiden. Eine gute individuelle Blutzuckereinstellung ist bei Diabetes aber immens wichtig, da nur so schwere Begleit- und Folgeerkrankungen vermieden oder verzögert werden können“, sagte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung (vgl. Pressemitteilung G-BA vom 16.06.2016, https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/623/, zuletzt abgerufen am 16.06.2016).

Deutlich wird aber, dass die übliche Therapie (also ICT/Pumpe ohne CGM) ausgeschöpft sein muss. Anderenfalls wird es auch zukünftig kein CGM geben. Das muss dokumentiert und vom Arzt bestätigt werden. Auch die bisherige Therapie und die Schulungen sollten sorgfältig dokumentiert sein.

Unsere langjährige politische Arbeit auf allen Kanälen hat sich hier ausgezahlt.

Wie geht es weiter?

Der Beschluss wird nicht sofort wirksam. Das Bundesministerium für Gesundheit führt die Rechtsaufsicht über das IQWiG und deren Beschlüsse. Der Beschluss wird also nun dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt. Der Beschluss wird erst wirksam, wenn das BMG die "Nichtbeanstandung" feststellt. Danach wird der Beschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist dann endgültig wirksam und für alle Seiten verbindlich. Die Frist für die Beanstandung beträgt ab der Vorlage durch den G-BA zwei Monate. Das bedeutet, dass der Beschluss spätestens in rund zwei Monaten veröffentlicht werden kann. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass das BMG den Beschluss beanstandet.

Haben Sie noch Fragen?

Sofern Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne an unsere Geschäftsstelle wenden. Die Fragen werden von Herrn Rechtsanwalt Jan Twachtmann beantwortet. Herr Twachtmann leitet den Verein DDH-M ehrenamtlich und arbeitet beruflich in einer Kanzlei, die sich auf Medizin- und Sozialrecht spezialisiert hat. Herr Twachtmann beantwortet Ihre Fragen gerne.

Aktualisierungen

Die finale Fassung des Beschlusses ist noch nicht veröffentlicht. Aktuelle Meldungen und Neuigkeiten werden wir hier regelmäßig einpflegen und es hier vermerken.

Aktualisierung 16.06.2016 – 16:41 Uhr:

Rechtsanwalt Oliver Ebert hat die Entscheidung ausführlich kommentiert: http://www.diabetes-und-recht.de/kontinuierliche-glukosemessung-wird-kassenleistung/

Aktualisierung 16.06.2016 – 16:50 Uhr:

Beschlusstext eingefügt.

Aktualisierung 16.06.2016 – 17:24 Uhr:

Stellungnahme ergänzt


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