DDH-M Neuigkeiten

Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1: Anmeldung für 2019 ab sofort möglich

6. März 2019 - 18:06

Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1: Anmeldung für 2019 ab sofort möglich

Die Selbsthilfeorganisation DDH-M bietet auch in diesem Jahr wieder verschiedene Diabetes-Camps an, bei denen sich Kinder und Jugendliche auf eine Woche voll sportlicher Aktivitäten und Diabetes-Schulungen freuen können. 

Die Anmeldung für 2019 für folgende Reisen ist ab sofort möglich:

  • Pfingst-Camp im Norden
  • Bodensee-Freizeit
  • Teen-Treff
  • Erlebniswoche

Sport, Spiel, Spaß und eine fachgerechte Betreuung erwarten jeden, der sich für eine Reise mit DDH-M entscheidet!

Das Anmeldeformular für alle Interessierten ist hier abrufbar.


Projekt: Du und Diabetes

27. Februar 2019 - 18:35

Projekt: Du und Diabetes​
Gesprächs- und Aktivitätengruppe für Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren mit Diabetes Typ 1 in Berlin

Klara Kaden und ihr Team (Judith Herbst, Marianne Joseph und Ruth Benson) bieten einen geschützten Raum für sämtliche Fragen, die junge Mädchen bewegen - und manchmal auch belasten. Das Besondere ist, dass durch die Kompetenzen des Teams sowohl körperliche wie auch seelische Prozesse berücksichtigt werden können. Rat kann sich Klaras Team jederzeit bei einer Ärztin und zwei Psychologinnen des Sozial-pädiatrische Zentrums der Charité holen. 

Ziele:

  • Erlebnisse schaffen bei Aktivitäten, die Mädchen und auch die Gruppe stärken
  • Einen Raum schaffen für alle Themen, die junge Mädchen bewegen
  • Erfahrungen teilen, besonders um den Alltag gut zu meistern
  • Tricks und Hilfestellung vermitteln und innerhalb der Gruppe erarbeiten, um Schwierigkeiten mit dem Diabetes und den Umgang mit schlechten Gefühlen anzugehen

Mehr Informationen finden Sie im Flyer, der hier heruntergeladen werden kann.


Neu bei DDH-M: Eltern-Kind-Schulungswochenende im Norden

18. Februar 2019 - 16:48

Eltern-Kind-Schulungswochenende im Norden

Die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes hat ein weiteres Eltern-Kind-Wochenende im Angebot. Bei dieser Reise können Familien mit ihren Kindern vom 1.11.19 - 3.11.2019 ein verlängertes Wochenende im Ressort Weißenhäuser Strand an der Ostsee verbringen. Neben Schulungen zum Diabetes mit dem Fokus auf sportliche Aktivitäten, gibt es eine Menge gemeinsames zu erleben. 

Dieses Schulungswochenende ist für Familien, die Kinder mit und ohne Diabetes Typ 1 haben. Auch wenn der Alltag in diesen Familien durch die notwendige Diabetestherapie und die Rücksichtnahme um das erkrankte Kind bestimmt ist, möchten die Eltern den Geschwisterkindern ohne Diabetes genauso viel Aufmerksamkeit widmen.

Andrea Witt (Diabetesberaterin DDG und Vorsitzende der Zuckerschnuten e.V.) organisiert seit vielen Jahren diese besonderen Familien-Schulungswochenenden im Norden. In diesem Jahr wird das Eltern-Kind-Schulungswochenende im Ressort Weißenhäuser Strand an der Ostsee stattfinden. Ab sofort können sich Familien zu diesem Event anmelden.
Das Anmeldeformular ist für alle Interessenten hier abrufbar.


Diabetes und Piercing & Tattoo

8. Februar 2019 - 8:29

Diabetes und Piercing & Tattoo

Unser neuer Themenflyer ist da: Diesmal geht es um Risiken, die durch das Stechen von Tattoos oder Piercings für Diabetiker entstehen können. In dieser Information haben wir die Erfahrungen von Diabetes Typ 1ern, die Tattoos und Piercings tragen, zusammengestellt. Unser Anliegen ist, dass sich jeder, der ein Tattoo oder Piercing tragen möchte, rasch informieren kann, was wichtig ist und worauf am besten zu achten ist.

Unsere kleine Informationsbroschüre entstand durch das Engagement innerhalb der DDH-M Jugend, die auch schon den Flyer „Diabetes und Alkohol“ initiiert hatte. Dem Thema Tattoo und Piercing nahm sich Iris Schmidt an, die den Flyer redaktionell erarbeitet und illustriert hat. Im Vorfeld hatte sie sich mit Tätowierern, Ärzten, Diabetesberaterinnen und jungen Typ 1ern mit Tattoos und Piercings unterhalten, um die häufigsten Fragen und Antworten zusammenzustellen. „Aus meiner Erfahrung mit der Erfahrung von anderen für Unerfahrene“, fasste die medizinische Fachangestellte beim T1Day in Berlin zusammen, als der Flyer erstmals vorgestellt wurde. Dr. med. Katarina Braune von der Charité betreute die medizinische Seite. Der Flyer Diabetes und Piercing & Tattoo kann hier heruntergeladen werden: https://menschen-mit-diabetes.de/arbeit-des-verbandes/informations-flyer.


2019 weiter mit der Tradition: Ferienfreizeiten Erlebniswoche, Bodenseefreizeit, Teen-Treff und Beach winD Trophy

28. Januar 2019 - 13:38

Die Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) setzt auch 2019 mit den beliebten altersgerechten Ferienfreizeiten Erlebniswoche, Bodenseefreizeit, und Teen-Treff die Tradition fort, eine Woche Diabetes-Ferien für junge Betroffene anzubieten.
Neu im Programm sind das Pfingstcamp in Norden (Bad Segeberg) und geplant wird ein Eltern-Kind Wochenende im Ressort Weißenhäuser Strand an der Ostsee. 
Zur Freude vieler sportbegeisterter Familien ist auch dieses Jahr wieder die Beach winD Trophy am Start. 
Allen Veranstaltungen ist gemeinsam, dass der Gedanke der Selbsthilfe durch gemeinsames Erleben und dem Erfahrungsaustausch unter den Betroffenen selbst und den betroffenen Familien untereinander gefördert wird. Die DDH-M nimmt ab sofort Anmeldungen für alle Freizeiten und Familienevents entgegen. Die Anmeldeformulare sind hier eingestellt.

 


Erweiterter Bundesvorstand der DDH-M (EBV) berufen

6. November 2018 - 16:27

Der am 29. September 2018 in Lünen neu gewählte Bundesvorstand hat am 5. November den Erweiterten Bundesvorstand (EBV) der DDH-M berufen. Namentlich sind das die Vorsitzenden der vier Landesverbände sowie deren Stellvertreter: Heide Brinkis und Thorsten Sievers für den Landesverband Bremen, Dr. Egon Hohenberger und Ralf Glaubel für den Landesverband Mitteldeutschland, Martin Hadder und Hansgünter Bischoff für den Landesverband Nordrhein-Westfalen und Alois Michel und Johann Pitsch für den Landesverband Rheinland-Pfalz.

Die Berufung des EBV erfolgte gemäß Paragraf §10 Abs. 5 der Satzung: „Der Vorstand kann für wichtige Entscheidungen einen erweiterten Vorstand bilden, der andere Gruppierungen wie beispielsweise den Beirat oder die Landesvorsitzenden mit einbezieht.“ Der EBV nimmt in seiner Beratungsfunktion für den Bundesvorstand eine wichtige Stellung ein. Besonders bei zentralen Entscheidungen, die Auswirkungen auf den Gesamtverband haben. Es können auch weitere Beiräte durch den Bundesvorstand berufen werden, die mit ihrer fachlichen Sachkenntnis auch den EBV beraten und zu einer Entscheidung beitragen. In dieser Funktion sind die Berufenen beratende, aber nicht stimmberechtigte Mitglieder des Vorstandes.


Diana Droßel als Beirätin in den Bundesvorstand berufen

6. November 2018 - 16:23

Der neue Vorstand hat auf seiner konstituierenden Sitzung am 2. Oktober 2018 Diana Droßel (Typ 1) als Beirätin in den Bundesvorstand berufen (§10 Abs.5 Satzung DDH-M). In dieser Funktion ist die Diabetesberaterin ein beratendes, aber nicht stimmberechtigtes Mitglied des Vorstands. Ihr Spezialgebiet ist „Diabetes und Auge“. Darüber hinaus wird Diana Droßel dem Bundesverband mit Rat und Tat zur Seite stehen. Durch ihre langjährige Erfahrung in verschiedenen Gremien wie im wissenschaftlichen Beirat für Diabetes mellitus der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Robert Koch-Institut (RKI) oder als stell.  Vorsitzende von diabetesDE und 1. Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Nordrhein e.V. bringt sie aus verschiedenen Bereichen eine einzigartige Expertise ein. „Wir sind sehr froh, dass Diana Droßel uns besonders auch im Hinblick auf Barrierefreiheit unterstützt“, sagte Judith Krämer, Vorsitzende des Bundesvorstandes nach der Wahl. Die neue Beirätin ist gemeinsam mit Dr. Matthias Kaltheuner Initiatorin und Leiterin des App-Siegels „DiaDigital“. Zudem begleitet sie als Patientenvertreterin kontinuierlich die Weiterentwicklung medizinisch-fachärztlicher Leitlinien zum Typ-1-Diabetes.

Weitere Beiräte sollen den Bundesvorstand unterstützen
Die Beiräte der DDH-M haben ausschließlich beratende Funktion und werden bei speziellen Entscheidungen zu Rate gezogen. Darüber hinaus möchte der Bundesvorstand eine Anlaufstelle für ratsuchende Mitglieder und auch Nicht-Mitglieder schaffen, die sich direkt an den Beirat wenden können. In diesen Expertenkreis sollen unter anderem Selbsthilfegruppenleiter, Vertreter aus diabetesspezifischen Berufen berufen werden, die für soziale oder rechtliche Themen bei Diabetes ihr Fachwissen zur Verfügung stellen, wie beispielsweise Anwälte. „Damit möchten wir den direkten Kontakt zwischen Ratsuchenden und Experten fördern“, erläuterte Judith Krämer im Anschluss an die Sitzung.
Mehr über unseren Beirat finden Sie hier.


Die DDH-M mit neuem Bundesvorstand

2. November 2018 - 17:22

Am 29. September 2018 wurde in Lünen (NRW) ein neuer Bundesvorstand gewählt. Die im Vorfeld gewählten Delegierten der Bundesebene, die benannten Delegierten der Landesverbände und die geborenen Delegierten aller Vorstände wählten mit großer Einigkeit Judith Krämer (Typ 2) aus dem Saarland zur Vorstandsvorsitzenden. Finanzvorstand ist ab sofort Ralph Droßel (Typ 1) aus NRW, Beisitzer sind Juliane Ahlers (Typ 1), ebenfalls NRW, Andrea Witt (Typ F) aus Schleswig-Holstein und der Berliner Ümit Sahin (Typ 2). Herr Sahin wurde auf der ersten konstituierenden Sitzung des neuen Vorstands einstimmig zum stellvertretenden Vorstand gewählt. Damit stehen erstmals zwei Diabetiker Typ 2 an der Spitze der DDH-M. Zudem wurden die Kassenprüfer neu benannt: Jörg Westheide (Bayern) und Hans-Jürgen Mühlhaus (Niedersachsen) lösten Hansgünter Bischoff (NRW) und Elke Heck (RLP) ab. 

Nach Entlastung des alten Vorstands und Verabschiedung der ehemaligen Vorstandsmitglieder, bedankte sich der scheidende Vorstandsvorsitzende Jo Riehle (in Abwesenheit), mit einem verlesenen Grußwort an die Versammlung, bei allen Mitstreitern für ihre geleistete Arbeit und das Engagement für die DDH-M. Neue Vorstandsvorsitzende der DDH-M, Judith Krämer, die als einziges ehemaliges Vorstandsmitglied wieder im Amt bestätigt wurde, hatte sich im letzten Jahr für mehr Aufklärung und Information der Menschen mit Diabetes eingesetzt. Ihre Motivation ist, dass sie ihr Wissen als Diabetesberaterin und ihre Tatkraft in den Dienst der DDH-M stellen möchte, um eine patientennahe und moderne Selbsthilfeorganisation zu etablieren. In ihrer Arbeit erfährt sie täglich, wie wenig Wissen über Diabetes in der Bevölkerung vorhanden ist und dass das nicht hinnehmbar ist.

Ralph Droßel, als neuer Finanzvorstand, wird mit Umsicht und Sorgfalt die Fördergelder der Krankenkassen, Mitgliedsbeiträge und Spenden sorgsam zum Wohl der DDH-M verwalten. Sein Credo ist, dass sich die moderne Selbsthilfe über vielfältige Diabetes-Projekte für Kinder und Jugendliche, für die ganze Familie und sowie für Diabetiker aller Typen und Nationalitäten definiert. Damit bündeln wir unsere Ideen mit ehrenamtlichen Engagement und werden für viele Diabetiker als Verband attraktiv, die Selbsthilfe für nicht mehr zeitgemäß halten.

Juliane Ahlers, eine junge Apothekerin und Andrea Witt, Mutter einer Tochter mit Typ-1, Diabetesberaterin und viele Jahre im Diabetes-Ehrenamt im Norden unterwegs, möchten Projekte für die junge Diabetes-Generation und auch deren Familien unterstützen. Andrea Witt gehen dabei nie die Ideen aus und wird sich gern mit ihrer reichen Erfahrung als Leiterin der Selbsthilfegruppe „Zuckerschnuten“ einbringen.

Digitalisierung und Vernetzung über die sozialen Medien, das sind für Juliane Ahlers und Ümit Sahin Plattformen, die sie stärker bespielen möchten. DDH-M braucht eine starke öffentliche Präsenz, damit unsere vielen Projekte auch ihre Zielgruppen erreichen können. Der DDH-M Bundesvorstand hat mit Ümit Sahin einen kompetenten Vertreter für die vielen öffentlichen Termine und Veranstaltungen zum Thema Diabetes direkt vor Ort in Berlin. 

Der Bundesvorstand hat mit der Bundesgeschäftsstelle in Berlin eine professionelle Basis, um die vielen Aufgaben zu bewältigen, die nun anstehen. So ist die Fortführung der verbandsinternen Angelegenheiten zur Satzung ebenso wichtig wie eine breite Aufstellung der Projekte und der medialen Präsenz. Mit der, nur wenige Tage nach der Wahl, erfolgten konstituierenden Sitzung, ist der Vorstand geschäftsfähig und hat seine Arbeit vollumfänglich aufgenommen.

Lernen Sie unseren neuen Vorstand kennen: https://menschen-mit-diabetes.de/wir-ueber-uns/vorstand

 

Herzenssache Lebenszeit

15. Mai 2018 - 8:08

Aufklärung durch Ärzte und Betroffene in über 100 Städten

Heute (Dienstag, den 15. Mai) starten zum ersten Mal verschiedene Mitglieder der DDH-M Landesverbände im Rahmen der Aufklärungsinitiative „Herzenssache Lebenszeit“ in einem Infobus durch Deutschland. Von Bad Mergentheim geht es los nach Heidenheim/Brenz. Dieses Jahr werden zwei rote Busse parallel eingesetzt, um in knapp 100 Städten Menschen über #Diabetes und die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu informieren.
 
„Schon seit Jahren sind wir mit dabei, wenn es heißt, als Betroffene mit anderen ins Gespräch zu kommen, die entweder Diabetes haben oder ein erhöhtes Risiko“, erläutert Alois Michel, Finanzvorstand DDH-M und Vorsitzender des Landesverbands Rheinland-Pfalz. „Aufklärung ist extrem wichtig, auch um einer Erkrankung vorzubeugen“, ergänzt Marlies Michel. Interessierte können sich bis Juli in den Bussen kostenlos informieren und medizinisch beraten lassen.
 
Schirmherr der diesjährigen Aufklärungstour ist Harry Wijnvoord, ehemaliger „Der Preis ist heiß“-Moderator. Bei einer Untersuchung in Vorbereitung auf das „Dschungelcamp“ in Australien wurde bei ihm Diabetes „zufällig“ entdeckt. Bei der Auftaktpressekonferenz am 8. Mai in der Rheinland-Pfälzischen Landesvertretung riet der Entertainer, über Diabetes offen zu sprechen und sich nicht davor zu scheuen, einen Arzt zu konsultieren.
 
Die Tourdaten finden Sie hier: https://www.boehringer-ingelheim.de/stoffwechsel/diabetes/tourdaten-herzenssache-lebenszeit
 


Erste europäische Leitlinie zu Diabetes und Straßenverkehr

27. März 2018 - 13:22

Diabetespatienten dürfen grundsätzlich Auto fahren
 
Erstmals in Europa wurde die Fahrtauglichkeit bei Diabetes auf wissenschaftlich fundierter Grundlage bewertet und in einer Leitlinie zusammengestellt. Damit liegen jetzt klare Handlungsempfehlungen für mehr als sechs Millionen Patienten in Deutschland, für Ärzte, Verkehrsmediziner, Amtsärzte, Diabetesberater, Psychologen, Behörden und Versicherungsfachleute vor. „Darauf haben wir lange gewartet“, erläuterte Juliane Grützmann, Geschäftsführerin der DDH-M nach der Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 15. März in Berlin. „Bislang waren viele Patienten verunsichert, denn es gab keine eindeutigen Richtlinien, auch nicht für Ärzte, die Gutachten geschrieben haben. Ich begrüße die Leitlinien sehr, denn damit werden Unklarheiten auf beiden Seiten beseitigt und die Beantragung eines Führerscheines ist um einiges leichter.“ Das bedeute sowohl mehr Teilhabe als auch die Möglichkeit, Berufe wie Lastwagen- oder Taxi-Fahrer ausüben zu können, ergänzte die Diabetesberaterin.
 
Die sogenannte S2-e-Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ wurde auf Initiative der DDG mit anderen Fachgesellschaften und Verbänden auf der Grundlage sämtlich verfügbarer wissenschaftlicher Evidenz erstellt. Die 188 Seiten umfassende Leitlinie bietet nun eine zusätzliche Rechtssicherheit sowohl für Ärzte als auch für Patienten. Sie informiert Behandler über die fachlich gebotene Vorgehensweise, einschließlich Patientenaufklärung. „Ein Arzt, der sich an diese wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen hält, muss grundsätzlich keine Haftung befürchten“, betonte Rechtsanwalt Oliver Ebert bei der Pressekonferenz der DDG in Berlin. „Zugleich können Ärzte auch ein sogenanntes ‚ärztliches Fahrverbot‘ aussprechen und Verhaltensvorgaben machen, wenn dies angezeigt ist“, fügte der Rechtsanwalt hinzu.
 
Patienten wiederum können einfacher gegen ein fehlerhaftes Gutachten vorgehen und einen drohenden Verlust der Fahrerlaubnis abwenden. „Das schützt vor Diskriminierung und Ausgrenzung, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und sichert berufliche Existenzen“, betonte Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG. Am Ende profitierten auch Begutachter von der Leitlinie. „Ihnen sind klare Kriterien an die Hand gegeben“, so Gallwitz.
 
Wichtige Gründe, die Fahreignung zu verlieren, sind eine unbehandelte Schlaf-Apnoe oder wiederholte schwere Unterzuckerungen. „Bei zwei schweren Unterzuckerungen im Wachzustand innerhalb eines Jahres darf man zunächst nicht mehr Auto fahren“, erläuterte Professor Dr. med. Reinhard Holl, Koordinator und Mitautor der Leitlinie und Mitglied im Ausschuss Soziales der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vom Institut für Epidemiologie des Universitätsklinikum Ulm. Aber die Leitlinie zeige auch Möglichkeiten auf, die Gefahr von Unterzuckerungen zu verringern und die Fahrtauglichkeit damit wiederzuerlangen – etwa durch eine Medikamenten-Umstellung, Wahrnehmungsschulungen oder eine kontinuierliche Glukosemessung mit akustischer Warnfunktion. Außerdem gebe die Leitlinie praktische Tipps zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. „Jeder Insulinpatient sollte vor Fahrtantritt den Blutzucker messen und schnellwirkende Kohlenhydrate etwa in Form von Traubenzucker im Auto griffbereit haben“, sagte Prof. Holl.
 
Eine vorübergehende Fahruntauglichkeit liegt bei schweren Stoffwechselentgleisungen, in der Einstellungsphase auf Insulin, aber auch bei anderen wichtigen Therapieumstellungen oder Dosisänderungen vor – sie gilt, bis der Blutzuckerstoffwechsel stabil ist. „Die neue Leitlinie dürfte dazu beitragen, die Sicherheit im Straßenverkehr insgesamt zu verbessern“, bilanzierte DDG-Mediensprecher Prof. Gallwitz.
 
Die Leitlinie gilt bis zum 30. November 2022 und kann herunter geladen werden unter: https://tinyurl.com/y8uefqqx
 


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