Gemeinschatfliches Wohnen für ältere Menschen mit Diabetes Typ 1 als Alternative zu Pflegeeinrichtungen. Die erste WG dieser Art in Deutschland soll als genossenschaftliche Wohnanlage in Schwalmstadt-Treysa (Hessen) errichtet werden. Interessenten sollten dem gemeinschaftlichen Wohnen aufgeschlossen sein.

40 Jahre war „Sissi“ Kuhn-Prinz mit ihrer Quartalszeitschrift „Insuliner“ Ratgeberin und engagierte Fürsprecherin für die Interessen von Menschen mit Diabetes. Zum Jahresende 2018 schloss sie die Redaktion und verfolgt nun ein neues, nicht minder ehrgeiziges Projekt. Anneliese Kuhn-Prinz möchte eine Wohngemeinschaft für ältere Menschen mit Diabetes Typ 1 aufbauen. Es ist die wahrscheinlich erste WG dieser Art in Deutschland. Dafür wird eine genossenschaftliche Wohnanlage in Schwalmstadt-Treysa (Hessen) errichtet werden.

"Menschen mit Diabetes Typ 1 werden in vielen Pflegeeinrichtungen nur unzureichend betreut", sagt Kuhn-Prinz. Ziel ist es, dass die Bewohner gegenseitig über die individuelle Therapie informiert sind, um sich bei Bedarf unterstützen zu können. Langfristig kann dazu eine eigene Pflegekraft beschäftigt werden.

Anneliese Kuhn-Prinz im Portraitbild

Bei der Behandlung von Diabetes Typ 1 spielen die Erfahrungen der Betroffenen eine sehr große Rolle. Als langjährige Diabetiker wissen sie, was ihrem Stoffwechsel und dem Körper guttut. Ihr Diabetesmanagement soll auch im Alter so beibehalten werden, wie sie es zuvor mit Erfolg praktiziert haben. Aufmerksamkeit ist das Wichtigste“, sagt Kuhn-Prinz (Foto, privat). 

Gegenseitige Aufmerksamkeit gelte für alle und fange bei alltäglichen Dingen an: Situationsbezogene Information über therapeutische Maßnahmen, Angabe der Nahrungsbestandteile bei gemeinsamen Mahlzeiten, möglichst frühzeitige Planung von Aktivitäten, usw. 

Anneliese Kuhn-Prinz sucht für die Wohngemeinschaft Mitbewohner, die ihre Selbstständigkeit auch im Umgang mit Diabetes Typ 1 erhalten wollen. Das Projekt bietet Platz für etwa 20 Bewohner; Paare und Singles, werden selbstbestimmt in eigenen Wohnungen leben. Treffpunkt für vielerlei Aktivitäten wird ein großer Gemeinschaftsraum sein. Kuhn-Prinz: „Die Planung ist abgeschlossen. In Kürze werden die Bagger anrollen." Anneliese Kuhn-Prinz wird dort selbst einziehen.

Interessenten sollten dem gemeinschaftlichen Wohnen gegenüber aufgeschlossen sein und schon längere Zeit darüber nachgedacht haben.
Kontakt: 02661 917 66 44

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