Der Europäische Tag der Parodontologie (12. Mai) steht dieses Jahr unter dem Motto: "Parodontitis und Diabetes - eng verzahnt". Dafür hat die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie eine große Online-Kampagne für Menschen mit Diabetes gestartet, auch mit einem Online-Vortrag von Prof. Dr. Eickholz.

Nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen sollte der Besuch des Zahnarztes weit oben auf der Tagesordnung stehen. Vor allem für Menschen, die die Fragen „Zahnfleischbluten?“ oder „Zuckerkrank?“ mit „Ja!“ beantworten müssen.

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) ruft deshalb Patienten auf, ihre Behandlungen fortzusetzen. „Es ist kein Problem, dass wegen COVID-19 eine Parodontitis-Behandlung oder Zahnreinigung beim Zahnarzt in den letzten Wochen ausgesetzt wurde“, sagt die Präsidentin der DG PARO, Professorin Bettina Dannewitz. „Aber ich rate Betroffenen, jetzt wieder mit ihrem Zahnarzt in Kontakt zu treten und Behandlungen nicht weiter zu verzögern.“

Bereits vor der Covid-19-Pandemie wurde täglich auf die sorgfältige Anwendung der Hygienestandards in Zahnarztpraxen geachtet. Zusätzlich wurden Behandlungsabläufe reorganisiert und zusätzliche Schutzmaßnahmen für Patienten und Mitarbeiter umgesetzt.

Behandlung ohne Aerosole

Tatsächlich kann eine Parodontitisbehandlung oder eine vorsorgende professionelle Zahnreinigung ohne Aerosolbildung – winzige Teilchen oder Töpchen, die in der Luft schweben – mit Handinstrumenten durchgeführt werden. Aus Angst vor Übertragung des Corona-Virus durch diese Aerosole haben in den vergangenen Wochen in vielen Praxen aber kaum mehr als Notfallbehandlungen stattgefunden. Jetzt ist es Zeit, Aufgeschobenes nachzuholen. „Vor allem Menschen mit Diabetes sollten ihre Zähne und ihr Zahnfleisch besonders regelmäßig kontrollieren lassen, um Erkrankungen des Zahnhalteapparates frühzeitig erkennen und dann auch behandeln lassen zu können“, erklärt Dannewitz.

Anzeichen für eine Parodontitis:

  • häufiges Zahnfleischbluten (beim Zähneputzen, aber auch spontan, z. B. beim Kauen)
  • gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
  • dauerhafter Mundgeruch und/oder unangenehmer Geschmack im Mund
  • Zahnfleisch zieht sich zurück
  • empfindliche Zähne (Zahnhälse)
  • Eiteraustritt aus den Zahnfleischtaschen
  • Zähne werden locker oder wandern

Mehrere Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen.

Kostenfreie Vorsorge

„Wenn Sie irgendeines dieser Zeichen in der letzten Zeit bemerkt haben, sollten Sie so bald wie möglich einen Zahnarzt aufsuchen“, rät Dannewitz. „Eine Parodontitis muss sich nicht zwangsläufig durch Schmerzen bemerkbar machen und schreitet daher oft unbemerkt voran.“ Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt eine Vorsorgeuntersuchung fürs Zahnfleisch, die alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden kann.

Diabetes und Parodontitis sind chronische Erkrankungen, die eine lebenslange Betreuung erfordern. Unbehandelt kann eine Parodontitis zu Zahnverlust führen, aber auch die Blutzuckereinstellung erschweren. 

Vortrag Diabetes und Parodontitis 

Prof. Dr. med. dent. Peter Eickholz, Direktor der Poliklinik für Parodontologie in Frankfurt am Main, spricht vor Patienten über den Zusammenhang zwischen Diabetes und Parodontitis.

Vortragsvideo: Prof. Dr. Eickholz zum Thema „Duo infernale: Zucker und Zahnfleisch“

Cover Broschüre Parandontitis und Diabetes der DGPARO

Informationen der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO)