Ab November 2020 darf der Nutri Score, eine vereinfachte, farblich unterlegte Darstellung der Nährwertqualität von Lebensmitteln zusätzlich auf dem Etikett abgebildet sein. Der Bundesrat hat am 9. Oktober 2020 den Weg dafür geebnet, dass das freiwillige Logo künftig auf Lebensmitteletiketten zu finden sein wird - eine Mitteilung des BZfE.

Mitteilung des Bundeszentrums für Ernährung, 14.10.2020

(BZfE) – In Deutschland ist es ab November 2020 möglich, den Nutri-Score, eine vereinfachte, farblich unterlegte Darstellung der Nährwertqualität von Lebensmitteln zusätzlich auf dem Etikett abzubilden. Der Bundesrat hat am 9. Oktober 2020 einer Verordnung der Bundesregierung zugestimmt, die Lebens­mittel­unternehmen künftig die rechtssichere Verwendung des Nutri-Score ermöglicht. Auf diese Weise ist der Weg dafür geebnet, dass das freiwillige Logo künftig auf immer mehr Lebensmittel­etiketten zu finden sein wird. Der Sinn und Zweck dahinter: Der Nutri-Score ermöglicht Verbrauchern einen Nährwertvergleich auf einen Blick und dient als schnelle Entscheidungshilfe beim Einkauf.

Nutri-Score, eine vereinfachte, farblich unterlegte Darstellung der Nährwertqualität von Lebensmitteln

Produktvergleich leicht gemacht

Welcher Fruchtjoghurt hat im Vergleich den günstigeren Nährwert? Verbessern Trockenfrüchte im Müsli dessen Nährwert­qualität? Für solche Produkt­vergleiche innerhalb einer Lebensmittel­kategorie liefert der Nutri-Score leicht verständliche Antworten in fünf Stufen: Ist ein Lebensmittel reich an günstigen Nährwert­eigenschaften erhält es ein grün unterlegtes A – den positivsten Nutri-Score. Eine mittlere Nährwertqualität zeigt ein gelb unterlegtes C an. Das Schlusslicht der Bewertung bildet ein rot unterlegtes E für Lebensmittel, die den vergleichsweise ungünstigsten Nährwert aufweisen und sparsam verzehrt werden sollten.

Der Nutri-Score ergänzt die Nährwerttabelle, die für nahezu alle verpackten Lebensmittel nach der EU-Lebensmittel-Informations­verordnung vorgeschrieben ist. 

Lebensmittel, die keine Nähwerttabelle tragen müssen – etwa Äpfel in Fertigpackungen oder Unverpacktes beim Bäcker oder auf dem Wochenmarkt – dürfen den Nutri-Score auch tragen. Allerdings nur, wenn sie auf freiwilliger Basis mit einer Nährwerttabelle ausgestattet sind. Auch in der Werbung, etwa im Onlinehandel, darf der Nutri-Score genutzt werden – jedoch nur für Lebensmittel, die das Logo tatsächlich auch auf dem Etikett tragen.

Platziert werden muss der Nutri-Score auf der Produktvorderseite im unteren Drittel der Packung. Das bestimmt die neue nationale Regelung mit Verweis auf die im europäischen Markenrecht verankerten Nutzungs­bedingungen des Logos. Diese bestimmen eine weitere wichtige Regel für jedes Unternehmen, das den Nutri-Score nutzen will – egal, ob in Deutschland, Frankreich oder anderswo: Wer den Nutri-Score für eine seiner Produktmarken nutzt, muss nach einer Übergangsphase alle Produkte dieser Marke damit kennzeichnen – egal, wie das Nährwerturteil ausfällt. Es dürfen nicht allein diejenigen Produkte einer Marke gekennzeichnet werden, deren Nährwert­zusammensetzung ohnehin günstig ist.

Dr. Christina Rempe, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.bzfe.de/inhalt/modell-zur-naehrwertkennzeichnung-34566.html

Stand: 14.10.2020

DDH-M berichtete am 8.10.2019 über die Entscheidung, den Nutri-Score in Deutschland einzuführen. Lesen Sie hier.