Ja, war das schwierig dieses Jahr. Das Pfingstcamp konnten die Holsteiner Zuckerschnuten nicht durchführen, dann planten sie ein Sommercamp, mussten aber eine andere Herberge finden. Wichtig war viel Platz, um die Abstandsregeln einzuhalten. So sind sie in Lübeck gelandet. Ein Bericht von Andrea Witt (Projektleiterin).
Diabeteskind mit Schnutenpulli

Das Sommercamp ging am 6. August los: Anmelden, Schnutenpullis anziehen (Schnutenpullis heißt der Mund-Nasenschutz hier in Schleswig-Holstein), Zimmer beziehen, Zimmernachbarn kennenlernen und erstmal was essen und trinken. Es gab leckere Crepes (auch glutenfrei), die Kinder stellten sich mehrfach an. Alles konnte draußen stattfinden. Wir haben weiße T-Shirts mit Farbe besprüht, spielten Volleyball, Fußball und Frisbee. Und natürlich durfte ein Kennenlern-Spiel nicht fehlen.

Mit Schnutenpulli gegen Corona, Foto Thomas Witt, Lübeck 2020

Später haben wir an der Jugendherberge alle unter dem großen Baum gesessen und die Junior-Betreuer haben eine Schulung zu Alkohol und Insulin gemacht (aber alles nur theoretisch) und auch zu Sport und Insulin. Wir wollten doch das Insulin reduzieren. Das hat auch ganz gut geklappt, aber trotzdem haben wir noch sehr viel Traubenzucker und Capri-Sonnen verbraucht.

Es war an allen vier Tagen schönes und heißes Wetter. Es war es ein Traum, unter den Bäumen zu sitzen oder im Gras auf den Sportplätzen. Was für ein Glück (hatten wir auch verdient). Tim und Luka haben dann die Früh-Sport-Gruppe zusammengestellt. Zur späten Stunde wurde besprochen, wie Josie, die Nachtwache, an alle Handys und Messgeräte rankommen kann. Dreimal in der Nacht wollte sie durch die Zimmer gehen, das mit den Sensoren hat auch super geklappt. Das erleichtert uns bei solch einer Freizeit die Arbeit natürlich sehr.

Über die Highlights der folgenden Tage berichten wir jetzt im Telegrammstil:

  • Tolles Frühstücksbuffet und Lunchpaket.
  • Stadt-Rallye quer durch Lübeck per GPS. Es war informativ, aber bei 32 Grad Hitze anstrengend. Die Kids haben trotzdem super mitgemacht.
  • Baden, chillen, essen, trinken, ausruhen, fachliche Gespräche mit Marie und mir (Andrea Witt) führen.
  • Infos von den Junior-Betreuern wieder mit vielen Themen rund um Diabetes, Gesprächskreise bis zum späten Abend.
  • Kanu- und Tretboottour auf der Wakenitz.
  • Wieder Baden. Das Marli-Naturfreibad ist wirklich schön: Sandstrand, Wiese, Sprungtürme und drei Bademeister. Das fand ich sehr beruhigend bei so vielen Leuten.
  • Grillen, neue Leute kennenlernen, Freundschaften knüpfen, Fotoshooting, Fotos angucken.
  • Besuch der Marienkirche mit der Riesenball-Ausstellung
  • Marzipan- und Eisessen

Übrigens: Die Bademeister, die Angestellten der Jugendherberge, die Kirchturmwärterin und der Stadtführer waren alle total begeistert von unserer Gruppe. O-Ton: "Wenn wir nur solche tollen Gruppen hätten, wäre alles leichter“. Da war ich schon sehr stolz, dass alle so positiv aufgefallen sind.

Denn es war ja auch oft nicht einfach, mit den Corona-Regeln in Schleswig-Holstein umzugehen. Aber wir haben es sie zu 100 Prozent eingehalten, jeder hat daran mitgewirkt. Wirklich tolle Kids. 

Es war so ein schönes Camp, alles traumhaft, das Wetter und die jungen Menschen aus der ganzen Bundesrepublik. Es hat so viel Spaß gebracht. Besser konnte es nicht laufen. Einige von den Kids waren ja noch sehr jung oder hatten noch nicht lange Diabetes. Ich habe gedacht, dass wir Diabetesberaterinnen immer aufpassen müssen, aber das wurde alles allein oder mit der Hilfe der anderen Kids gemanagt.

Ein besonderer Dank geht an:

  • Marie Schwarz, unsere zweite Diabetesberaterin
  • Tim und Luka für ihr tolles Sport- und Spielprogramm
  • Josie für die tolle Nachtwache
  • Lara, Louise, Helene, Miriam für die Betreuung
  • Und an die Mädchen, die immer Crepes gebacken haben
  • Und natürlich an meinen Mann, der ja auch vorher und nachher alles mit mir „wuppen“ muss
  • Ein Dank geht auch an Kölln-Flocken, Schwartauer Werke und an Brüggen, die uns kostenlose Müsliriegel gespendet haben (ich habe noch einige, die bringe ich zum Weißenhäuser Strand mit).
  • Und an die Friesen-Apotheke in Trappenkamp, die literweise Desinfektionsmittel und 50 Gesichtsmasken für den Notfall gespendet haben. Sowie an Mediq Direkt für Wasserbälle und 1000 Stück Traubenzucker
  • UND besonders wollen wir den Menschen danken, die bei DDH-M dem Spendenaufruf gefolgt sind. Die ganzen Kosten hat DDH-M in Berlin alleine gestellt, nur aus Spenden!

Wir hoffen, dass wir auch für das Pfingst-Camp 2021 in Eckernförde genug Spenden bekommen.

Andrea Witt

Hier ein paar Impressionen.

Gruppenfoto der Teilnehmer des Sommercamps LübeckFrühsport im Sommercamp LübeckSommercamp Lübeck, Interaktivität mit überlebensgroßes BällenKanu fahren in LübeckSommercamp Lübeck, kleine Gesprächsrunde