Gute Noten in Schule, Ausbildung und Studium mit einem Typ-1-Diabetes erzielen, ist manchmal nicht so einfach. Wer durch Prüfungs­angst den Blutzucker­werten eine erhöhte Aufmerk­samkeit widmen muss, könnte wertvolle Zeit für die Aufgabenlösung verlieren. Ein Nachteils­ausgleich kann die Chancen­gleichheit zu Mitschülern und Kommilitonen herstellen.

Familien sind oft besorgt, dass ihre Kinder in der Schule gegenüber stoffwechsel­gesunden Mitschülern bei Leistungs­nachweisen benachteiligt sind. Aufregung und Prüfungsstress kann bei manchen Schülern mit Typ-1-Diabetes die Blutzuckerwerte rasch aus dem Zielbereich bringen. Die Blutzuckerwerte zu korrigieren hat dann nicht Zeit bis nach der Klassenarbeit oder der Klausur. Nicht nur der Zeitaufwand, auch die mögliche Beeinträchtigung der Konzentration und Aufmerksamkeit bei zu hohen oder zu niedrigen Werten, kann das Leistungs­ergebnis schmälern. Wäre doch die "1" oder "2" erreichbar gewesen, wenn der Blutzucker im Zielbereich geblieben wäre?

Es braucht Kenntnis des eigenen Diabetes und auch Erfahrung, bis die Schüler wissen, wie sie in Prüfungs­situationen ihren Typ-1 meistern. Oft ist dann ein Antrag auf Nachteils­ausgleich nicht notwendig.

Zettel und Stift

Nachteilsausgleich - oft nicht bekannt

Die Gewährung von Nachteils­ausgleich soll die Chancen­gleichheit zu den Mitlernenden herstellen (Notenschutz). Der Nachteilsausgleich muss beantragt werden.

Über die Art und den Umfang von Nachteilsausgleich entscheiden die Gremien der Bildungseinrichtungen oder aber Gesetze (in einigen Bundesländern).

Im Zeugniss darf kein Hinweis auf einen gewährten Nachteils­ausgleich stehen.

Diese Nachteilsausgleiche können gewährt werden:

  • längere Schreibzeit
  • Zulassung technischer Hilfsmittel zum Diabetes­management
  • statt einer schriftlichen eine mündliche Lernerfolgs­kontrolle und umgekehrt
  • Erlass von Aufgaben und andere

Der Nachteilsausgleich muss angemessen sein.

Diese Fragen haben die DDH-M über das Kontakt­formular erreicht:

Mein Kind hat Diabetes mellitus Typ I und geht z.Zt. noch auf das Gymnasiums. Ich würde für ihn gerne einen Nachteils­ausgleich für Klassen­arbeiten in Form von mehr Bearbeitungszeit beantragen, damit er sich im Bedarfsfall um seinen Zucker kümmern kann, ohne befürchten zu müssen, dass die Zeit zur Bearbeitung der Aufgaben nicht mehr ausreicht. Wo kann ich den Nachteils­ausgleich beantragen und welche Unterlagen benötige ich dafür?

E-Mail Anfrage einer Mutter (anonym., gekürzt)

Ich möchte für mein Studium einen Nachteilsausgleich in Form einer Schreibzeit­verlängerung beantragen, können Sie mich in dieser Hinsicht beraten?

E-Mail Anfrage eines Studenten (anonym., gekürzt)

Zum Ratgeberbeitrag "Nachteils­ausgleich bei Typ-1-Diabetes" für weitere Informationen:

    Ratgeber Nachteilsausgleich