Um den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie weiter voran­zutreiben, schreibt die BERLIN-CHEMIE AG gemeinsam mit Experten seit 2020 den bytes4diabetes-Award aus. Dieses Jahr geht der erste Platz an die App "meala".

Bei dem Online-Tool "meala" geht es darum, Menschen mit Diabetes Typ 1 den Alltag zu erleichtern. Kohlenhydrate richtig schätzen und den passenden Spritz-Ess-Abstand einzuhalten, kann immer wieder eine Herausforderungen sein. Besonders beim Essen im Restaurant fehlen die Erfahrungswerte zu den bestellten Mahlzeiten. Oft weiß man nicht, was in dem Gericht enthalten ist oder Portionsgrößen werden verschätzt. 

"Der Zucker entgleiste und ich war sehr frustriert. Entweder, ich nehme einen schlechten Blutzucker in Kauf oder ich esse einfach nur einen Salat.", schreibt meala-Gründer Kevin Röhl auf seiner Webseite. Die tägliche Angst vor hohen Blutzuckerwerten blieb ihm, bis er auf die Idee für die App "meala" kam.

Kohlenhydrate richtig schätzen lernen

Kohlenhydrate im Essen zu schätzen, ist mit das Schwierigste in der Diabetes-Therapie und eine große Fehlerquelle beim Berechnen der benötigten Insulinmenge (Bolus). Selbst "Alte Hasen" können sich in der Menge der Kohlenhydrate oder auch der Portionsgröße verschätzen, auch bei Gerichten, die man irgendwann schon einmal gegessen hatte. Denn, was man nicht selber gekocht oder zubereitet hat, ist eine Black-Box.

Die App "meala" hilft herauszufinden, wie viele Kohlenhydrate ein Gericht hat und wie der Blutzuckerhaushalt auf das Essen reagiert. Dazu fotografieren meala-Nutzer das Essen mit der App ab. In einer Datenbank wird das Foto mit anderen Bildern von ähnlichen Mahlzeiten verglichen. Zu jedem Gericht sind Kohlenhydrat-Werte und Daten zum Diabetesmanagement hinterlegt (Bolus, Ess-Spritz-Abstand, erreichte BZ-Werte usw.). 

So werden einerseits die eigenen Erfahrungswerte für den nächsten Besuch in dem Restaurant festgehalten und gleichzeitig wird anderen Menschen mit Insulinpflicht geholfen, die diese Erfahrungswerte für das jeweilige Gericht nutzen können. 

Ich selbst habe mit der App natürlich ein intelligentes Tagebuch. […] Der weitere Nutzen ist, dass jemand in diese Pizzeria geht und sagt, Mensch, ich habe die gleiche Pizza, die der Kevin gegessen hat. Der hat sich irgendwie dreimal verschätzt, aber das vierte Mal lag er richtig. Das heißt, da sind schon mal vier Werte, an denen ich mich orientieren kann. […] Je mehr Leute die App nutzen, desto mehr Daten werden angelegt. Und wenn wir irgendwann einmal alle Gerichte in jedem Restaurant durchhaben, dann braucht niemand mehr sein eigenes Tagebuch zu schreiben, sondern man nutzt sozusagen das Tagebuch, das von allen Usern geschrieben worden ist.

Kevin Röhl - Gründer und Projektleiter von "meala", Typ-1er

Neben dieser Grundfunktion wird die App stetig erweitert. Coronabedingt wurde beispielsweise ein größerer Fokus auf selbst zubereitete Gerichte gelegt. Ein Barcode-Scanner stellt alle Nährwertangaben von Fertiggerichten und -produkten zur Verfügung. Mit vielen weiteren Funktion ist die App meala ein perfekter Restaurantführer.

Insgesamt hat das Konzept hinter "meala" die Jury des bytes4diabetes-Award überzeugt. Die Entscheidung wurde u.a. damit begründet, dass "meala" genau das widerspiegelt, wofür der bytes4diabetes-Award steht. Selbst aktiv werden und digitale Lösungen für die Diabetologie auf den Weg bringen.

Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch!

 

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