Einen Grad der Behinderung (GdB) zu beantragen, wird Menschen mit Diabetes bereits auf Diabetes­schulungen empfohlen. Für einen schnellen und verständlichen Einstieg in das doch komplexe Thema der Antragstellung eignet sich unsere neue Broschüre in Leichter Sprache.

Rechtsanwalt Oliver Ebert befasst sich seit vielen Jahren mit Fragen zu Recht und Diabetes. Als ehrenamtlicher Experte gibt er Mitgliedern der DDH-M regelmäßig juristischen Rat auf Fragen, die im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung stehen. Zu seinem Thema hat er zahlreiche Zeitschriftenartikel und Broschüren veröffentlicht, darunter auch eine zum Schwerbehindertenausweis mit Diabetes. Bolko Bouché ist ausgebildeter Übersetzer für Leichte Sprache und hat diese Broschüre in eine leicht verständliche Form übersetzt. 

Schwerbehinderung ist für Menschen mit Diabetes ein wichtiges Thema. Sie berichten mir immer wieder, dass ihnen bereits kurz nach der Diagnosestellung in Schulungen empfohlen wird, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Dazu ist die Diagnose Diabetes allein aber nicht ausreichend. Deshalb erkläre ich, welche Voraussetzungen üblicherweise erfüllt sein müssen. Menschen gelten nach dem Sozialgesetzbuch als behindert, wenn sie aufgrund eines Gesundheitsschadens dauerhaft und erheblich in ihren körperlichen und geistigen Funktionen sowie ihrer Teilhabe am sozialen Leben beeinträchtigt sind. Sie müssen die Beeinträchtigung glaubhaft dokumentieren, was nicht immer leicht ist.

Wie das erfolgen kann, erfahren Sie in der Broschüre.

Rechtsanwalt Oliver Ebert

Die Broschüre steht nun bei der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Broschüre Schwerbehinderungausweis bei Diabetes beantragen - ein Leitfaden

Autor: Rechtsanwalt Oliver Ebert / Übersetzer in Leichte Sprache: Bolko Bouché, DDH-M 2021

 

Leichte Sprache ist ursprünglich für Menschen mit einer geistigen Behinderung gedacht. Es zeigt sich aber, dass viel mehr Menschen sie nutzen. Nach einer Studie der Uni Hamburg sind 10 Prozent der Erwachsenen in Deutschland auf Leichte Sprache angewiesen. Aber weitere 20 Prozent haben Schwierigkeiten beim Lesen von zusammenhängenden Texten. Das zeigt sich besonders bei Gesundheitsinformationen, Behördenschreiben oder Allgemeinverfügungen, die jedoch gerade für Menschen mit Handicaps wichtig sind. 

Leichte Sprache erfüllt den Anspruch auf Teilhabe auf dem Gebiet der Information. Nicht ohne Grund gibt es besonders viele Übersetzungen zu Rechtsfragen, zu Sozialem, zu Familie und Gesundheit. Leichte Sprache ist hilfreich für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, mit nichtdeutscher Muttersprache, Lese-Rechtschreib-Schwäche oder mit altersbedingter Demenz. 

Veröffentlichungen in Leichter Sprache erfolgen immer in kontrastreicher Großdruckschrift. Deshalb können sie auch von Menschen Sehschwächen gut gelesen werden. Und auch das ist ein Grund, weshalb Leichte Sprache beim Thema Diabetes wichtig ist.

Bolko Bouché

Partner für Barrierefreiheit - Capito Berlin

Capito Berlin hat sich auf die Entwicklung von grafisch gestalteten Printprodukten im Leicht Lesen-Format spezialisiert. Besonders die Layouts der Druckprodukte sollen ästhetisch ansprechend und barrierefrei gestaltet sein. Die vorliegende Broschüre der DDH-M wurde durch das Team der Capito Berlin geprüft und erhielt das »In Leichter Sprache«-Gütesiegel.

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