Zum 1. Januar 2020 treten neue Regelungen zur Selbsthilfe-Förderung des GKV-Spitzenverbandes in Kraft. Diese ändern die Vorgaben für die Finanzierung von Selbsthilfeausgaben. Statt der üblichen 50 Prozent stehen nun zwei Drittel der bestimmten Mittel für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung zur Verfügung.

Die gesundheitsbezogene Selbsthilfe unterstützt mit ihren Angeboten und Aktivitäten die professionellen Angebote des Gesundheitswesens, schließt Versorgungslücken und gehört fest in die deutsche Gesundheitslandschaft. Aus diesen Gründen wird die gesundheitsbezogene Selbsthilfe durch die Sozialversicherungsträger, die öffentliche Hand sowie von privaten Geldgebern mittels Projekt- oder auch pauschaler Förderung auf Bundes-, Landes- und Ortsebene finanziell unterstützt. 

Taschenrechner mit Stift udn Schreibpapeir zur Beantragung von Fördergeldern

Bereits seit dem Jahr 1992 gibt es eine gesetzliche Grundlage für die Selbsthilfeförderung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Seit dem 1. Januar 2008 sind die Krankenkassen durch die Schaffung des § 20c SGB V zur Förderung der Selbsthilfe verpflichtet.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz, Abkürzung: PrävG) vom 17.06.2015 wurde der bisherige §20c in den §20h umgewandelt. Mit dem PrävG wurde die Selbsthilfeförderung von vormals 63 Cent auf 1,05 € (2017: 1,08 €) pro Versicherten im Förderjahr erhöht. Damit stehen der Selbsthilfe ab dem Jahr 2016 ca. 27 Mio. Euro mehr zur Verfügung als bisher.

Für 2020 belaufen sich die Fördermittel - bei einem Richtwert pro Versicherten von1,15 EUR – auf insgesamt 83,9 Millionen Euro.

Rechtliche Grundlagen der Selbsthilfeförderung nach § 20h SGB V

  • Die Krankenkassen und ihre Verbände fördern die gesundheitliche Selbsthilfe für bestimmte Krankheitsbilder sowie Selbsthilfekontaktstellen.
  • Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen beschließt Grundsätze zu den Inhalten der Förderung der Selbsthilfe und zur Verteilung der Fördermittel. Die Förderung kann durch pauschale Zuschüsse und als Projektförderung erfolgen.
  • Über die Vergabe der Fördermittel aus der Gemeinschaftsförderung beschließen die Krankenkassen oder ihre Verbände auf den jeweiligen Förderebenen gemeinsam und nach Beratung.
  • Für die Förderung auf der Landesebene und in den Regionen sind die Mittel entsprechend dem Wohnort der Versicherten aufzubringen

Alte Regelung bis 31.12.2019:

Mindestens 50 Prozent der bestimmten Mittel sind für kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung (pauschale Förderung) aufzubringen. 

Neue Regelung ab 1.1.2020

Die durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgenommene Änderung, mit Wirkung des 1. Januar 2020,  stehen der Pauschalförderung mindestens 70 Prozent für die finanzielle Unterstützung örtlicher Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen auf Landes- und Bundesebene sowie Selbsthilfekontaktstellen zur Verfügung. Die übrigen 30 Prozent verbleiben bei den einzelnen Krankenkassen/-verbänden für ihre Projektförderung (kassenindividuelle Förderung).

Der Leitfaden zur Selbsthilfeförderung wird voraussichtlich Sommer 2020 aktualisiert.

 

Formulare und Kontakte für die Selbsthilfeförderung gemäß § 20h SGB V