Frauen und Mädchen mit Behinderungen oder chronischer Erkrankungen machen viel zu häufig die Erfahrung, unterschätzt, ausgegrenzt oder diskriminiert zu werden. Dies kommt in der Politik, der Gesellschaft, den Sozialen Medien und zuweilen in der Selbsthilfe vor. Mit einer Kampagne will die BAG hier aufklären.

Im Rahmen des Empowerment-Projektes für Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung der BAG SELBSTHILFE entstanden deswegen vielfältige Informationsangebote, Arbeitsmaterialien oder Handreichungen, um Frauen und Mädchen für eine aktive Selbstvertretung und Teilhabe in der gesundheitlichen Selbsthilfe zu gewinnen.

Diverse Erklärvideos unterstützen und erweitern das Wissen um die Themen: Empowerment, Teilhabe und Selbstvertretung in der Selbsthilfe. So steht im aktuellem Erklärvideo das Thema "Selbstbehauptung für Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung in der Selbsthilfe“ im Mittelpunkt. Nach einer begrifflichen Einordnung stellt das Video Handlungsoptionen vor, sich der eigenen Stärken und Kompetenzen bewusst zu werden und das eigene Selbstbewusstsein nachhaltig zu fördern. Denn selbstbewusst Grenzen zu setzen, die eigene Perspektive zu vertreten oder tragende Funktionen im eigenen Verband zu übernehmen, dient sowohl der eigenen Stärkung als auch der langfristigen Gesundheitsförderung von Frauen und Mädchen.

Daran anknüpfend möchte die BAG SELBSTHILFE weiterführende Impulse für eine stärkere Vernetzung von Frauen und Mädchen in der Selbsthilfe sowie für die Fortführung einer gendergerechten Verbandsarbeit in den Mitgliedsverbänden setzen.

Gruppe von Frauen

Projektziel

Um Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung in ihrer Selbstbestimmung und Selbstachtung zu stärken und um den verschiedenen Benachteiligungen und Diskriminierungen entgegenzuwirken, zielt das Projekt auf die:

  • Entdeckung und Stärkung der eigenen Ressourcen, um das Leben selbst zu gestalten,
  • Ermutigung, eigene Bedürfnisse und Grenzen auszudrücken,
  • Stärkung der eigenen inneren Kräfte, um klar zu sich selbst und dem eigenen Körper zu stehen,
  • Begegnung mit anderen Mädchen und Frauen, um von einander zu lernen und etwas zu verändern,
  • Anregungen von Prozessen zur Wertschätzung und Gleichstellung unabhängig von Geschlecht, Behinderung oder Erkrankung,
  • Wissensvermittlung und Sensibilisierung zu Ungleichbehandlung, Benachteiligung oder Diskriminierung.

Mit dem Handlungsansatz Empowerment wachsen Frauen und Mädchen zu Führsprecherinnen für sich selbst und für ihr persönliches und soziales Umfeld. All dies ist ein Prozess, der sie befähigt aus eigener Stärke ihren Anliegen Beachtung zu verschaffen. In dessen Folge erfahren Frauen und Mädchen positive Auswirkungen auf ihre Selbstwahrnehmung, ihr Körperbild und auf ihre Gesundheit. Ebenso erfahren sie positive Auswirkungen auf ihr Auftreten nach Außen (Konfliktsituationen, Vorstellungsgesprächen, Teilhabe, etc.).

Umsetzung

Mit Hilfe bedarfsgerechter und modularer Schritte erlernen speziell Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung Kenntnisse und Fertigkeiten in Gremien, Arbeitsgruppen, Beiräten oder Veranstaltungen, ihre individuellen Interessen, Anliegen und Rechte aktiv zu vertreten.

Darüber hinaus werden sie in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Engagement gestärkt, ihre eigenen Bedürfnisse in den Arbeits- und Handlungsprozessen des Verbandes zu äußern. Auf diese Weise leisten die Akteurinnen einen zentralen Beitrag, um eine gleichberechtigte Teilhabe in der gesundheitlichen Selbsthilfe zu ermöglichen.

Quelle: https://www.bag-selbsthilfe.de/informationen-fuer-selbsthilfe-aktive/die-projekte-der-bag-selbsthilfe/staerkung-und-empowerment-fuer-frauen-und-maedchen-mit-behinderung-und-chronischer-erkrankung

 

Empowerment - Selbstbehauptung, Selbstbestimmtes Handeln