Ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) auch für Adipositas soll in Anlehnung an das DMP für Diabetes erstellt werden. Menschen mit der chronischen Erkrankung Adipositas erhalten im DMP regelmäßige Untersuchungen und Facharzt­konsultationen. 

In naher Zukunft wird ein strukturiertes Behandlungs­programm (DMP) auch für Adipositas aufgelegt, darüber sprach DDG-Präsidentin Prof. Monika Kellerer auf der Jahrespresse­konferenz ihrer Gesellschaft. Sie sagte, Adipositas und Diabetes seien ein Zwillingspaar.

Das Bundesgesundheits­ministerium hat den gesetzlichen Auftrag erteilt, das DMP im Gemeinsamen Bundesausschuss G-BA zu beraten und zu beschließen. Danach kann Adipositas wie eine chronische Krankheit behandelt werden.

Rund 16 Millionen Erwachsene in Deutschland sind an Adipositas erkrankt, das ist fast jeder Vierte. Die Betroffenen haben einen Body Mass Index (BMI) über 30. Adipositas ist Ursache zahlreicher Erkrankungen, so sind 43 Prozent der Krankheits- und Todesfälle bei Menschen mit Diabetes durch Adipositas bedingt.

60 Prozent im DMP Diabetes

Bei einem strukturierten Behandlungs­programm sind regelmäßige Untersuchungen und Facharzt­konsultationen vorgesehen, die Kranken­kassen tragen dafür die Kosten. Das funktioniert beim Diabetes seit vielen Jahren sehr erfolgreich, 60 Prozent der Patienten mit Diabetes nehmen an dem DMP teil.

Der Gemeinsame Bundesausschuss wird das DMP Adipositas voraussichtlich im Sommer verhandeln.

Der G-BA ist für die Selbst­verwaltung im Gesundheits­wesen zuständig. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen arbeiten dort mit. Die Selbsthilfe­verbände haben Mitspracherecht, aber kein Stimmrecht.

DMP Adipositas ab 2022 

Wenn alles gut läuft, wird das DMP Adipositas im Jahr 2022 wirksam werden. Die Kranken­kassen entscheiden - jede für sich - ob sie mitmachen. Prof. Kellerer denkt jedoch, dass alle Kassen das Programm anbieten werden. Das DMP ist für sie nämlich nicht nur ein Imagefaktor, sie bekommen nach der Anzahl ihrer teilnehmenden Versicherten auch Geld aus dem Risikostruktur­ausgleich.  

Mehr Informationen: Deutsche Adipositas Gesellschaft