Ab 1. Juli 2021 erhalten Patienten eine Zahnreinigung vor der eigentlichen Parodontitisbehandlung auf kassenärztlicher Basis. Menschen mit Diabetes sollten regelmäßig zum Zahnarzt gehen, da Parondontose häufig als Folgeerkrankung bei Diabetes auftritt.

Ab 1. Juli 2021 können Patienten eine Parodontitisbehandlung beginnen, ohne dass Sie die nötige professionelle Zahnreinigung selbst bezahlen müssen. Eine gute Nachricht für Menschen mit Diabetes, denn sie haben im Vergleich zur übrigen Bevölkerung ein dreifach erhöhtes Risiko an Parodontose zu erkranken. 

Die Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hatte den Antrag auf auf Überprüfung der Parodontitisbehandlung bereits Im Jahr 2013 gestellt und jetzt endlich bei den Krankenkassen durchsetzen können. Mit den neuen Regelungen verschwinden die Eintrittshürden für die Behandlung der Zahnbett-Erkrankung. Bisher wurde gesetzlich Versicherten sehr häufig verlangt, vor Beginn der systematischen Parodontitisbehandlung die professionelle Zahnreinigung selbst zu zahlen.

Eine weitere neue Leistung ist die Mundhygieneaufklärung. „Dies bedeutet einen fundamentalen Wandel in der Behandlung. Weg vom finanziellen Bestrafen für angeblich unzureichende Mundhygiene hin zu einer aufklärenden und motivierenden Unterstützung der Patienten", sagte Gregor Bornes, Sprecher der Patientenvertretung. Die Kosten für die Vor- und Nachbehandlung werden in Zukunft von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Im Juli 2021 wird auch eine neue Leitlinie zur Behandlung der Parodontitis veröffentlicht.

Zahnarzt bei einer Behandlung am Patienten.

Eine weitere neue Leistung ist die Mundhygieneaufklärung. „Dies bedeutet einen fundamentalen Wandel in der Behandlung. Weg vom finanziellen Bestrafen für angeblich unzureichende Mundhygiene hin zu einer aufklärenden und motivierenden Unterstützung der Patienten", sagte Gregor Bornes, Sprecher der Patientenvertretung. Die Kosten für die Vor- und Nachbehandlung werden in Zukunft von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Im Juli 2021 wird auch eine neue Leitlinie zur Behandlung der Parodontitis veröffentlicht.

Titelbild Flyer Diabetes und Zahngesundheit

Broschüre "Diabetes und Zahngesundheit" 

Parodontitis ist eine sehr unterschätzte Folgeerkrankung des Diabetes. Diabetes-Patienten haben im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein dreifach erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Dabei gelten sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes (sogenannter „Altersdiabetes“) nachweislich als Risikofaktoren für Parodontitis. Unbehandelt kann Parodontitis zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen. Bakterien im Zahnbelag (Plaque) sind die Ursache der entzündlichen Prozesse, die Zahnfleischtaschen, Zahnfleischrückgang und sogar zum Knochenrückgang führen können. Eine gesunde Lebensweise, ein gut eingestellter Diabetes und gründliche Zahnhygiene sind ein Garant für eine gesunde Mundflora.

Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Blutzuckereinstellung: Ist der Diabetespatient gut eingestellt, weist er kein erhöhtes Risiko auf, wohingegen mit schlechterer Einstellung des Blutzuckerspiegels das Risiko für Kieferknochen- und Zahnverlust zunimmt.

Quelle:
https://www.dgparo.de/presse/presse_detail/article-543019eae924d
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/anmeldung/1/ll/083-015.html