In der Corona-Pandemie gehörten Diabetiker zu den vom Robert Koch-Institut (RKI) aufgeführten Risikogruppen. Die Pandemie hat zufolge, dass zahlenmäßig mehr Menschen nun mit der Diagnose Diabetes leben müssen. Der Deutsche Diabetes Bericht 2023 gibt Auskunft. 

Während der Pandemie, so belegen Daten des bundesweiten DPV-Registers (Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation) der Jahre 2020/2021, die der "Deutsche Gesundheitsbericht Diabetes 2023" zitiert, ist die Anzahl der an Diabetes Erkrankten in Deutschland mehr als sonst angestiegen.

Bei Kindern und Jugendlichen war der Anstieg an Diabetes-Typ-1-Fällen laut dem Bericht im Jahr 2020 etwa drei Monate nach den maximalen Covid-19-Inzidenzen zu beobachten, also im Sommer 2020. "Die Gründe für den Inzidenzanstieg für Typ-1-Diabetes im Sommer 2020 sind unklar, vermutet werden in erster Linie veränderte Lebensumstände, die auf die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zurückzuführen sind (soziale Isolation, Rückgang typischer pädiatrischer Infektionskrankheiten, psychische Stressfaktoren)", heißt es in dem Bericht.

Außerdem gehen die Verfasser des von der Deutschen Diabetes Gesellschaft e.V. anlässlich des diesjährigen Weltdiabetestages herausgegebenen Berichts davon aus, dass sich das Risiko für Typ-2-Diabetes in der Bevölkerung aufgrund der Folgen der Lockdowns während der Pandemie insbesondere durch die "verringerte körperliche Aktivität und Gewichtszunahme" vieler Menschen erhöhen wird. "Diese Risikofaktoren betreffen insbesondere sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen", heißt es in dem Papier weiter. Einen Lichtblick gibt es aber: So seien die Sterberaten bei Menschen mit Diabetes laut dem Bericht in den vergangenen Jahrzehnten international um etwa ein Drittel gesunken.*

Deutscher Diabetesbericht 2023 Titelbild

 

Quelle:
*https://www.br.de/nachrichten/wissen/weltdiabetestag-diabetesfaelle-nach-der-corona-pandemie-erwartet,SGEdHqo
https://www.ddg.info/politik/veroeffentlichungen/gesundheitsbericht