Der Bundestag beschloss gestern den Fortbestand der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ wegen der Corona-Pandemie und verlängert die Maßnahmen erneut um drei Monate. Es gelten bestimmte Sonderregeln des Gemeinsamen Bundes­ausschusses (G-BA) nun weiter bis 25. November 2021.  

Konkret betrifft es die Disease-Management-Programme (DMP) und damit insbesondere das DMP für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2.

Um eine mögliche Ansteckung mit COVID-19 zu vermeiden, müssen Patienten auch weiterhin nicht verpflichtend an Schulungen teilnehmen. Die quartalsbezogene Dokumen­tation von Untersuchungen der in ein DMP eingeschriebenen Patienten ist ebenfalls weiterhin nicht erforderlich, sofern die Untersuchung aufgrund des Infektions­schutzes nicht durchgeführt werden konnte. 

Diabetes Schulung FF Bad Segeberg 2021_Foto Andrea Witt

Diabetes-Schulung für Grundschulkinder mit Typ-1-Diabetes auf der Ferienfreizeit Bad Segeberg 2021, Foto Andrea Witt, Diabetesberaterin

 

Weitere Sonderregelungen, gültig bis 25. November

1. Entlassmanagement:
Krankenhausärzte können weiterhin im Rahmen des Entlass­managements eine Arbeits­unfähigkeit für bis zu 14 Kalendertagen statt bis zu 7 Tagen nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus bescheinigen. Ebenso können sie für bis zu 14 Tage häusliche Krankenpflege, spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Soziotherapie sowie Hilfs- und Heilmittel verordnen, insbesondere dann, wenn der zusätzliche Gang zur Arztpraxis vermieden werden soll. Außerdem können Arzneimittel bei der Entlassung aus dem Krankenhaus wie bisher flexibler verordnet werden.

2. Kinderuntersuchungen U6 bis U9:
Für die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen U6, U7, U7a, U8 sowie U9 gilt weiterhin: Die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten können überschritten werden. Dieser Schritt soll es Eltern und Kinderarztpraxen ermöglichen, die U-Untersuchungen problemlos nachzuholen.

3. Krankentransport:
Krankentransportfahrten zu nicht aufschiebbaren zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen von nachweislich an Corona erkrankten Versicherten oder von Versicherten, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen, müssen vorübergehend nicht vorab durch die Krankenkasse genehmigt werden.

Alle Details, auch zu abweichenden Geltungsdauern von weiteren Sonderregeln, sind auf der Serviceseite Corona-Sonderregelungen des G-BA gelistet.