Claudia Miersch hat das Buch „Der Ernährungskompass“ mit den 12 wichtigsten Regeln der gesunden Ernährung vom Autor Bas Kast gelesen und rezensiert. Claudia Miersch schreibt regelmäßig Beiträge für die DDH-M. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und ist promovierte Ökotrophologin.

Stellen Sie sich vor, Sie sind gerade erst 40 Jahre alt und bekommen plötzlich Herzattacken beim Joggen. Das wird schon nix Schlimmes sein und daher machen Sie erstmal weiter wie bisher. Aber irgendwann geht es nicht mehr und Sie kommen zu dem Schluss, dass Sie für Ihre Gesundheit etwas ändern müssen. Sie recherchieren in der Wissenschaftswelt, lesen Studien und stellen Ihre Ernährung um. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Sie verlieren an Gewicht, Ihre Schmerzen verschwinden und Sie fühlen sich wieder richtig wohl in Ihrem Körper. 

Das ist die erzählte Geschichte von Bas Kast, dem Autor des Buches „Der Ernährungskompass“, der seine Erfahrungen dann nicht nur für sich behalten wollte, sondern mit vielen betroffenen Gesundheitssuchenden teilen möchte.

„Der Ernährungskompass“ mit den 12 wichtigsten Regeln der gesunden Ernährung vom Autor Bas Kast
Der Ernährungskompass von Bas Kast

 Eigene Erfahrungen beschrieben

Das Buch beleuchtet im ersten Abschnitt genau diese Geschichte des Autors und greift die wichtigsten Fragen aus dem Bereich der Ernährung auf:

Wie nehme ich erfolgreich und langfristig ab? Wie kann ich durch meine Ernährung Krankheiten vorbeugen oder heilen? Wie kann ich das Altern hinauszögern? Und was ist Mythos und was sind Fakten beim Thema „gesunde Ernährung“? 

Detaillierte Informationen zu diesen Fragen findet man dann, sortiert nach Nährstoff – bzw. Lebensmittelgruppen, im Hauptteil des Buches. Den Abschluss bilden die für den Autor wichtigsten komprimierten Ernährungstipps. 

Eigene Schlüsse ziehen

Kritiker des Buches sehen in der persönlichen Geschichte des Autors nur ein Marketing-Bluff und bemängeln die Auswahl der zitierten wissenschaftlichen Literatur. Dazu muss man sagen, dass sich persönliche Geschichten natürlich immer gut verkaufen. 

Dennoch finde ich, dass er nicht versucht, den Leser von „seiner Diät“ zu überzeugen, sondern er stellt uns lediglich die Fakten der Wissenschaft vor – relativ neutral und unvoreingenommen. Der Leser kann seine eigenen Schlüsse ziehen. Viele Bücher aus dem Bereich gesundheitliche Selbsthilfe lassen gerade diese Neutralität vermissen. 

Differenzierte Bewertung

Die vom Autor angeführten Studien sind nicht alle unumstritten. Dies liegt aber meines Erachtens an der Natur der Sache. Die Aussagekraft von wissenschaftlichen Erkenntnissen ist sehr stark abhängig von der Art der Studie (z.B. Experimente an Zellen, Tierstudien oder klinische Studien am Menschen) und den verwendeten Analysemethoden.

Befrage ich Menschen und ermittle Zusammenhänge oder vergleiche ich Laborwerte von einer behandelten mit einer unbehandelten Gruppe von Menschen? Das macht einen großen Unterschied. Leider werden diese Qualitätsunterschiede in den Medien zu selten differenziert dargestellt. Dieses Problem benennt der Autor und genau diese aufklärenden und relativierenden Worte machen das Buch erst zu dem Bestseller. 

Zum Lesen empfohlen

Meiner Meinung nach sollte dieses Buch eine Pflichtlektüre für jeden Diätassistenten, Ernährungswissenschaftler, Diätgeklagten und Gesundheitsbewussten sein. Es zeigt dem Leser, dass auch die Ernährungsexperten noch nicht bei allen Fragen die passende Antwort gefunden haben. Jeder muss für sich die beste Lebens- und Ernährungsweise finden. Wie so oft im Leben, gilt auch hier: Es ist nicht immer nur alles schwarz-weiß, sondern viele Lösungen liegen in den Abstufungen dazwischen.

Claudia Miersch

Titelbild Buch Der Ernährungskompass von Bas Karst

Zum Buch

Bas Kast, Der Ernährungskompass. Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung - Mit den 12 wichtigsten Regeln der gesunden Ernährung. 

20,00 EUR [D] gebundene Ausgabe, C.Bertelsmann, 320 Seiten, ISBN Buch: 978-3-570-10319-7