Bei der Versorgung der Kinder mit Diabetes Typ 1 soll es in Berlin nun doch bei einer umfassenden Versorgung durch die Schul­helfer bleiben. Das betrifft die Bereiche sonder­päda­go­gischer Förder­bedarf und die medizinische Versorgung der Grundschul­kinder mit Diabetes Typ 1. Das geht aus der Antwort des Berliner Senats auf eine Petition der DDH-M hervor.

In dem Schreiben wird bestätigt, dass rein medizinisch notwendige und verordnungs­fähige Leistungen pflichtgemäß von den Krankenkassen zu finanzieren sind, während die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung die Kosten für die sonderpädagogische Betreuung trägt. Es findet derzeit ein Abstimmungsprozess mit der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen und Krankenkassenverbände in Berlin dazu statt, in welcher Form diese Finanzierung zukünftig erfolgen kann.  Ziel dieser Abstimmung sei es, so wie von der DDH-M gefordert, die Leistungs­erbringung aus einer Hand zu ermöglichen. Die DDH-M ist eingeladen als Interessen­vertreterin der Betroffenen diesen Prozess zu begleiten.

Eine Änderung in der Sonder­pädagogik­verordnung des Landes sah die Trennung von sonderpädagogischem Förderbedarf und medizinischer Versorgung vor. Das hätte bedeutet, dass zusätzlich zum Schulbetreuer noch ein spezialisierter Pflegedienst in die Schule kommen muss und vor den Mahlzeiten die Insulingabe berechnet.

Im Antwortschreiben erklärt die Senatsverwaltung, dass Kinder mit Diabetes Typ 1 auch ohne sonde­rpädagogischen Förderbedarf „wegen einer längeren Erkrankung oder Behinderung einer vergleichbaren Förderung und Unterstützung bedürfen“. Durch die Änderung der Sonderpädago­gikverordnung sei eine Regelungs­lücke geschlossen worden.

Judith Krämer, Vorstandsvorsitzende der DDH-M: „Schulbegleitung und medizinische Versorgung erfolgen aus einer Hand. Die Eltern müssen sich nicht selbst um einen Pflegedienst bemühen. Das entspricht unserer Forderung. Jetzt kommt es darauf an, dass die Kostenträger dafür eine belastbare Lösung aushandeln. Wir nahmen die Einladung an und werden diesen Prozess kritisch begleiten.“

Die DDH-M setzt sich dafür ein, dass die Versorgung von Grundschulkindern mit Diabetes Typ 1 in allen Bundesländern abgesichert ist. Im Moment gibt es hier einen Flicken­teppich. Zum Teil sollen sich Lehrer um die Diabetesversorgung kümmern, Elternteile müssen verkürzt arbeiten und Kinder können nicht am Schwimmunterricht oder an Wandertagen teilnehmen.

Wenn Berlin die Schulhelfer-Regelung umsetzt, wäre das ein sehr positives Signal.